Ausstellungseröffnung am 7. Mai: Frauen in der Altenpflege kommen zu Wort

Gütersloh, 05.04.2012. In Deutschland sind über 2,3 Millionen alte Menschen pflegebedürftig, Tendenz deutlich steigend. Allein in OWL sind fast 54.000 alte Menschen auf Pflege angewiesen, davon leben 8.440 im Kreis Gütersloh. Und wer pflegt? In erster Linie sind es Frauen, die in der Pflege arbeiten oder Angehörige pflegen.

Nikola Weber, Eva Sperner und Ellen Wendt mit dem Plakat zur Ausstellung
Laden ein zur Ausstellung mit dem Titel "Frauen in der Altenpflege" und zur Informationsveranstaltung "Und dann hole ich mir Hilfe ins Haus..." zum Thema häusliche Pflege (v.l.): Nikola Weber, Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh, Eva Sperner, Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Halle/Westfalen und Ellen Wendt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Gütersloh.

Dies geschieht häufig bei relativ schlechter Bezahlung, geringen Aufstiegschancen, hoher Arbeitsbelastung oder verbunden mit dem Spagat, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Die Perspektive von Pflegenden in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken ist deshalb das Anliegen der Ausstellung "Frauen in der Altenpflege kommen zu Wort", die von der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in Ostwestfalen-Lippe (OWL) erarbeitet wurde. Die Ausstellung ist im Rahmen der Europa-Woche vom 7. bis zum 18. Mai im Kreishaus Gütersloh zu sehen.

2012 ist das europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität der Generationen. Und dies wird nirgends so gelebt wie in der Pflege. Darin sind sich die Veranstalterinnen Nikola Weber, Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh, Monika Nopto, Abteilung Soziales des Kreises Gütersloh und die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Halle/Westfalen und des Kreises Gütersloh Eva Sperner und Ellen Wendt einig. Die Europäische Union rückt die Konsequenzen des Demographischen Wandels in den Blick und fordert dazu auf, Projekte und Konzepte für eine älter werdende Gesellschaft zu entwickeln. Dazu gehört selbstverständlich auch die Perspektive der Pflegesituation für eine steigende Anzahl von älteren Menschen.

Die Ausstellung zeigt die Situation der pflegenden Frauen. Damit sind Töchter, Ehefrauen und Schwiegertöchter gemeint, die die häusliche Pflege übernehmen. Aber auch Nachbarinnen und Freundinnen, die sich ehrenamtlich beteiligen, und ebenso die zunehmende Zahl ausländischer Frauen, die in deutschen Haushalten die Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Pflegebedürftigen leisten. Zudem richtet die Ausstellung den Blick auf examinierte Pflegekräfte und auf Frauen, die ohne einschlägige Qualifikation als Minijobberinnen in der Pflege arbeiten. Gemeint sind Pflegekräfte in der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege, Teilzeitkräfte, in Schichtarbeit und Nachtpflege - eben alle Frauen, die den Pflegebetrieb rund um die Uhr am Laufen halten.

16 Frauen aus ganz Ostwestfalen-Lippe, davon 2 aus dem Kreis Gütersloh, haben sich für das Ausstellungsprojekt fotografieren lassen und in Gesprächen über ihre Erfahrungen in der Pflege berichtet. Die beteiligten Frauen sind zwischen 22 und 78 Jahre alt, ihre Berufserfahrungen und pflegerischen Einsatzorte spiegeln das Thema "Frauen in der Altenpflege" in seiner ganzen Vielfalt wider.

Die Ausstellung wird am 7. Mai um 17 Uhr im Kreishaus Gütersloh von Landrat Sven Georg Adenauer eröffnet. Eva Sperner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Halle/Westfalen, die maßgeblich an der Erstellung der Ausstellung mitgearbeitet hat, wird in die Ausstellung einführen.

In Ergänzung zur Ausstellung findet am 11. Mai um 16 Uhr ebenfalls im Kreishaus Gütersloh unter dem Titel "Und dann hole ich mir Hilfe ins Haus..." eine Informationsveranstaltung zum Thema häusliche Pflege im Kreis Gütersloh statt. Betroffene und/oder interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich über häusliche Pflege im Alltag zu informieren. Neben einem Überblick über die Angebote zur Unterstützung im Kreis Gütersloh wird der Einsatz ausländischer Pflegekräfte thematisiert.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Abteilung Soziales des Kreises Gütersloh, den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Halle/Westfalen und des Kreises Gütersloh sowie dem Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh durchgeführt. Eine Anmeldung zur kostenlosen Teilnahme ist nicht erforderlich. Der Zugang zur Ausstellung und zur Veranstaltung ist auch für gehbehinderte Menschen möglich.