Kaya Kamp lernte Land und Leute kennen

Gütersloh/Valmiera, 08.09.2017. Viel gearbeitet, viel Regen und noch viel mehr erlebt – so lassen sich die vier Wochen beschreiben, in denen Kaya Kamp in Lettland unterwegs war.

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Kaya Kamp in Valmiera vor dem Fluss 'Gauja'.

Die Auszubildende zur Bachelor of Law beim Kreis Gütersloh absolvierte ein Praktikum in Valmiera, der Stadt, die zur Partnerregion des Kreises gehört. "Die Zeit hat sich absolut gelohnt, ich habe viel Neues kennengelernt und konnte fast durch ganz Lettland reisen", zieht die 20-Jährige anschließend Fazit. "Schon in der Einführungswoche erzählen wir unseren neuen Azubis von der Möglichkeit eines Praktikums im Ausland", erklärt Simone Kramer, Ausbildungsleiterin beim Kreis. "Wir möchten die jungen Menschen damit unterstützen ihren Horizont zu erweitern und die Arbeit in einer Verwaltung in einem anderen Land kennen zu lernen." Der Kreis stellte die junge Mitarbeiterin in dieser Zeit von ihrer Arbeit frei.

 

Da Kamp Valmiera möglichst von verschiedenen Seiten kennenlernen wollte, splittete sie ihre Praktikumszeit auf: Zwei Wochen absolvierte sie im Rathaus in Valmiera sowie jeweils eine Woche in der Verwaltung der Uni von Valmiera und in einer Stiftung, der 'Valmieras novada fonds'. "Generell waren die Verwaltungen im Vergleich zu unserer ähnlich", berichtet sie. Allerdings sitzen dort deutlich mehr Personen in einem Büro − inklusive Verwaltungsleiter. Und sie sollte es beurteilen können, schließlich hat sie während ihrer Ausbildung beim Kreis Gütersloh schon einige Büros gesehen: Die Azubis durchlaufen verschiedene Abteilungen an verschiedenen Dienstorten. Aktuell arbeitet Kamp im Jobcenter in Wiedenbrück. Was sie noch erstaunt hat: Es gab keine Papierberge. Das hat aber nichts mit der digitalen Akte zu tun - wie sie hierzulande vielerorts eingeführt wird - sondern mit dem zentralen Aktenlager, wo alles gedruckt und aufbewahrt wird. Ein weiterer Unterschied: In Valmiera gibt es Sommerarbeitszeiten - um 15 Uhr ist Feierabend. Wie eng die Verwaltungen verbunden sind, wurde auch bei Kamps Hauptaufgabe sichtbar: Sie bereitete den Aufenthalt der lettischen Delegation im Kreis Gütersloh vor.


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Kaya Kamp während ihrer Arbeit in der Stiftung 'Valmiera novada fonds'.

Sie verfasste zum Beispiel eine Zusammenfassung der Partnerschaftsaktivitäten zwischen dem Kreis Gütersloh und der Region Valmiera. "So konnte ich sehr viel über die Partnerschaft erfahren", berichtet Kamp.

Für die Stiftung half sie bei der Organisation einiger Aktionen auf dem Stadtfest und entwarf das Layout für die Tickets und Plakate. Aus mehreren Vorschlägen wurde ihr Entwurf genommen. "Die Arbeit war super interessant."

 

Auf die Frage, ob sie Schwierigkeiten bei der Verständigung hatte, Antwortet die Auszubildende lächelnd: "Manchmal musste es eben mit Händen und Füße gehen." Besonders beim Taxifahren sei es schwer gewesen zu erklären, wo es hin gehen sollte. "Wenn der Fahrer kein Wort Deutsch oder Englisch spricht und ich kein Lettisch, wird es kompliziert." Auch ein Museumsbesuch stellte sich als schwierig heraus:  "Zwar konnte ich mir natürlich alles anschauen, aber es gab keine Übersetzung - und mein Lettisch reichte für die Erklärungen dann doch nicht." Kamp hatte lediglich ein Wörterbuch dabei, mit dem sie einige Vokabeln lernte. Bei der Arbeit sei es anders gewesen, dort konnten viele junge Menschen Deutsch, teilweise sogar besser als Englisch. Viele Jugendliche wählen die Sprache in der Schule.

 

Es mussten auch nicht immer touristische Highlights sein, die die Kreismitarbeiterin besuchte: Interessant fand sie auch einfach einen Besuch im Supermarkt. Dabei stellte sie fest: Die Letten essen gerne Gewürzgurken, die man sich aus einem Fass nehmen kann. Auch Kekse gibt es nicht in Dosen, sondern lose zum selbst einpacken. "Lettland hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Menschen dort sind sehr naturverbunden, das finde ich schön. Und auch, dass ich alleine gereist bin, hat mich persönlich weiter gebracht", resümiert sie nach ihrer Reise.