Von Polizei bis Personal, von Suchtberatung bis Heimaufsicht

Gütersloh. Gleich acht Dienstjubilare wurden jetzt in einer kleinen Feierstunde im Kreishaus Gütersloh geehrte. Landrat Sven-Georg Adenauer gratulierte zwei Kolleginnen, die seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst und sechs Kolleginnen, die seit 25 Jahren dabei sind.

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Große Dienstjubiläumsfeier im Kreishaus Gütersloh (.l.): Personalleiter Steffen Buch, Christiane Wilhelms, Personalratsvorsitzender Thomas Haase, Gabriele Susat, Ute Höynck, Veronika Balsliemke-Omosigho, Ute Pösse, Maria Grawe, Andrea Diekotto, Kristine Reuter und Landrat Sven-Georg Adenauer.

Zu den Gratulanten zählten auch Thomas Haase, Personalratsvorsitzender, und Personalchef Steffen Buch.

Veronika Balsliermke-Omosigho (Schloß Holte-Stukenbrock) startete ihre berufliche Karriere vor 40 Jahren beim Kreis und ist derzeit hauptsächlich mit dem Ausbau der Kindertagesstätten beschäftigt. In der Abteilung Jugend ist sie für den Abruf der investiven Förderung von Bund und Land zuständig, die an die Träger weitergeleitet werden. Auch die Prüfung der Verwendungsnachweise gehört zu ihren Aufgaben. Und da sie die hohe Kunst der Kalligraphie beherrscht, hat Balsliemke-Omosigho noch eine Spezialaufgabe: Sie schreibt die Urkunden für den Kreis Gütersloh, wenn der Landrat zu Ehejubiläen gratuliert.

Maria Grawe (Lippstadt) betreut straffällig gewordene Jugendliche während des gesamten Gerichtsverfahrens. Sie startete nach einem Anerkennungsjahr in Dithmarschen 1978 beim Kreis Gütersloh. Die so genannte Jugendhilfe im Strafverfahren gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Abteilung Jugend. Jedem Jugendlichen und Heranwachsenden begegne sie vorurteilsfrei und mit viel Empathie, so ihre Kollegen und Vorgesetzten. Ihr Ziel sei es, den jungen Straftätern Hilfestellungen für die Zukunft zu geben.

Bereits ein studienbegleitendes Praktikum führte Ute Höynck (Borchen) 1989 zum Kreis Gütersloh. Drei Jahre später wurde sie als Sozialarbeiterin eingestellt. Höynck ist in Steinhagen und Schloß Holte-Stukenbrock für die Abteilung Soziales im Einsatz als Mitarbeiterin der Betreuungsstelle. Sie wird von Betreuungsgerichten beauftragt und prüft, ob über 18-Jährige einen Betreuer brauchen - sie berät Betroffene, Betreuer und Angehörige.

In einer mitunter schwierigen Gemengelage, so Landrat Sven-Georg Adenauer in der Feierstunde, bewegt sich beruflich Gabriele Susat (Rheda-Wiedenbrück). Sie ist in der Heimaufsicht tätig und für Seniorenheime, -wohngemeinschaften und auch Tagespflegen zuständig. Dort gehören Rege- und Anlassprüfungen zum Werkzeugkasten. "Man weiß nie, wie sich der Tag entwickelt", berichtete sie. Es komme schon vor, dass Dinge, die sie kritisch sehe, Bewohner und Angehörige vollkommen in Ordnung fänden.

International wurde es mit Kristine Reuter (Herzebrock-.Clarholz) bei der Feier. Die Dänin, sie besitzt die dänische Staatsbürgerschaft noch heute, ist durch Heirat ins benachbarte Deutschland gezogen und seit 25 Jahren Schulsekretärin beim Kreis Gütersloh, seit 2007 im Ems-Berufskolleg. Für ihre Klientel hat sie viel Lob übrig: "Ich erlebe die Schüler als höflich und nett. Die Lehrer auch - wenn man sie mal eingenordet hat", Reuter, die einst Germanistik und griechische Archäologie studiert hatte.

In der Nebenstelle des Kreises Gütersloh in Halle/Westf. hat Christiane Wilhelms (Werther/Westf.)  ihren Arbeitsplatz zusammen mit den Kollegen des Jugendamts. Wilhelms, die 1992 mit einem Anerkennungsjahr als Sozialarbeiterin beim Kreis Gütersloh gestartet ist, arbeitet in der Beratungsstelle für Suchtgefährdete der Abteilung Gesundheit. In der heutigen Zeit hätten viele junge Leute weniger Halt, kennen weniger Grenzen. "So wie sich die Gesellschaft ändert, ändern sich auch die Fälle." 

Adenauers "liebreizende Assistentin" - so nannte er Ute Pösse (Gütersloh) mal bei einer Personalversammlung, als diese ihn bei einer Präsentation unterstützte - arbeitet im Hauptberuf in der Abteilung Personal. Sie ist dort unter anderem für Organisationsfragen zuständig, etwa Stellenbemessungen, und Dienstaufsichtsbeschwerden. "Mittlerweile kann ich am Schriftbild erkennen, ob man eine Beschwerde ernst nehmen muss oder nicht." Manche beschweren sich nämlich nur deswegen, weil sie nicht bekämen, was wie haben wollen.  

In der Polizeiverwaltung ist Andrea Diekotto (Rietberg) seit 2011 beschäftigt. Jugend, Ordnung, Gesundheit - die gelernte Justizangestellte hat schon viele Stationen beim Kreis Gütersloh gehabt. Sie bearbeitet unter anderem Waffenangelegenheiten: Zurzeit ist es übrigens wieder möglich, illegale Altwaffen straffrei abzugeben. Bei einer solchen Aktion, berichtete Diekotto, hatte auch mal eine ältere Frau mit Rollator ihre Schusswaffe vorbei gebracht. In vielen Fällen handelt es sich um Erbstücke.