Arbeitsmarktprogramm 2013: Intensive Diskussion über Zielgruppen

Gütersloh, 30.01.2013. Intensiv wurde im Arbeitsmarktausschuss am Dienstag, 29. Januar, über die Zielgruppen des Arbeitsmarktprogramms 2013 diskutiert. Nach Anträgen von FWG/UWG sowie SPD und Grünen sollen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, Migrantinnen und Großfamilien verstärkt in den Blick genommen werden.

Schild im Eingangsbereich des Jobcenters in Halle mit Schriftzug Jobcenter Kreis Gütersloh
Der Eingangsbereich des Jobcenters in Halle/Westf.

Aktuelle statistische Daten der Agentur für Arbeit belegen: Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen im Kreis Gütersloh ist die niedrigste in OWL.

Während die Stadt Bielefeld mit 8,2 Prozent und der Kreis Lippe mit 6,9 Prozent die höchsten Jugendarbeitslosenquoten im Dezember 2012 verzeichneten, waren im Kreis Gütersloh 4,3 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeitslos. Lediglich 1,9 Prozent (428) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren davon im Leistungsbezug des Jobcenters des Kreises Gütersloh.

"Wir tun bereits heute sehr viel für Jugendliche und junge Erwachsene, sei es bei der Berufsvorbereitung oder bei der Ausbildungsplatz-Vermittlung", erklärte Fred Kupczyk, Leiter des Fachbereichs Jobcenter.

Fred Kupczyk
Fred Kupczyk, Leiter des Fachbereichs Jobcenter

Im Bereich der Ausbildungsstellenvermittlung wurden die vereinbarten Ziele deutlich übertroffen. "Statt der vereinbarten 35 Prozent haben wir über 50 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im vergangenen Jahr in eine Ausbildung vermittelt", berichtete Rolf Erdsiek, Leiter der Abteilung Fallmanagement. In diesem Jahr läuft zudem die Umsetzung des neuen Übergangssystems NRW im Kreis Gütersloh an, das Jugendliche noch besser bei der Berufsorientierung, Berufswahl und beim Eintritt in eine Ausbildung unterstützen soll.

Dennoch wird das Jobcenter die Daten der unter 25-Jährigen nach gemeinsamen Merkmalen filtern. Dadurch sollen Ansatzpunkte für neue Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene gefunden werden. Gleichzeitig sollen Fördermittel des Bundes und des Landes NRW für mögliche Projekte erschlossen werden.

Auf Antrag von FWG/UWG wird das Jobcenter für Migrantinnen ein Konzept entwickeln, wie diese besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können. "Integrierte Mütter sorgen für integrierte Kinder", erläuterte Dr. Annegreth Schütze, Vorsitzende des Arbeitsmarktausschusses, den Antrag ihrer Fraktion.

Positiv wurde das Projekt "Generation Gold" für über 50-Jährige Leistungsbezieher von der Politik bewertet. Im vergangenen Jahr nahmen 216 Bewerber an dem Projekt teil, 78 davon konnten erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden. "Für ältere Bewerber ist es nach wie vor äußerst schwierig, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Trotzdem haben wir damit unsere Zielvorgaben zu über 95 Prozent erreicht", berichtete Thomas Wellhäuser, Leiter der Abteilung Arbeitsvermittlung. In diesem Jahr werden nach heutigem Stand 200 über 50-Jährige an dem 6-monatigen Programm teilnehmen. Ziel ist es, mindestens 84 dieser Teilnehmer zu vermitteln.

Kupczyk: "Als Jobcenter für den gesamten Kreis Gütersloh haben wir den großen Vorteil, dass wir eng mit den Kommunen, mit Abteilungen im Kreishaus und den weiteren Akteuren der Sozial-, Wirtschafts- und Bildungspolitik verzahnt sind. Diese regionalen Netzwerke wollen wir in diesem Jahr weiter stärken, so dass wir in der Arbeitsvermittlung und im gezielten Abbau der Vermittlungshemmnisse unserer Bewerber noch besser werden."

Die von den Fraktionen eingebrachten Punkte wird das Jobcenter nun im Arbeitsmarktprogramm ergänzen. In der Sitzung des Kreisausschusses am 25. Februar soll das Arbeitsmarktprogramm 2013 verabschiedet werden.