Es fehlen noch Flächen für den Ausbau: K27 Jöllenbecker Straße: Anlieger erkundigen sich über Pläne

Gütersloh/Werther (Westf.), 04.08.2017. Drei Kurven werden abgeflacht, die Straße durchgehend auf 6,5 Meter Breite ausgebaut und ein kombinierter Geh-/Radweg – zumeist jenseits eines Straßengrabens – erstreckt sich entlang der Jöllenbecker Straße (K 27) bis auf Bielefelder Stadtgebiet. So sehen es die Pläne vor, die seit 2011 auf dem Tisch liegen

Sigrid und Nina Fedeler sowie Silvia MerkentruppGroßbildansicht
Informationen aus erster Hand im Kreishaus Wiedenbrück (v.l.): Sigrid und Nina Fedeler erkundigten sich bei Silvia Merkentrup über die Planungen zum Ausbau der Jöllenbecker Straße (K27).

Bereits 2010 sind sie im Stadium einer Vorplanung im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt der Stadt Werther (Westf.) vorgestellt worden. Anwohnerin und Mutter Sigrid Fedeler erkundigte sich jetzt direkt bei der Abteilung Tiefbau des Kreises zu den Ausbauplänen und dem Stand des Grunderwerbs. Denn am fehlenden Grunderwerb scheitert derzeit noch das Bauprojekt. Die Jöllenbecker Straße hatte es zuletzt aufgrund wiederholter Unfälle bis ins Regionalfernsehen gebracht - mit der besorgten Mutter als Interviewpartnerin. Ihre Familie hatte übrigens bereits 2013 den notwenigen Streifen an den Kreis verkauft.

 

Bereits im Jahr 2006 hatten sich die Anwohner mit einem Antrag auf bauliche und verkehrstechnische Maßnahmen einschließlich einer Unterschriftenliste an die Stadt Werther beziehungsweise den Kreis Gütersloh gewandt, berichtet Sigrid Fedeler, die einen Aktenordner voller Unterlagen zu dem Gespräch mitgebracht hat. 

"Der Grunderwerb muss komplett sein, bevor wir überhaupt einen Antrag auf eine Förderung für diese Baumaßnahme stellen können", erläuterte Silvia Merkentrup, die bei der Tiefbauabteilung für die Straßen- und Radwegeplanung zuständig ist. Zusammen mit Henrik Egeler, Abteilungsleiter Tiefbau, nahm sie sich Zeit, um Sigrid Fedeler und ihre Tochter Nina zu informieren und ihre Sorgen aufzugreifen. Von wenigen Anliegern fehlt bisher der nötige Teil ihrer Grundstücke: Zum einen brauche man notwendigerweise den Grunderwerb für die Abflachung der Kurven, zum anderen ist der Kauf notwendig, um im weiteren Verlauf den Radweg bauen zu können. Merkentrup: "Wir wollen den Radweg bis auf Bielefelder Stadtgebiet weiterbauen." Darauf habe man sich mit der Nachbarstadt geeinigt. Dort fände dann der Radweg Anschluss an einen überregionalen Fern-Radwanderweg. Auf rund 840 Meter Länge würde die Straße komplett ausgebaut und auf 6,5 Meter verbreitert. Im weiteren Verlauf Richtung Bielefeld würde man den bestehenden Straßenverlauf beibehalten und lediglich um den Radweg ergänzen. Dieser Abschnitt ist 1300 Meter lang.   

 

Die Jöllenbecker Straße (K27) entspricht nicht dem heutigen Ausbaustandard. "So würde man heute nicht mehr bauen", stellt Merkentrup klar. Zu schmal, zu enge Kurven, ohne Geh-/Radweg. Gerade Begegnungsverkehr zur Erntezeit sei kritisch, weiß Sigrid Fedeler aus dem Alltag zu berichten. Nachbarn würden mit ihren Hunden teils lieber über die Felder laufen, bevor sie auf die Idee kämen, an der Straße entlang zu gehen um von A nach B zu kommen. Aus diesem Grund und weil die geplanten Kurvenabflachungen eine sinnvolle Maßnahme darstellen, ist der Kreis Gütersloh auch weiterhin bemüht, für dieses Vorhaben baureife Randbedingungen zu schaffen.