Das Bildungs- und Teilhabepaket

Kind mit SchultüteGroßbildansicht

Bundestag und Bundesrat haben im Februar 2011 die sogenannte Hartz-IV-Reform beschlossen. Bestandteil ist unter anderem auch das so genannte Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ab sofort werden bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusätzlich zum monatlichen Regelbedarf sogenannte "Bedarfe für Bildung und Teilhabe am sozialen und kulturellem Leben in der Gemeinschaft" berücksichtigt.


Welche Leistungen gibt es für mein Kind?

  • Eintägige Ausflüge von der Schule oder Kindertagesstätte (Kita): Hier werden für Sie die tatsächlichen Kosten, z.B. für den Eintritt in ein Museum oder in einen Tierpark, übernommen. Beachten Sie bitte, dass neben dem Antrag auch die Anlage "Ausflug" ausgefüllt eingereicht werden muss.
  • Mehrtägige Klassenfahrten von Schule oder Kita: Auch hier werden für Sie die tatsächlichen Kosten, z.B. für Übernachtungen sowie Hin- und Rückfahrten, übernommen. Beachten Sie auch hier bitte, dass neben dem Antrag auch die Anlage "Ausflug" ausgefüllt eingereicht werden muss.
  • Schulbedarf: Sie erhalten zweimal pro Jahr einen Zuschuss für Schulbedarf, wie z.B. Hefte, Stifte, Taschenrechner und Schulranzen. 70 Euro werden am 1. August, 30 Euro werden am 1. Februar jeden Jahres ausgezahlt.
  • Schülerbeförderung: Sie erhalten einen Zuschuss zu den Fahrtkosten für Schüler, wenn die tatsächlichen Aufwendungen für Fahrten in die Schule und zurück nicht vollständig von Dritten (zum Beispiel vom Land, vom Kreis oder der Gemeinde) übernommen werden.

  • Angemessene Lernförderung: Ihr Kind kann auf Antrag Lernförderung erhalten, wenn bestehenden Förderangebote in der Schule bereits ausgeschöpft, oder nicht vorhanden sind. Voraussetzung für eine solche Lernförderung ist es, dass das Erreichen der nach den schulrechtlichen Bestimmungen festgelegten wesentlichen Lernziele gefährdet ist. Hierzu gehören in der Regel:                           
    • Versetzung in die nächste Klassenstufe (Nachweis: z. B. zwei Klassenarbeiten im laufenden Schulhalbjahr mit den Note "mangelhaft"; eine Klassenarbeit mit der Note "ungenügend", ein Hinweis auf dem Halbjahreszeugnis oder ein "blauer Brief" über die Versetzungsgefährdung)
    • In Abschlussklassen weiterführender Schulen das Erreichen des Schulabschlusses
    • Die Erreichung eines höheren Leistungsniveaus (z. B. in Gesamtschulen oder zur Erlangung des qualifizierenden Hauptschulabschlusses)
    • Die Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt


    Auch die Herstellung der Sprachfähigkeit, Lese-/Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie, Erreichen einer besseren Schulformempfehlung, Schuleingangsphase, Förderschulen und Gesamtschulen, sowie die Erprobungsstufe kann in begründeten Einzelfällen eine Lernförderung rechtfertigen.

    Die Lernförderung kann in der Schule oder außerhalb der Schule stattfinden. Beachten Sie bitte, dass der Förderbedarf durch die Lehrer auf der Anlage zum Antrag "Lernförderung" bescheinigt werden muss.

    Fragen zum Thema Lernförderung beantworten Ihnen gerne die Sachbearbeiter des Teams Bildung und Teilhabe unter der Telefon-Nr.: 05241 / 85 - 4469.

  • Mittagsverpflegung in Schule, Kita und Hort: Die Schule, die Kita oder der Hort Ihres Kindes bietet ein regelmäßiges, warmes Mittagessen an? Dann kann Ihr Kind dort mitessen und Sie brauchen grundsätzlich nur noch einen Eigenanteil von 1,00 Euro je Mittagessen zu zahlen. Die restlichen Kosten werden in der Regel direkt mit der jeweiligen Einrichtung abgerechnet.
  • Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft: Sie können auch Unterstützung für Sport-, Spiel-, Kultur- oder Freizeitaktivitäten Ihres Kindes erhalten. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es interessant findet und ausprobieren möchte. Fragen Sie Ihr Kind, ob es in einem bestimmten Verein Mitglied werden möchte. Beispielsweise werden für die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder den Musikschulunterricht für jedes Kind maximal 10,00 Euro monatlich beziehungsweise 120,00 Euro im Jahr übernommen. Ab Geburt haben Kinder einen Anspruch auf diese Leistungen. So können Väter und Mütter zum Beispiel auch mit ihren Kindern das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKIP), Babyschwimmen oder Babymassage wie auch kostenpflichtige Krabbel- und Spielgruppen von anerkannten Trägern besuchen.

Sie erhalten diese Leistungen entweder durch Gutscheine, Direktzahlung an den jeweiligen Anbieter oder durch Überweisung auf Ihr Konto. Grundsätzlich ist bei den meisten Leistungsarten aber die Direktzahlung an den Leistungsträger vorgesehen.

Alle Leistungen sind jeweils einzeln zu beantragen. Einzige Ausnahme sind die 100,00 Euro für den Schulbedarf - Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten diese Leistung automatisch.

Wichtig: Für jedes Kind ist ein eigener Antrag zu stellen!

 

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Wer genau kann die Leistungen erhalten?

Anspruchsberechtigt sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die eine der folgenden Leistungen erhalten:

  • Arbeitslosengeld II,
  • Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz,
  • Wohngeld und zugleich Kindergeld,
  • Sozialhilfe,
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (§ 2 AsylbLG).

 

Die Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft können Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, das heißt bis einschließlich 17 Jahren, erhalten. Alle anderen Leistungen können Schüler bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, das heißt bis einschließlich 24 Jahren, beantragen, wenn sie eine allgemeine- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung beziehen.

Sollten Sie beispielsweise noch kein Arbeitslosengeld II beziehen, müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen, um einen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen zu begründen.

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Wo kann ich den Antrag stellen?

Alle Anspruchsberechtigten, egal ob Kinderzuschlag-Empfänger, Wohngeldbezieher, SGB II- oder SGB XII-Leistungsbezieher, können sich an die zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter Kreis Gütersloh wenden. Die Städte und Gemeinden bleiben für die Bildungs- und Teilhabeleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuständig.

Wenn Sie Fragen zu den Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, wenden Sie sich an Ihren Ansprechpartner der Abteilung Materielle Hilfen im Jobcenter Kreis Gütersloh oder setzen Sie sich direkt mit den Sachbearbeitern aus dem Sachgebiet Bildung und Teilhabe unter der Telefonnummer 05241/85 4469 in Verbindung.

 

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Formulare und Links zum Bildungs- und Teilhabepaket

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