Einstimmig für Einführung eines Sozialtickets

Gütersloh, 08.09.2017. Mobilität ist heutzutage wichtig, um am Leben in der Gesellschaft teilnehmen zu können. In einigen Fällen ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel jedoch zu teuer. Darum stimmte der Verkehrs- und Straßenausschuss des Kreises Gütersloh gestern einstimmig für die Einführung eines Sozialtickets voraussichtlich zum 1. August 2018.

Dieser frühe Entschluss war nötig, weil ein Antrag auf Fördermittel für 2018 spätestens bis zum 15. September beim Land eingehen muss und damit das Ticket noch zur regulären Tarifänderung in die Produktpalette des Westfalen-Tarifs aufgenommen werden kann.

 

Anfang des Jahres hatte der Kreisausschuss beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, ob und wie ein Sozialticket für den Kreis Gütersloh eingeführt werden könne. Vorlage dafür war das Werre-Weser-Ticket, das Sozialticket der Kreise Herford und Minden-Lübbecke.

Um das Ticket günstig anbieten zu können, sind Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen notwendig. Kreiseigene Mittel werden nicht dafür eingeplant. Noch steht jedoch nicht fest, ob das bisherige Förderprogramm des Landes verlängert wird. Dieses läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Ein Antrag der SPD, vorsorglich die Möglichkeit eigene finanzielle Mittel einzusetzen mit in den Beschluss aufzunehmen, wurde abgelehnt.

Wenn die Förderung gelingt, soll das Sozialticket ab August kommenden Jahres sozial Benachteiligten die Chance geben, für monatlich 35 Euro alle Busse und Bahnen im Kreisgebiet uneingeschränkt nutzen zu können. Für Fahrten über das Kreisgebiet hinaus, würden Besitzer des neuen Tickets zudem nur rabattierte Anschlusstickets des Westfalen-Tarifs kaufen müssen. Auf diese Weise wäre eine günstige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auch über die Grenzen des Kreises Gütersloh hinaus, beispielsweise bis nach Dortmund, Rheine oder Siegen möglich.

Berechtigte wären Hilfeempfänger nach SGB II (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld) und SGB XII (Sozialhilfe) sowie Bezieher von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder der Kriegsopferfürsorge.

Um das Sozialticket auf den Markt bringen zu können, muss außerdem eine Einigung zwischen den Verantwortlichen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), dem Kreis und der Stadt Gütersloh vorliegen. Entsprechende Gespräche sind in Planung. Zudem soll das Sozialticket auch im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) gültig sein. Der Aufgabenträger Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) unterstützt das Vorgehen. Gespräche zur Aufnahme in den WestfalenTarif werden geführt.

Als nächstes wird der Kreisausschuss über die Einführung des Sozialtickets am 13. September beraten und abstimmen.