Adoptionsvermittlungsstelle jetzt in Harsewinkel: Neue Räume und neue Gesichter im neuen Jahr

Harsewinkel, 14.01.2013. Die Adoptionsvermittlungsstelle für den Kreis Gütersloh ist ab sofort in der Regionalstelle West, Mühlenwinkel 11, in Harsewinkel zu finden. Der Umzug von Rheda-Wiedenbrück nach Harsewinkel wurde notwendig, da die Stadt Rheda-Wiedenbrück nun ein eigenes Jugendamt hat und die Regionalstelle Süd aufgelöst wurde.

Melanie Flöthmann, Doris Ewers, Gerlind Clausen-Franzke und Birgitt Rohde, Leiterin der Regionalstelle West, vor den Räumlichkeiten in Harsewinkel
Die vier von der Regionalstelle West in Harsewinkel (v.l.): Melanie Flöthmann, Doris Ewers, Gerlind Clausen-Franzke und Birgitt Rohde, Leiterin der Regionalstelle West. Seit Januar ist Doris Ewers gemeinsam mit Gerlind Clausen-Franzke für Adoptionsvermittlungen im Kreis Gütersloh zuständig. Melanie Flöthmann ist die neue Kollegin im Pflegekinderdienst.

"Ich freue mich, dass die Regionalstelle West diese Aufgabe nun für den gesamten Kreis Gütersloh wahrnimmt", erklärt Birgitt Rohde, Leiterin der Regionalstelle West. Auch gibt es seit Anfang diesen Jahres je ein neues Gesicht in der Adoptionsvermittlungsstelle und im Pflegekinderdienst in Harsewinkel.

Doris Ewers (Telefon 05247/9235-71) ist bereits seit 1990 Mitarbeiterin im Pflegekinderdienst. Gemeinsam mit Gerlind Clausen-Franzke (Telefon 0524/9235-57) kümmert sich Ewers nun seit Januar um Adoptionsvermittlungen. Für ihre Aufgaben im Pflegekinderdienst der Regionalstelle West ist jetzt Melanie Flöthmann (Telefon 05247/9235-68) zuständig. Auch Flöthmann ist langjährige Mitarbeiterin beim Kreis Gütersloh, seit 2000 war sie im Bezirkssozialdienst Versmold des Kreisjugendamtes tätig.

"Die Vermittlung von Adoptionen ist nicht unsere einzige Aufgabe", berichtet Clausen-Franzke. "Wir beraten auch die abgebenden Eltern über alle Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung. Außerdem schulen wir die Bewerber und bereiten sie auf eine Adoption vor. Danach müssen wir sehr genau schauen, welches Kind zu welchen Adoptiveltern passt." Eine Adoption müsse in jedem Fall gut vorbereitet werden. Das Wohl des Kindes stehe dabei grundsätzlich im Vordergrund.

Auch Adoptiveltern und -kinder finden bei den beiden immer ein offenes Ohr. "Ein Adoptivkind wird immer ein besonderes sein", erklärt Ewers. Schon früh drängen sich die ersten Fragen auf: "Woher komme ich?" "Warum wollten meine leiblichen Eltern mich nicht?" Die Eltern und die Kinder hier zu begleiten und zu beraten sei enorm wichtig.

Eine gute Möglichkeit mit anderen Betroffenen in Kontakt zu kommen, sei der Adoptionstreff für Adoptiveltern und ihre Kinder, der alle zwei Monate im Gemeindehaus in Herzebrock stattfindet. Den Kontakt zu der Gruppe vermittelt Clausen-Franzke gerne.

Die Adoptionsvermittlungsstelle hilft auch bei der Suche nach den leiblichen Eltern. Gerade die Nachfragen erwachsener Adoptierter haben zugenommen, da sie sich oft erst nach dem Tod der Adoptiveltern auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern machen. "Häufig haben sie Angst, ihre Adoptiveltern mit Fragen nach ihren Wurzeln zu verletzen", erklärt Clausen-Franzke.

Bei der Schulung der Bewerber, die ein Kind adoptieren wollen, wird häufig deutlich, dass sich viele auch die Aufnahme eines Pflegekindes vorstellen können. So ist es nicht verwunderlich, dass die Adoptionsvermittlungsstelle und der Pflegekinderdienst eng zusammen arbeiten.

Die Zahl der klassischen Adoptionen im Kreis Gütersloh ist gesunken. Durchschnittlich sind es zwei bis drei Neugeborene pro Jahr, die zur Adoption freigegeben werden. Das liegt unter anderem daran, dass es heute kein Problem mehr ist, Kinder in Deutschland groß zu ziehen, notfalls auch alleine. Es gibt das Elterngeld und auch die Kinderbetreuung hat sich erheblich verbessert. "Da ist die Aufnahme eines Pflegekindes für die Bewerber oft eine echte Alternative. Vom psychologischen Hintergrund unterscheiden sich Adoptiv- und Pflegekinder nicht. Auch Pflegekinder können im Laufe der Betreuung adoptiert werden, vorausgesetzt sie werden von ihren leiblichen Eltern zur Adoption zu Gunsten der Pflegeeltern freigegeben", erklärt Flöthmann.

Gemeinsam mit Clausen-Franzke, Ewers und vier weiteren Kolleginnen betreut und berät sie 145 Pflegekinder und ihre Familien im Kreis Gütersloh. Der Pflegekinderdienst ist sowohl in der Regionalstelle West in Harsewinkel als auch in den Regionalstellen Ost in Rietberg und Nord in Halle erreichbar.

Weitere Informationen zur Adoptionsvermittlungsstelle und zum Pflegekinderdienst sowie sämtliche Kontaktdaten und örtliche Zuständigkeiten der Mitarbeiterinnen sind unter Service von A-Z, Stichwort: "Adoption" und Stichwort "Pflegekinderdienst" erhältlich.