Bei Reihentestungen des Kreises nur wenige positive Befunde in den Schlachtbetrieben / Endergebnis liegt vor

Anstieg der Neuinfektionen um 29 Fälle, davon 27 bei Tönnies

Der Kreis hat seine Reihentestung am vergangenen Freitag, 5. Juni, abgeschlossen. Deren Ergebnisse liegen nun vor: Insgesamt wurden 6.648 Personen getestet: Allein bei Tönnies wurden bei 6.335 Personen Abstriche genommen, davon waren 6.328 negativ und 7 positiv. Gleich zu Beginn der Testung hatte der Kreis damit begonnen, auch das eigene, in der Fleischuntersuchung eingesetzte Kontrollpersonal zu testen: Insgesamt 136 Kolleginnen und Kollegen. Ihre Befunde waren allesamt negativ. Getestet wurden zudem 177 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vier anderen großen Schlachtbetriebe (Westphal, Düpjohann, Hülshorst und Sonnet). Auch deren Befunde waren alle negativ.

Diese vom Land veranlassten, durch den Kreis zu 97 Prozent in der Zeit vom 11. bis zum 18. Mai durchgeführten Tests wurden in einem Zeitraum durchgeführt, in denen auch für neu oder wieder aus EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland eingereiste Personen noch eine 14-tägige Quarantäne galt. Diese Quarantäneverpflichtung ist mit Änderung der Corona-Einreiseverordnung zum 15. Mai entfallen.


Den aktuellen Anstieg der Neuinfektionen sieht der Leiter des Krisenstabes und Ordnungsdezernent des Kreises Thomas Kuhlbusch vor diesem Hintergrund mit Sorge. „Mit dem Wegfall der Quarantäneverpflichtung hat die Fluktuation im Bereich der Personen zugenommen, die in den Schlachtbetrieben tätig sind. Das Risiko, das damit Infektionen in die Betriebe eingetragen werden und sich dort verbreiten, ist dementsprechend gestiegen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Firma Tönnies ihre Verantwortung als Arbeitgeber und Auftragnehmer durch eigene Testungen in besonderer Art und Weise ernst nimmt. Sie informiert uns aktuell zeitnah über die geplanten eigenen Screenings, deren Anlass und die getesteten Personengruppen. Die unverzügliche Unterbrechung neuer Infektionsketten hat für uns erste Priorität! Nicht minder wichtig ist es, dass die Firma Tönnies im Rahmen des ihr obliegenden Arbeitsschutzes alles erdenklich tut, um das Risiko von Neuinfektionen auf ein Minimum zu verringern.“  Kuhlbusch hatte bereits im Kreisausschuss am vergangenen Montag (8. Juni) darauf hingewiesen, dass mit dem Ende der Reisebeschränkungen gerade für ausländische Beschäftigte und Werkvertragsarbeiter sich neue Eintragungsrisiken ergeben könnten.

Zum Thema: Die aktuellen Zahlen

Im Kreis Gütersloh waren zum Stand 10. Juni, 0 Uhr, 737 (9.Juni: 708) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Davon gelten 647 (9. Juni: 637) Personen als genesen und 70 (9. Juni: 51) als noch infiziert. Von diesen 70 Personen befinden sich 68 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden derzeit 2 Patienten (9. Juni: 3) stationär behandelt. Davon wird 1 Person (9. Juni: 1) intensivpflegerisch versorgt und muss beatmet werden. Im Kreis Gütersloh sind 20 Personen (9. Juni: 20) verstorben, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten. In den vergangenen 7 Tagen waren 53 Neuinfektionen zu verzeichnen.

Zum Thema: Reihentestung bei Tönnies

Die Reihentestung bei Tönnies und vier weiteren großen Schlachtbetrieben durch den Kreis Gütersloh geht zurück auf die Erlasse des Ministeriums für Arbeit und Gesundheit NRW zur ‚Ausbruchsbekämpfung COVID-19 Schlachtbetriebe‘. Anlass für diese Erlasse war der Coronaausbruch in einem Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld. In der Zeit vom 11. Mai bis zum 5. Juni sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive der Werkvertragsarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer in den  fünf großen Schlachtbetrieben im Kreis Gütersloh getestet worden. Die Rettungsdienstmitarbeiter wurden dabei vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst und logistisch vom THW unterstützt. Zu Beginn der Testungen war der Kreis Gütersloh davon ausgegangen, dass allein auf dem Betriebsgelände der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück rund 7.700 Personen (einschließlich der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) zu testen seien.

Tatsächlich betrug die Zahl 6.335, da

  • rund 670 Personen, nicht am Standort Rheda, nicht mehr, noch nicht oder nur vereinzelt dort im Betrieb tätig waren oder sind,
  • rund 230 nur im Rahmen von Einzelaufträgen für Fremdfirmen, wie Handwerker tätig sind und  
  • rund 350 aus Gründen wie zum Beispiel Krankheit, Erwerbsunfähigkeit, Mutterschutz, Elternzeit, Urlaub nicht erreichbar waren.