Heimat-Jahrbuch: Aktuelle Ausgabe

Radio Gütersloh, bayerisches Bier, Luther und Blutzehnt in einem Buch. Das neue Heimat-Jahrbuch 2018 ist erschienen

Warum hatte Napoleon Angst vor Brockhagen? Wieso brauten in Langenberg gleich zwei Brauereien bayerisches Bier? Und wer erfand eigentlich den Slogan "Der beste Kreis der Welt"? Die Antworten hierzu und weitere spannende Beiträge zur Geschichte und Gegenwart des Kreises Gütersloh finden sich im aktuellen Jahrbuch. Kreisdirektorin Susanne Koch, Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, der Flöttmann Verlag und das Redaktionsteam stellten die neueste Ausgabe jetzt in der Alten Lederfabrik in Halle vor.


Manfred Beine: Herrschaft und Gemeinde. Die Residenzstadt Rietberg und ihre Grafen 1300-1800 (I)

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500 Jahre Rietberger Geschichte, komprimiert in einem sehr lesenswerten zweiteiligen Beitrag. So lässt sich die Abhandlung des Rietberger Stadtarchivars Manfred Beine zutreffend beschreiben. Beginnend mit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert beleuchtet der Autor die verschiedenen Facetten des Lebens in der Residenzstadt Rietberg. Schwerpunkte im ersten Teil des Beitrages bilden die regierenden Adelshäuser, die Besiedlung der Stadt und ihre Wachstumsphasen, die Verfassung und Verwaltung der Stadt sowie ihre Führungsschicht.


Michael Bleisch: Betrachtungen zum Lutherjahr 2017. Ravensberger Familien- und Kirchengeschichte im Wechselspiel

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Mit dem Wechselspiel von Kirchen- und Familiengeschichte in der Grafschaft Ravensberg beschäftigt sich Michael Bleisch. Das Ravensberger Land wartet mit dem auch für regionalgeschichtlich versierte Leser erstaunlichen Ergebnis auf, dass die Gutshäuser mehrheitlich zum katholischen Glauben hielten, während die älteren Pfarren insgesamt dem Luthertum angehörten. Der Autor schildert daraus entstehende Konflikte, zeichnet den Bau der Kirche Stockkämpen nach und fragt nach den Auswirkungen des religiösen Minderheitsbekenntnisses auf die Familien.


Frauke Brauns: "Ja, so bunt und vielfältig ist Kirche". Evangelischer Kirchenkreis Gütersloh zeigt sich von seiner Sonnenseite

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Der Beitrag von Frauke Brauns schildert die Feierlichkeiten des Kirchenkreises Gütersloh zum Reformationsjubiläum. Unter der Überschrift "Frei nach Luther" hatten rund zwei Jahre lang Mitarbeitende des Evangelischen Kirchenkreises Gütersloh, der dazugehörenden Kirchengemeinden und der kreiskirchlichen Arbeitskreise Ideen entwickelt und Veranstaltungen geplant. Herausgekommen war ein umfangreiches und buntes Programm: Präsentationsstände, Kreativangebote wie "Gutenbergs Druckerpresse selbst bedienen", Mittelalterstände, Poetry Slams, Konzerte und Gottesdienste gehörten ebenso dazu wie eine Luther-Rallye, ein Menschenkicker sowie eine Dirigierwerkstatt. 20.000 Menschen kamen zu den zahlreichen Veranstaltungen, so dass Superintendent Schneider ein überaus positives Fazit ziehen konnte: "Es war ein buntes, vielfältiges Fest mit vielen Begegnungen. Mit Menschen, die gerne da waren. Die Innenstadt war gefüllt, wir hatten Musik, Gespräch, Kulinarisches. Wir haben ein Fest des Glaubens gefeiert."


Jonas Damme: Napoleon versteckte sich im Internet. Die Digitalisierung eröffnet Heimatforschern neue Welten

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Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Internets auch für Heimatforscher verdeutlicht Jonas Damme. Die Suchmaschine Google beispielsweise beschäftigt ein eigenes Team, das weltweilt Texte digitalisiert und vernetzt. Auf diese Weise konnte der Autor eine kuriose Geschichte aus Brockhagen ermitteln, die zur Zeit Napoleons spielt und die Angst der französischen Behörden vor Aufständen im Ravensberger Raum zum Ausdruck bringt. Gefunden hat sie der Redakteur des Haller Kreisblattes in einer Ausgabe der "Gemeinnützigen Blätter zur Belehrung und Unterhaltung", die bis 1845 in Budapest erschienen und in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt werden. Ohne die Digitalisierung wäre diese Episode vermutlich in Vergessenheit geraten. Wer wäre schließlich nach Wien gefahren, um in einer ungarischen Zeitung zu einem Vorfall in Brockhagen zu recherchieren?


Norbert Ellermann und Günter van den Bongard: Die Langenberger Brauerei Gebrüder Dittmann. Bayerisches Bier in Westfalen

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Die Geschichte der Langenberger Brauerei Dittmann begann in den 1860er Jahren mit zwei Brüdern aus Bayern: Johann und Georg Dittmann. Ihre Familie konnte zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine lange Brauereitradition zurückblicken konnte. Johann Dittman fing zunächst als Braumeister bei der Hohenfelder Brauerei an, bevor er 1865 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und zusammen mit seinem Bruder eine eigene Brauerei in Langenberg gründete, das nun über gleich zwei Produktionsstätten für bayerisches Bier verfügte. Schnell ging die Brauerei auf Expansionskurs und lieferte ihr Bier bis nach Bielefeld, Paderborn und Soest. Auch die Wirren zweier Weltkriege konnte der Bierproduktion in Langenberg nichts anhaben. 1973 verkaufte jedoch die Eigentümerfamilie Dittmann ihre Anteile an die DAB/HANSA-Brauereigruppe aus Dortmund, die nur ein Jahr später die Bierproduktion in Langenberg einstellte.


Johannes Gerhards: Unterwegs auf dem Pium Patt. Ein Stadtspaziergang durch Borgholzhausen

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Auf einen Stadtspaziergang durch Borgholzhausen nimmt Johannes Gerhards die Leser mit. Genauer gesagt geht es auf den Pium Patt. Auf dem Weg können Touristen und Einheimische Gebäude und Einrichtungen mit historischer Bedeutung für den Ort erkunden. Im Herbst 2015 haben die Mitglieder des Heimatvereins Borgholzhausen mit der Realisierung und Ausgestaltung der aktuell 16 Stationen des Pium Patts begonnen, an denen Informationstafeln mit historischem Foto und Erklärungstext wichtige Hintergründe liefern. Technikaffine Menschen können zusätzlich über QR-Code die Webseite des Heimatvereins zu Rate ziehen, auf der weitere Details in einen geschichtlichen Zusammenhang gebracht werden. Der Rundgang startet am Kultur- und Heimathaus, führt u.a. über den Uphof, die evangelische Kirche, das Adelige Steinwerk sowie das Kontorhaus und endet bei Lebkuchen-Schulze.


Johannes W. Glaw: Neues zum historischen Zentrum von Gütersloh. Befunde einer archäologischen Ausgrabung

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Neue Erkenntnisse über die frühe Siedlungsgeschichte Güterslohs brachten archäologische Grabungen zu Tage, die in einem Keller in einem Haus am Alten Kirchplatz durchgeführt wurden. Gefunden wurden Fragmente und Bruchstücke mittelalterlicher Kugeltöpfe, Butterteller, Tonpfeifen und Steckkämmen. Gegen Ende der Grabungen tauchte dann die eigentliche Überraschung auf. Es wurden vier Pfostenlöcher entdeckt, die zu einem hochmittelalterlichen Pfostenbau gehörten und auf das 11./12. Jahrhundert datiert werden konnten. Damit liefern sie die bislang ältesten Siedlungsspuren Güterslohs.


Alexander Heim: 50 Jahre Gemeindehaus. Ein Kind der 68er und die Gemeinde feiern Goldene Hochzeit

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Vor 50 Jahren erhielt die Böckstiegelstadt Werther als eine der letzten Gemeinden im Altkreis Halle ihr eigenes, neues Gemeindehaus. Seither hat das Gebäude so einiges erlebt, musste sogar einen Brand verkraften. Nach 50 Jahren nagte nun der Zahn der Zeit an der Außenhülle. Anlass für eine Renovierung im Reformationsjahr: Vor allem in den Ferienzeiten wurde 2017 mit Hochdruck am und im evangelischen Gemeindehaus in Werther gearbeitet. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und die verschiedenen Gruppen können das Haus wieder nutzen. Und das sind einige: das Presbyterium, verschiedene Jugendgruppen, der Posaunen, der Kirchen- und der Gospelchor, der Bibelkreis, der Seniorenclub, die Frauenhilfe sowie der Bastelkreis gehören ebenso dazu wie die Schülerinnen und Schüler des ev. Gymnasiums für ihre Aufführungen der Literaturkurse und für Kinder-Musicals.


Annette Huss: "Nichts wie Armuht, Noht und Leiden". Aus den Kindheits- und Jugenderinnerungen des Verlers Anton Meinholz

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2016 konnte sich das Stadtarchiv Verl über einen Zugang freuen, den ihm ein Heimatforscher zur Verfügung gestellt hatte: Die Reproduktion einer mit der Hand in Schönschrift festgehaltenen "Jugenderinnerung" - eigentlich einer Lebenserinnerung - des 1842 in Verl geborenen Anton Meinholz. Mit zuweilen eigenwilliger Zeichensetzung und Rechtschreibung, reichem Wortschatz und zuweilen feiner Ironie berichtet Anton Meinholz über den Alltag der Ärmsten in Verl. Dass hier jemand, der quälende Armut am eigenen Leibe erfahren hatte, von seinen Erlebnissen und seinem Erleben berichtet, macht die besondere Bedeutung dieses Selbstzeugnisses aus.


Helge Jung: Die Langenheide bei Theenhausen. Vom gemeinsamen Weideland zum gemeinsamen Schul- und Vereinsstandort dreier Dörfer

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Die Entwicklung der Langenheide im Nordwesten von Werther vom gemeinsamen Weideland zum sozialen und kulturellen Zentrum im ländlichen Raum zeichnet Helge Jung nach. Die Langenheide war zunächst nicht besiedelt und wurde auch nicht ackerbaulich genutzt. Vielmehr war sie gemeinsames Wald- und Weideland für die drei Dörfer Theenhausen, Rotingdorf und Rotenhagen. Erst im 17. Jahrhundert begann eine Besiedlung und ackerbauliche Nutzung der Langenheide. 1724 wurde sie zudem als Schulstandort ausgewählt. Die drei Dörfer Theenhausen, Rotingdorf und Rotenhagen schlossen sich zu einer Schulgemeinschaft zusammen und wählten als Standort ihrer gemeinsamen Schule die Langenheide. Die Grundschule befindet sich immer noch dort, hinzugekommen sind ein CVJM-Jugendheim, ein Feuerwehrgerätehaus, die Sportanlagen des TUS Langenheide sowie mehrere mittelständische Unternehmen.


Franz-Werner Kersting: Der 'Erinnerungsort Hermann Simon'. Zum Wandel des Gedenkens an den Gütersloher Anstaltspsychiater

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Mit dem umstrittenen Psychiater Herrmann Simon setzt sich Professor Franz-Werner Kersting vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte auseinander. Simon war von 1919 bis 1934 Leiter der westfälischen Provinzial-Heilanstalt Gütersloh. Mit der konsequenten Anwendung einer Arbeits- und Beschäftigungstherapie hatte er sich großes Renommee erworben, das auch nach seinem Tod im Jahr 1947 anhielt. Die Benennung von Straßen, Gebäuden und eines Preises für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Sozialpsychiatrie nach Hermann Simon zeugen hiervon. In den letzten Jahren wurde seine Rolle jedoch zunehmend kritisch gesehen, insbesondere seine Annäherung an die NS-Rassenhygiene. Der Umgang hiermit und die Auswirkungen auf den "Erinnerungsort Hermann Simon", also auf die Benennung von Straßen, Gebäuden und sozialpsychiatrischen Preisen werden in dem Beitrag ausführlich behandelt.


Wolfgang-A. Lewe: Reformation. Die Einführung der neuen Lehre in der Herrschaft Rheda

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Die Einführung der Reformation gehört zu einer der wichtigsten Epochen in der Geschichte der Stadt und Herrschaft Rheda. Die Rahmenbedingungen bei ihrer Einführung beschreibt der Heimatforscher Dr. Wolfgang-A. Lewe ausführlich in seinem Beitrag. Treibende Kräfte bei der Umsetzung der neuen Lehre waren Landesherr Graf Konrad und der von ihm berufene Schlossprediger Johannes Pollius. Schon nach wenigen Jahren war die Reformation erfolgreich eingeführt, nennenswerter Widerstand der ursprünglich katholischen Bevölkerung gegen die neue Lehre war nicht feststellbar. Die Folgen jedoch waren weitreichend, nicht nur aus religiöser Sicht. Das Bildungswesen wurde in Rheda gestärkt, schon kurz nach Einführung der Reformation sind eine Schule und eine Kirchenbibliothek nachweisbar. Der neue Zugriff der weltlichen Obrigkeit auf die Religion ermöglichte allerdings zugleich auch neuartige Möglichkeiten sozialmoralischer Disziplinierung und politischer Integration.


Eckhard Möller: Eine moderne Kirche für Harsewinkel. St.-Paulus-Kirche nach Plänen von Hans Schilling vor 50 Jahren eingeweiht

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Die drei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren für die evangelische und katholische Kirche eine Phase des Neubaus von Gotteshäusern. Ein solches Beispiel findet sich mit der St. Paulus-Kirche auch in Harsewinkel, die 1968 eingeweiht wurde. Notwendig geworden war dieser Neubau, da die Stadt nach 1945 dynamisch angewachsen war. Ab Anfang der 1950er Jahre entstand westlich der Kernstadt ein weiteres Siedlungsgebiet auf dem Rövekamp, für das auch neue kirchliche Strukturen geschaffen werden mussten. Entworfen wurde die St. Paulus-Kirche Kirche von dem Architekten Hans Schilling, der in der Erzdiözese Köln zahlreiche Bauten verwirklicht hat. Die hohe architektonische Qualität der Gebäudekonzeption und ihre Stellung in der Umsetzung der Liturgiereform machen die St.-Paulus-Kirche zu einem sehenswerten und bedeutenden Architekturmonument. Dessen 50-jähriges Bestehen feierte die Paulus-Gemeinde am Wochenende vom 8. bis 10. September 2017.


Martin Neitemeier: 25 Jahre Radio Gütersloh. Vom totalen Experiment zum absoluten Marktführer

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Von einer 25jährigen Erfolgsgeschichte weiß Martin Neitemeier, stellv. Redaktionsleiter bei der Glocke, zu berichten. Er schildert, wie sich Radio Gütersloh vom totalen Experiment zum absoluten Marktführer entwickelt hat. Dies war bei der Gründung von Radio Gütersloh überhaupt noch nicht absehbar gewesen. Schließlich hatten die Verantwortlichen vom Programmmachen nur schemenhafte Vorstellungen, wie Klaus Brandner, Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft von Radio Gütersloh, zugibt. Inzwischen gestalten sechs Redakteure, eine Assistentin und mehr als ein Dutzend freier Mitarbeiter das Radioprogramm. Es ist das beliebteste im Kreis, noch vor den öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Die Frühsendungen, aber auch Aktionen wie Lichtblicke sind Aushängeschilder von Radio Gütersloh. Und wer kennt nicht ihren Slogan vom "besten Kreis der Welt!?"


Jochen Ossenbrink: Den Bauern in die Ställe geschaut. Aufzeichnungen über den Herzebrocker Blutzehnten von 1515 bis 1831

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Nachdem Jochen Ossenbrink im letzten Heimat-Jahrbuch die Zehntpflichtigen des Klosters Herzebrock behandelt hat, betrachtet er nun den Blutzehnt näher. Es handelt sich dabei um eine Abgabe, die auf die Viehzucht erhoben wurde. Der Autor nimmt uns mit auf eine viertägige Einsammlung des Blutzehnten im Jahr 1576, die dem Kloster insgesamt 79 Hühner, 71 Gänse, ein Fohlen, neun Kälber, neun Lämmer, ein Ferkel und einen Bienenstock einbrachte. Die Beschäftigung mit dem Blutzehnten des Klosters Herzebrock bietet nicht nur einen interessanten Einblick in den Alltag unserer bäuerlichen Vorfahren, sondern vermittelt auch bedeutsame Aspekte der Agrargeschichte im Allgemeinen. Für Familien- und Hofforscher dürfte vor allem die Liste der Blutzehntpflichtigen und ihrer Leistungen von 1574 bis 1578 von großem Interesse sein.


Christina Peters: Wie ein Findling in der Wiese. Der Erweiterungsbau des Peter-August-Böckstiegel-Museums

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Nach rund zwei Jahren Bauzeit wird in Werther der Erweiterungsbau des Peter-August-Böckstiegel-Museums im April 2018 eröffnet. Besucher haben ab dann die Möglichkeit, das "Komplettpaket" aus Wohnhaus und Erweiterungsneubau zu erkunden. Ersteres bietet Einblicke in die Lebensweise Böckstiegels, Letzteres wird sich vor allem seiner Kunst widmen. Die Autorin Christina Peters zeichnet die Entwicklung bis zum Neubau nach und nimmt den Leser mit auf einen virtuellen Rundgang durch das im Bau befindliche Museum. Sie betritt mit ihm das Foyer und führt ihn zunächst in das Untergeschoss mit Garderobe, Depot und Werkstatt. Anschließend geht es wieder aufwärts in den Raum für die Kunstvermittlung und in den 250 m² großen Ausstellungsraum. Einem Kirchenschiff ähnlich befindet sich in der Mitte des Ausstellungsraumes die höchste Stelle des Gebäudes. Der Rundgang macht Geschmack auf einen Besuch des Museums nach seiner Eröffnung.


Günter Potthoff: Die Entwicklung Schloß Holtes begann mit dem Bau der Eisenbahnlinie Brackwede - Paderborn

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Welch große Bedeutung Eisenbahnen für die wirtschaftliche Entwicklung einer Gemeinde haben können, zeigt der Autor Günter Potthoff am Beispiel Schloß Holtes. Vorkämpfer für eine Eisenbahnverbindung von Brackwede nach Paderborn über Schloß Holte war ab 1846 Friedrich Ludwig Tenge, Besitzer der Holter Eisenhütte. Zusammen mit weiteren Befürwortern aus Wirtschaft und Politik setzte er sich für den Bau der Eisenbahnlinie ein. Doch erst als 1892 der Truppenübungsplatz in der Senne angelegt wurde, konnte dieses Ziel verwirklicht werden. Nicht nur die Wirtschaft profitierte von dem Eisenbahnanschluss, auch die Besucher des Pollhans-Marktes aus Paderborn und Bielefeld konnten nun erstmals direkt mit dem Zug anreisen. Ende der 1990er Jahre wurde der Bahnhof Schloß Holte von der Stadt gekauft und renoviert. Die Sennebahn wird seit 2008 von der NordWestBahn betrieben.


Jochen Sänger: Vor 80 Jahren: Bau der Autobahn im Kreis Wiedenbrück (II)

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Mit dem Bau der Autobahn im Kreis Wiedenbrück befasst sich der Rhedaer Heimatforscher Jochen Sänger. Der erste Teil, der bereits im Heimat-Jahrbuch 2017 erschienen ist, thematisiert die Streckenplanungen für die Autobahn sowie die Bauarbeiten in St. Vit, Lintel, Rheda und Wiedenbrück. Der nun erschienene zweite Teil beschreibt den Bau der Autobahn in den Gemarkungen Verl, Sende und Spexard. Im Fokus stehen zudem die Güter- und Sandtransporte zur Autobahnbaustelle. Ausführlich geht Sänger auf die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen ein und zeigt den enormen Zeitdruck, unter dem die beteiligten Baufirmen, aber auch die Genehmigungsbehörden standen.


Klaus-Peter Schillig: Die Alte Lederfabrik in Halle ist zu einem Zentrum der Kunst geworden

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Einer der Schwerpunkte im diesjährigen Jahrbuch ist die heimische Kunstszene. Dazu gehört auch die Alte Lederfabrik in Halle. In deren Räumlichkeiten haben Kunstinteressierte nicht nur die Möglichkeit, die Werke der Künstler zu betrachten. Sie können darüber hinaus auch von ihnen lernen, ihre Workshops besuchen oder ihnen einfach mal über die Schulter schauen. Wie es dazu kam, damit hat sich Klaus-Peter Schillig, Redakteur beim Westfalen-Blatt, beschäftigt. Er spannt den Bogen von den Ursprüngen des Gebäudes als Lederfabrik bis hin zu seiner Umwidmung als "Kunstzentrum". Hier haben nicht nur zahlreiche regionale Künstler ihre Ateliers und Werkstätten. Die Stadt Halle betreibt in dem Gebäude zudem eine Galerie für wechselnde Ausstellungen. Und Großveranstaltungen wie das "Frühlingserwachen" und die "Unikat" finden auf dem Gelände auch statt.


Hans Schumacher: Ein Leben für die Kunst. Der Bildhauer Bruno Buschmann

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Zu dem 1928 in Gütersloh geborenen, in Verl aufgewachsenen und in Oerlinghausen lebenden Bildhauer Bruno Buschmann ist ein spannender Beitrag von Hans Schumacher erschienen. Der Autor, ehemaliger Gymnasiallehrer und Leiter des Senner Museums Osthusschule, nähert sich dem Künstler über dessen (künstlerischer) Biographie an. Viele Menschen gerade in Ostwestfalen dürften mit den Arbeiten Bruno Buschmanns bereits in Berührung gekommen sein. Bielefeld, Herford, Detmold, Gütersloh, Verl und Schloß Holte-Stukenbrock sind nur einige der Orte, in denen sie zu finden sind: als Reliefs an Gebäuden, als Skulpturen und Brunnen auf öffentlichen Plätzen oder als Grabsteine auf Friedhöfen. Mahn- und Ehrenmale, Innenarbeiten für Kirchen, aber auch zahlreiche Kleinplastiken von Menschen und Tieren belegen seine große bildhauerische Bandbreite. Diese Vielseitigkeit zeigt sich auch in den Materialien, aus denen Bruno Buschmann seine Kunstwerke gestaltet. Holz, Stein, Beton gehören ebenso dazu wie Eisen, Aluminium und Bronze.


Jürgen Sudhölter: Die Partnerstädte Oldenzaal und Rheda-Wiedenbrück und ihre früheren jüdischen Mitbürger

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Die Geschichte der früheren jüdischen Mitbürger in den Partnerstädten Oldenzaal aus den Niederladen und Rheda-Wiedenbrück zeichnet Jahrbuchautor Jürgen Sudhölter nach. Er kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass beide Städte bezüglich ihrer jüdischen Mitbürger ähnliche Schicksale zu verzeichnen haben. Hier wie dort gab es eine Synagoge; beide wurden in der Zeit des Nationalsozialismus zerstört. Hier wie dort gibt es heute keine jüdische Gemeinde mehr. Wer der Verhaftung entging, emigrierte und kam nicht wieder. Aber in beiden Orten gibt es noch einen Friedhof. In beiden Partnerstädten lebten die jüdischen Mitbürger nicht in einem Viertel oder Ghetto zusammen, sondern im Stadtzentrum mitten zwischen der übrigen Bevölkerung. Während die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in den Niederlanden erst später begann, finden in Deutschland bis in die Gegenwart Gerichtsprozesse gegen ehemalige KZ-Aufseher statt.


Matthias Borner und Daniela Toman: Einzigartiges Naturschauspiel. Die Leberblümchenblüte auf dem Jakobsberg in Amshausen

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In Amshausen, einem Ortsteil von Steinhagen, findet sich ein ganz besonderes Naturschutzgebiet: Das Areal rund um den Jakobsberg ist Heimat einer Massenpopulation des gefährdeten Leberblümchens. Dort wachsen sie zu Tausenden, während man schon auf dem benachbarten Haupthöhenzug des Teutoburger Waldes kein einziges Exemplar findet. Diesem Naturphänomen geht der Artikel von Matthias Borner und Daniela Toman auf den Grund.


Rolf Westheider: Christian Ludolph Reinhold und die visuelle Geschichte Reckenbergs und Ravensbergs

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Der Versmolder Stadtarchivar Rolf Westheider erinnert an Christian Ludolph Reinhold, dem die Reckenberger und Ravensberger Geschichte des 18. Jahrhunderts zahlreiche Visualisierungen zu verdanken hat. Reinhold war ab 1766 als Bauführer und Feldmesser im osnabrückischen Amt Reckenberg im Einsatz. In dieser Zeit entstand u.a. ein detaillierter Stadtplan zu Wiedenbrück, der eine der wichtigsten Quellen zur Stadtgeschichte darstellt. Ab 1770 arbeitete Reinhold als Feldmesser im preußischen Amt Ravensberg. Im Rahmen seiner Tätigkeit entstanden hunderte von Markenteilungskarten. Sie sind heute vor allem für die Hof- und Siedlungsgeschichte im Ravensberger Raum von zentraler Bedeutung.


Rolf Westheider: Eine Fahne für Bonn von "Beethoven-Hantke", einem politischen Außenseiter aus Versmold

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Noch ein zweites Thema greift Rolf Westheider auf. Er zeichnet den Weg des politischen Außenseiters Erich Hantke aus Versmold nach. Dieser legte 1948 einen Entwurf für eine deutsche Bundesfahne vor, die in sich die verschiedensten Farben vereinte: Schwarz-Rot-Gold für die Weimarer Republik, Schwarz-Weiß-Rot für das Kaiserreich, Blau für den Himmel, Grün für den Boden und Weiß für den sportlichen Wettstreit, darin die olympischen Ringe für die fünf Erdteile. Doch mit dem Fahnenentwurf endete das politische Engagements Hantkes keineswegs. Er trat zu den Landtagswahlen stets als Einzelkandidat an, lehnte die etablierten Parteien ab, publizierte streitbare Schriften und lag im Dauerstreit mit der Presse ("Lügenpresse") sowie der Verwaltung. Aus Sicht des Autors war Hantke damit ein politischer Außenseiter mit dem regelmäßigen Hang zum Scheitern.


Andreas Wiedenhaus: "Kupplung langsam kommen lassen!" Der Verkehrsübungsplatz in Harsewinkel

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Auf dem Areal der Kartbahn des MSC Harsewinkel im Emstalstadion befindet sich auch ein Verkehrsübungsplatz. Auf der 900 Meter langen Strecke können an mehreren Tagen in der Woche auch diejenigen hinter dem Steuer Platz nehmen und erste Fahrversuche machen, die noch keinen Führerschein haben. Zu finden ist auf dem Rundkurs im Emstalstadion alles, was auch im echten Straßenverkehr auftaucht: Kreisverkehr und Stoppstraße gibt es ebenso wie die Möglichkeit, das Einparken zu üben. Eröffnet wurde der Platz im Jahr 2006. Die Idee wurde gemeinsam von Norbert Fischer, dem Geschäftsführer der Verkehrswacht für den Kreis Gütersloh, und Kartbahn-Pächter Tony Hanhart entwickelt. Die Einrichtung des ersten Verkehrsübungsplatzes im Kreis Gütersloh war Teil eines umfassenden Gesamtkonzeptes und hatte einen ernsten Hintergrund. Mit ihm sollte die damals im Kreis Gütersloh überdurchschnittlich hohe Zahl von tödlichen Verkehrsunfällen insbesondere bei Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren reduziert werden.


Michael Wöstheinrich: Haupt- und Realschulen in Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz sind Geschichte

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Eine gut fünfzigjährige Ära in der Schullandschaft von Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz ging im Sommer 2017 zu Ende. Die Haupt- und Realschulen in beiden Orten lösten sich auf, ihre Aufgaben wurden von neu gegründeten Gesamtschulen übernommen. Die Geschichte der vier Schulen von ihrer Gründung in den 1960er Jahren über ihren erfolgreichen Auf- und Ausbau bis hin zum Auslaufen der Bildungseinrichtungen zeichnet Michael Wöstheinrich, selbst Lehrer, nach. Jede der Schule hatte sich ein eigenes Profil erarbeitet, welches in dem Beitrag entsprechend gewürdigt wird: Sei es die bereits früh erfolgte Einbindung der Informatik in den Unterricht an der Städtischen Realschule Harsewinkel, Niederländisch als Fremdsprache an der Von-Zumbusch-Realschule Herzebrock-Clarholz, ein ausgeprägter Musikunterricht mit Blechbläser-AG, Schulorchester und Schulband an der Von-Zumbusch-Hauptschule Herzebrock-Clarholz oder die Außenwerkstatt der August-Claas-Schule Harsewinkel.


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Das seit 1982 erscheinende 'Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh' liegt jetzt in einer neuen Ausgabe vor. Es wird vom Kreis Gütersloh herausgegeben und erscheint mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren im Flöttmann Verlag Gütersloh. Die redaktionelle Leitung hat Kreisarchivar Ralf Othengrafen. Der farbige, reich bebilderte Jahresband enthält auf 224 Seiten 26 Einzelbeiträge. Im örtlichen Buchhandel oder über den Flöttmann Verlag Gütersloh kann das Buch zum Preis von 12,60 Euro erworben werden. Auf den Internetseiten des Kreisarchivs (www.kreis-guetersloh.de/sh/Kreisarchiv) finden Interessierte einen Index mit den bisher erschienenen Themen.