Anika Mattern: Ein (juristisches) Verwaltungspraktikum der besonderen Art

Im Jurastudium in NRW ist ein sechswöchiges Praktikum bei einer Behörde der Verwaltung Pflicht. Also machte ich mich Anfang dieses Jahres auf die Suche nach einem Praktikumsplatz für die Semesterferien.
Anika MatternGroßbildansicht
Anika Mattern

Durch Zufall stieß ich im Internet auf die Anzeige der Pressestelle des Kreises - und blieb dort hängen. "Das wäre es", dachte ich. Begeistert hielt ich Rücksprache mit dem Prüfungsamt, welches mir eine Anerkennung des Praktikums bestätigte und bewarb mich daraufhin. Kurze Zeit später erhielt ich schon die Zusage für meinen gewünschten Zeitraum. Ihr denkt vielleicht, ein sechswöchiges Praktikum in den Sommerferien ist nicht unbedingt das, worauf man sich freut. Ich aber war total gespannt auf das, was mich erwarten würde.

Schon der erste Tag bestätigte meine Wahl: das vierköpfige Presse-Team machte einen absolut sympathischen Eindruck. Ich wurde zunächst durch das Kreishaus geführt, vorgestellt, eingewiesen und in Bezug auf die Arbeit in der Pressestelle fit gemacht. Außerdem waren für mich bereits eine Reihe möglicher Aufgaben zusammengestellt worden, sodass ich direkt das Gefühl hatte, willkommen zu sein.

Noch in der ersten Woche durfte ich meine erste Pressemitteilung verfassen. Einige Tage später erschien diese in den lokalen Tageszeitungen - ein gutes Gefühl.

Es folgten weitere Pressemitteilungen verschiedenster Art. Außerdem durfte ich sowohl eine Rede als auch ein Grußwort für den Landrat Sven-Georg Adenauer verfassen. Dies hatte ich noch nie zuvor gemacht. Doch durch ständiges Feedback der Abteilung konnte ich mich dauernd verbessern. "Learning by doing" ist wohl die beste Art und Weise sich an etwas Neues heranzuwagen. So durfte ich auch selbstständig Termine wahrnehmen und im Anschluss darüber berichten.

Durch Teilnahme an einigen Ausschusssitzungen konnte ich das Praktikum zudem mit meinem Studium in Verbindung bringen. Weiterhin bekam ich an vielen Stellen etwas über die Arbeit der Verwaltung über die Pressestelle hinaus mit.

Aufschlussreich war, dass während meiner Praktikumszeit die bundesweite Woche der Wiederbelebung stattfand. Unter dem Motto "Prüfen, rufen, drücken" erlernte ich bei einer Veranstaltung im Kreishaus sogar, wie man als Ersthelfer im Falle eines Herzstillstands agiert.

Kurzum: Ein Praktikum in der Pressestelle des Kreises ist absolut empfehlenswert und facettenreich. Ihr trefft hier auf ein engagiertes Referat, dessen Mitarbeitern man den Spaß an der Arbeit Tag für Tag anmerkt. Ganz besonders positiv hervorzuheben ist die Betreuung von Praktikanten. Ich hatte immer das Gefühl: "Hier kann ich wirklich etwas Sinnvolles tun und bin dem Team behilflich!"