Immobilienpreise im Jahre 2016 deutlich gestiegen

Gütersloh, 12.06.2017. Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser haben sich im Kreis Gütersloh im Durchschnitt um rund zehn Prozent verteuert. Für den Erwerb eines neuen Doppel- oder Reihenendhauses mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von rund 120 Quadratmetern auf einem zirka 310 Quadratmeter großen Grundstück waren 2016 rund 274.000 Euro zu bezahlen.

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Die Kreisübersicht vermittelt einen Überblick über die zum 01.01.2017 ermittelten Bodenrichtwerte in Euro pro Quadratmeter (inklusive Erschlie-ßungskosten). Grafik: Kreis Gütersloh (eine bessere Auflösung der Grafik finden Sie am Ende der Seite)

Die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser ist gegenüber 2015 um 19 Prozent auf 693 Objekte gestiegen. Zu diesen Ergebnissen kommt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Gütersloh, der die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt beobachtet und jährlich auswertet. Die jährlich herausgegebenen Bodenrichtwerte und der Grundstücksmarktbericht erlauben interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sich einen Preisüberblick zu verschaffen. "Der Gutachterausschuss schafft nicht nur Transparenz auf dem Immobilienmarkt, er erstellt auf Antrag auch gebührenpflichtige gerichtsfeste Verkehrswertgutachten für Immobilien", erklärt Stefan Reinsch, Sachgebietsleiter beim Kreis Gütersloh und Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Im Internet stehen unter www.gutachterausschuss.kreis-guetersloh.de vielfältige Informationen rund um den örtlichen Grundstücksmarkt zur Verfügung.

Dem Gutachterausschuss im Kreis Gütersloh (für die Stadt Gütersloh ist ein separater Gutachterausschuss bestellt) wurden im Jahr 2016 insgesamt 2.846 Immobilienkaufverträge aus den zwölf Städten und Gemeinden seines Zuständigkeitsbereiches vorgelegt. Diese Anzahl entspricht einem Zuwachs von rund 16 Prozent gegenüber 2015. "Die Immobilienpreise haben in allen Teilsegmenten angezogen, was auf die gute Konjunktur sowie die weiterhin historisch niedrigen Zinsen zurückzuführen ist", ergänzt Reinsch.

 

Preise für Eigentumswohnungen gestiegen

Der Markt für Eigentumswohnungen ist im Jahr 2016 deutlich gewachsen. Während die Anzahl an verkauften gebrauchten Eigentumswohnungen um 9 Prozent gestiegen ist, hat sich die Anzahl an Neubauten um 35 Prozent erhöht. Die insgesamt verkauften 607 Objekte bedeuten einen Anstieg von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neubauwohnungen haben sich um rund 5 Prozent, gebrauchte Wohnungen um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuert. Der Durchschnittspreis einer Neubauwohnung im Kreis Gütersloh liegt bei rund 2.400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

 

Preise für Wohnbauland stark gestiegen

Die Preise für Wohnbauland für Ein- und Zweifamilienhäuser im Kreis Gütersloh sind im Jahr 2016 im Schnitt um rund 6 Prozent gestiegen, was den größten Jahresanstieg seit den 1990-er-Jahren bedeutet. Den stärksten Preisanstieg erfuhren Verl und Borgholzhausen mit jeweils fast 10 Prozent, gefolgt von Herzebrock-Clarholz mit 8 Prozent. In Langenberg und Versmold wurden die geringsten Preissteigerungen registriert, die Preise stiegen hier um 1 beziehungsweise 2 Prozent. In den anderen Städten und Gemeinden wurden Preisanstiege von 3 bis 7 Prozent festgestellt.

Die Anzahl an verkauften Bauplätzen ist um 15 Prozent angestiegen. 2015 fanden 278 Bauplätze einen neuen Eigentümer, 2016 waren es 321. Ungefähr jedes dritte Grundstück wurde von Kommunen verkauft. Die höchsten Bodenpreise in mittleren Wohnlagen werden nach wie vor in den Städten Verl mit rund 230 Euro und Rheda-Wiedenbrück mit rund 190 Euro pro Quadratmeter erreicht, die niedrigsten Preise in Versmold mit 95 Euro und Langenberg mit 100 Euro pro Quadratmeter.

 

"Erbbaurechtsverträge sind nur in geringem Umfang abgeschlossen worden, der Grund dafür liegt in den historisch niedrigen Kapitalmarktzinsen", erklärt der Geschäftsstellenleiter. Für die fünf registrierten Fälle ergibt sich ein durchschnittlicher Erbbauzins von 2,5 Prozent, bezogen auf den jeweiligen erschließungsbeitragsfreien Bodenrichtwert.

 

Mehr Gewerbeflächen verkauft

20 Gewerbeflächen (Vorjahr 17) sind 2016 im Kreis Gütersloh verkauft worden. Die Preise für Gewerbeflächen sind im Kreismittel um 3 Prozent gestiegen Die Auswertung der eingegangenen Kaufverträge für gewerbliche Bauflächen ergab in Borgholzhausen und Versmold einen starken Preisanstieg (15 Prozent); in Herzebrock-Clarholz (8 Prozent), Steinhagen (6 Prozent) und in Rheda-Wiedenbrück (5 Prozent) fiel der Anstieg etwas moderater aus. In den übrigen Städten und Gemeinden war kaum Veränderung feststellbar. Für einen Quadratmeter erschlossene Baufläche mussten die Käufer je nach Lage zwischen 28 und 65 Euro bezahlen.

 

Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Nutzflächen schwächt sich ab

Die Preise für Ackerflächen sind im Durchschnitt nur noch um rund 2 Prozent gestiegen (Vorjahr plus 13 Prozent). Die Bodenrichtwerte für Ackerland liegen im Kreisgebiet nun zwischen 4,50 und 6,50 Euro pro Quadratmeter, für Grünland zwischen 3,00 und 4,30 Euro pro Quadratmeter. Die Anzahl der Kauffälle hat sich gegenüber 2015 kaum verändert (plus 4 Prozent), das hohe Preisniveau scheint hier das Marktgeschehen zu dämpfen.

 

Bodenrichtwerte sind aktualisiert

Die neuesten Bodenrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht können über das Internetportal www.borisplus.nrw.de kostenfrei eingesehen beziehungsweise heruntergeladen werden, seit dem 01. Januar 2016 fallen hierfür keine Gebühren mehr an. Weitere Informationen des Gutachterausschusses, wie zum Beispiel ein Werkzeug zur Berechnung des Preisniveaus einer Immobilie, sind unter www.gutachterausschuss.kreis-guetersloh.de erhältlich.