Das Kontaktpersonenmanagement des Kreises Gütersloh

Detektivarbeit zur Eindämmung der Pandemie

Sieben Tage im Schichtbetrieb ist das 35-köpfige Team, darunter zwölf Soldatinnen und Soldaten, im Einsatz. Die Mitarbeitenden eröffnen Fallakten, erfassen und registrieren die Kontaktpersonen, ermitteln deren Ansteckungsrisiko, sprechen Quarantänen aus und betreuen die Betroffenen während der häuslichen Isolation. „Das ist detektivische Kleinstarbeit“, erläutert Fortkord. „Mittlerweile priorisieren wir Fälle, die mit vulnerablen, also besonders verletzliche Gruppen, in Verbindung stehen.“ Potentielle Kontaktpersonen sollten nicht erst auf den Anruf des Gesundheitsamtes warten, sondern eigenverantwortlich handeln, indem sie ihre privaten Kontakte einschränken und besonders auf die allgemeinen Hygienemaßnahmen achten. Nach Absprache mit dem jeweiligen Arbeitgeber kann sich eine Kontaktperson auch vor Anruf des Gesundheitsamtes in häusliche Isolation begeben. „Wir versuchen, so schnell es uns möglich ist, Kontakt aufzunehmen und den Fall zu klären“, betont Fortkord. Aber immer wieder fehlen Daten zur Erreichbarkeit und es muss aufwendig nachgeforscht werden.

Ob die Betroffenen in Quarantäne müssen, entscheidet das Kontaktpersonenmanagement anhand der Ergebnisse. Das Team teilt die Kontaktpersonen in zwei Gruppen ein: Die sogenannten Kategorien 1 und 2. In Kategorie 1 fallen Personen, die einen direkten Kontakt ohne Maske und einem Abstand unter anderthalb Metern von mehr als 15 Minuten mit einem bestätigten Infizierten hatten. Aufgrund des hohen Infektionsrisikos müssen diese Personen in jedem Fall in Quarantäne. Auch Singen, Feiern und Sport in geschlossenen Räumen kann eine Quarantäne zur Folge haben. Wer weniger als 15 Minuten Kontakt zu einem Infizierten hatte und dabei den Mindestabstand eingehalten hat, hat ein geringeres Ansteckungsrisiko und könnte um eine Quarantäne herumkommen. „Bei dieser Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle“, erläutert Sowa. „Regelmäßiges Lüften kann, zum Beispiel im Büro, den ausschlaggebenden Unterschied zwischen Kategorie 1 und 2 ausmachen.“