Corona – ein Dauerthema?

Ärztliche Info

Das Coronavirus ist immer noch unter uns! Wer meint, dem sei nicht so, der feiert auf der Partymeile von Mallorca oder an einem anderen schönen Fleckchen auf dieser Erde fröhliche Partys ohne ausreichenden Abstand oder Tragen eines Mund- Nasenschutzes. Die Folgen bleiben nicht aus – schon hat man sich möglicherweise eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 eingefangen. Was kann man dagegen tun? Das Robert-Koch-Institut und zahlreiche staatliche Institutionen haben immer wieder darauf hingewiesen, wie jeder von uns einen Beitrag leisten kann, um eine Infektionsübertragung mit dem neuen Virus zu vermeiden: Einhalten der Abstandsregeln und der Husten-und Niesetikette, häufiges Händewaschen, Tragen einer Mund-Nasenbedeckung  usw.

Wenn es dann aber trotzdem zu einer Neuinfektion kommt oder ein Kontakt zu einer infizierten Person bestand, werden sowohl der behandelnde Arzt  als  auch die zuständigen Behörden aktiv. Die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte müssen die Infektionskette rückverfolgen und  Kontaktpersonen aufspüren. Da derzeit weder ein Impfstoff noch eine spezifische Therapie gegen das SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen, bleibt als einzige Möglichkeit, eine weitere Ausbreitung der Covid-19-Erkrankung zu unterbinden, die Quarantäne auszusprechen , d.h. die Absonderung der Infizierten bzw. der Kontaktpersonen. Diese Maßnahme bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte eines Jeden und kommt einem Freiheitsentzug gleich - besonders dann, wenn man nicht über eine großzügige Wohnung oder einen eigenen Garten verfügt. Deshalb prüft das zuständige Gesundheitsamt in jedem Einzelfall mit sorgfältiger Abwägung die Notwendigkeit einer Quarantäne. Grundlage hierfür ist neben Krankheitszeichen einer Covid-19-Erkrankung das Abstrich-Ergebnis.

Hierbei taucht immer wieder die Frage auf, wie mit einem von den Labors zurückgemeldeten „schwach positiven“ Befund umzugehen ist. „Schwach positiv“ kann der Befund beispielsweise dann ausfallen, wenn der Proband eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht hat und noch Reste des Virus in seinem Körper nachweisbar sind, von denen möglicherweise noch eine Ansteckungsgefahr ausgeht.  

Auch eine ungünstige Abstrich-Entnahme oder ein fehlerhafter Transport kann für einen ‚schwach positiven‘ Befund verantwortlich sein. Zum jetzigen Zeitpunkt wird vom zuständigen Gesundheitsamt in Anlehnung an die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ein ‚schwach positiver‘ Befund als positives Testergebnis gewertet.

Im Einzelfall muss bei Verhängung einer Quarantäne immer vom Gesundheitsamt  abgewogen werden, ob das Recht auf persönliche Freiheit des Individuums oder der Schutz der Bevölkerung vor der Ausbreitung des Coronavirus Priorität hat. Neben Verordnungen, Allgemeinverfügungen und Erlassen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen sind hierbei die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu berücksichtigen. Diese sind von Wissenschaftlern erarbeitet worden, die Spezialisten für den Infektionsschutz sind. Nach wie vor gilt, dass immer noch einer von 200 Covid-19 Erkrankten an dieser Erkrankung stirbt. Jeder Covid-19-Fall, der mit Hilfe der gesamten Bevölkerung verhindert wird, könnte Menschenleben retten.