Assemblagen und kreative Schmuckstücke

Valmiera/Gütersloh, 12.09.2017. Kunstausstellungen im Kreis Gütersloh und in der Region Valmiera, gemeinsame Symposien von lettischen und deutschen Künstlern – seit Beginn der Partnerschaft zwischen dem Kreis Gütersloh und der lettischen Region Valmiera ist die Kultur fester Bestandteil.

Die Schmuckdesignerin Kerstin Uhlmann, Dr. Silvana Kreyer und Christoph WinklerGroßbildansicht
Im Museum Valmiera bei der Ausstellungseröffnung: Die Schmuckdesigne-rin Kerstin Uhlmann (l.), Dr. Silvana Kreyer und Christoph Winkler. Im Vor-dergrund die Kette "Sonnenrad der Frya", in der Uhlmann auch baltischen Bernstein verarbeitet hat.

 Und so nahm sie auch bei dem Besuch einer über 60-köpfigen Delegation unter Leitung von Landrat Sven-Georg Adenauer anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft einen breiten Raum ein. Im Rahmen des Besuchs wurde im Museum Valmiera eine Doppelausstellung mit Werken des Gütersloher Künstlers Christoph Winkler und der Schmuckdesignerin Kerstin Uhlmann eröffnet.

 

Organisiert - wie sämtliche Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen in den 25 Jahren zuvor - von Dr. Silvana Kreyer. "Der kulturelle Austausch zwischen der Region Valmiera und dem Kreis Gütersloh trägt einen Namen", hatte Landrat Adenauer in seiner Festrede zum Jubiläum nicht umsonst hervorgehoben. Kreyer, in Deutschland aufgewachsene Lettin, war von Beginn an der kulturelle Austausch auf Augenhöhe ein Anliegen: "Am Anfang haben wir nur lettische Künstler in Gütersloh ausgestellt. Inzwischen ist es die zehnte Ausstellung deutscher Künstler hier in Lettland", erzählt die offizielle Kulturbeauftragte der Partnerschaft. Barbara Körkemeier, Wolfgang Meluhn, Beate Freier-Bongartz und der in diesem Jahr verstorbene Arnold Busch - viele Künstler hat Kreyer mit nach Lettland genommen, sowohl Einzel- als auch Gruppenausstellungen organisiert. Jetzt Winkler und seine Lebensgefährtin Uhlmann. Winklers teils großformatige Assemblagen nehmen im Museum Valmiera den größten Teil des Erdgeschosses ein - zehn der dort gezeigten 26 Werke sind zum ersten Mal überhaupt zu sehen.


Valmiera Ausstellung WinklerGroßbildansicht
Christoph Winkler neben einer seiner Arbeiten, die derzeit im Museum von Valmiera/Lettland zu sehen sind.

Auch Kunstsymposien gehören inzwischen zum Repertoire des kulturellen Austauschs. Im Zwei-Jahres-Rhythmus treffen sich lettische und deutsche Künstler, um gemeinsam zu arbeiten. "Symposium heißt bei uns nicht, dass man Reden schwingt", erläutert Winkler. Zusammen arbeiten und am Ende gemeinsam ausstellen - das sind deutsch-lettische Künstler-Zusammenkünfte - mal hier, mal dort. Zeichner, Maler, Objektkünstler, Bildhauer - Kreyer war es von Anfang an wichtig, eine breite Palette zu zeigen. Das Ergebnis des nächsten Symposiums soll übrigens im öffentlichen Raum in Valmiera verbleiben, eine gemeinsam geschaffene Skulptur - ein weiteres Symbol für die inzwischen 25 Jahre alte Freundschaft.

 

Nicht Maler, nicht Bildhauer. "Ich bezeichne mich als Objektkünstler", erklärt Winkler. Alles, was ihm unter die Finger kommt wird in seinen für ihn typischen Assemblagen verarbeitet. Diese dreidimensionalen Kunstwerke aus Malerei, Objekten, Fundsachen und Papierkollagen in den Rahmen mit Tiefgang - er baut auch diese Rahmen alle selbst - entstehen nach keinem festgelegten Prinzip. "Irgendwelche gefundenen Dinge", so Winkler, die ihn faszinieren, verwende er. Manchmal baue er sie sofort ein, manchmal schlummern sie in Kisten in seinem Atelier, bis eines Tages die Fundstücke dazukommen, die zusammenpassen. Das kann wie jetzt in dem lettischen Museum zu sehen, auch ein Katalysator sein, für den Winkler auf einer Landstraße in die Eisen stieg, um ihn einzusammeln. In Valmiera zeigt er keine Skulpturen - allein aus Transportgründen. Seine Assemblagen konnten gut verpackt mit einem Hilfstransport per Lkw nach Lettland gebracht werden. Kerstin Uhlmanns Stücke hätte man größtenteils sogar als Handgepäck mitnehmen können.


Valmiera Ausstellung UhlmannGroßbildansicht
Wandschmuck oder Halskette - beides geht mit den Kreationen von Kerstin Uhlmann.

Die Schmuckdesignerin Uhlmann zeigt in Valmiera eine Besonderheit, die sie eigentlich zum Patent anmelden müsste: Den Zwischenfingerring. Sowohl Ring als auch Wort dürften ihre Schöpfung sein. Der Ring ist im klassischen Sinn gar kein Ring, sondern ein T-Stück, das ein wenig an einen Manschettenknopf erinnert. Das silberne T wird - auf den Kopf gestellt - zwischen den Fingern getragen, obenauf der Schmuck, etwa eine Silber gefasste Gussfrucht aus Kunstharz. Für ihre Schmuckobjekte, die sie über drei Galerien vertreibt, benutzt sie auch alltägliche Dinge wie Elektrokabel. Andere wiederum sind mehr als Schmuck: Man kann sie mit Rahmen an die Wand hängen oder aus diesem entnehmen und um den Hals tragen.