Besuchsdienst bei über 500 Familien in 2011: Information und Hilfe für junge Eltern

Rietberg/Schloß Holte-Stukenbrock/Langenberg, 07.05.2012. Welche Freizeit- und Betreuungsangebote für Kleinkinder gibt es? Wo ist der nächste Kinderarzt? Wie vermeidet man Gesundheitsrisiken? Diese und viele weitere Fragen stellen sich alle frisch gewordenen Eltern.

Team des Besuchsdienstes
Tauschen sich über die Erfolge des Besuchsdienstes aus (v.l.): Ute Majka (ehemals Besuchsdienst Rietberg), Esther Hartmann (Besuchsdienst Rietberg), Ingrid Klefke (Regionalstelle Ost, Netzwerk "Frühe Hilfen"), Marion Hoffmann (Besuchsdienst Langenberg), Marlies Sommerkamp (Regionalstellenleiterin Ost), Kerstin Raeder (Besuchsdienst Schloß Holte-Stukenbrock), Birgit Kaupmann (Fachbereichsleiterin Familienhilfe der Caritas) und Katharina Kneuper (Sozialpädagogische Fachkraft im Kreisfamilienzentrum Rietberg).

In Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Langenberg bekommen diese die Antworten auf ihre Fragen direkt ins Haus geliefert.

Seit rund fünf Jahren besucht der Besuchsdienst die jungen Mütter und Väter kurz nach der Geburt ihres Kindes und versorgt diese mit wichtigen Informationen. Über 500 Familien haben in Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Langenberg im vergangenen Jahr so ganz früh erfahren, wo sie Unterstützung bekommen. Und wer freut sich nicht über Besuch? Besonders wenn dieser ein Willkommens-Geschenk mitbringt. "In Langenberg bekommen die Eltern einen 40-Euro-Gutschein für Elternkurse und selbstgestrickte Söckchen für das Kind. Die Eltern in Rietberg können sich über Jahreskarten für die ganze Familie für die Landesgartenschau freuen und in Schloß Holte-Stukenbrock erhalten die Eltern ein Handtuch, ein Stoffbilderbuch und ein Paket mit Rauchmelder, Steckdose und mehr", erzählt Marion Hoffmann, die für den Besuchsdienst in Langenberg zuständig ist.

Besonders wichtig ist der Elternordner. In diesem befinden sich gebündelt Informationen über Ärzte, Kursangebote, die sogenannten Frühuntersuchungen U1 bis U9 und vieles mehr. Thema Nummer 1 bei den Gesprächen ist die Kinderbetreuung. Denn viele Eltern wollen zeitig wieder zurück in den Beruf. "Stark nachgefragt wird auch", so Hoffmann, "der Kontakt zu anderen Eltern in Baby-Cafes, Pekip-Kursen oder Krabbelgruppen in den Familienzentren."

Der kreisweite Besuchsdienst wurde 2007 im Jugendhilfeausschuss als Reaktion auf das Bundeskinderschutzgesetz beschlossen, das die Information der Eltern über Unterstützungsangebote anordnet, und erfolgt in Kooperation mit den Kreisfamilienzentren. Die Caritas Gütersloh wurde mit der Aufgabe beauftragt, die frischgebackenen Eltern und ihr Kind zu begrüßen und mit Informationen zu versorgen. "Der Besuchsdienst ist ein tolles Angebot, um früh informiert zu sein und im Problemfall schnell auf Hilfe zurückgreifen zu können", erklärt Birgit Kaupmann, Fachbereichsleiterin der Familienhilfe Caritas. "Durch die frühe Information und Unterstützung kann Krisen vorgebeugt werden."

Das Angebot ist freiwillig und hat einen Informations- und Service-Charakter. Absagen gibt es so gut wie keine. In einem Willkommensbrief des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin werden die Eltern darüber informiert, dass eine Mitarbeiterin des Besuchsdienstes sich bei ihnen melden wird. Danach nimmt die Mitarbeiterin Kontakt zu den Eltern auf und macht mit ihnen einen Termin aus.

"Wir haben viel positive Resonanz auf unseren Besuchsdienst erfahren", erzählt Kerstin Raeder, die für Stadt Schloß Holte-Stukenbrock zuständig ist. "Über 90 Prozent der Eltern nehmen das Angebot an und freuen sich über die Hilfe. Viele kommen sogar nach ein oder zwei Jahren wieder in das Kreisfamilienzentrum und fragen, wie das noch mal mit dem einen oder dem anderen Angebot war."

Der Besuchsdienst ist keine einmalige Aktion, auch bei dem zweiten, dritten und vierten Kind kommen die Mitarbeiterinnen bei den Familien vorbei. "Beim zweiten Besuch steht nicht mehr die Information im Vordergrund, sondern das persönliche Gespräch, bei dem die Eltern von ihren Erfahrungen erzählen und Fragen stellen können", erläutert Birgit Kaupmann.

In Rietberg hat es zum 1. April einen Personalwechsel geben. Caritas-Mitarbeiterin Ute Majka, die hauptberuflich in einem Krankenhaus beschäftigt ist, hat aus beruflichen Gründen ihr Engagement beendet. Esther Hartmann, Diplom-Sozialarbeiterin und -pädagogin, hat als ihre Nachfolgerin den Besuchsdienst übernommen: "Ich freue mich und bin gespannt auf die neue Aufgabe." Die 47-jährige Mutter von vier Kindern wohnt in Rheda-Wiedenbrück und hat auch schon Tagesmütter ausgebildet.