Besuchsdienst: Information und Hilfe für junge Eltern

Rietberg, 28.03.2012. Welche Freizeit- und Betreuungsangebote für Kleinkinder gibt es? Wo ist der nächste Kinderarzt? Wie vermeidet man Gesundheitsrisiken? Diese und viele weitere Fragen stellen sich alle frisch gewordenen Eltern. In Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Langenberg bekommen diese die Antworten auf ihre Fragen direkt ins Haus geliefert.

Team des Besuchdienstes
Tauschen sich über die Erfolge des Besuchsdienstes aus: 1.Reihe v.l.na.r.: Ute Majka (Besuchsdienst Rietberg), Esther Hartmann (Besuchsdienst Rietberg), Marion Hoffmann (Besuchsdienst Langenberg), Kerstin Raeder (Besuchsdienst Schloß Holte-Stukenbrock) 2.Reihe v.l.n.r.: Ingrid Klefke (Regionalstelle Ost, Netzwerk "Frühe Hilfen"), Marlies Sommerkamp (Regionalstellenleiterin Ost), Birgit Kaupmann (Fachbereichsleiterin Familienhilfe der Caritas), Katharina Kneuper (Sozialpädagogische Fachkraft im Kreisfamilienzentrum Rietberg)

Seit rund fünf Jahren besucht der Besuchsdienst die jungen Mütter und Väter kurz nach der Geburt ihres Kindes und versorgt diese mit wichtigen Informationen. Und wer freut sich nicht über Besuch? Besonders wenn dieser ein Willkommens-Geschenk mitbringt. "In Langenberg bekommen die Eltern einen 40 Euro-Gutschein für Elternkurse und selbstgestrickte Söckchen für das Kind. Die Eltern in Rietberg können sich über Jahreskarten für die ganze Familie für die Landesgartenschau freuen und in Schloß Holte-Stukenbrock erhalten die Eltern ein Handtuch, ein Stoffbilderbuch und ein Paket mit Rauchmelder, Steckdose und mehr", erzählt Marion Hoffmann, die für den Besuchsdienst in Langenberg zuständig ist. Besonders wichtig ist der Elternordner. In diesem befinden sich gebündelt Informationen über Ärzte, Kursangebote, die sogenannten Frühuntersuchungen U1 bis U9 und vieles mehr.

Der kreisweite Besuchsdienst wurde 2007 im Jugendhilfeausschuss als Reaktion auf das Bundeskinderschutzgesetz, das die Information der Eltern über Unterstützungsangebote anordnet, beschlossen und funktioniert in Kooperation mit den Kreisfamilienzentren. Der Kreis Gütersloh beauftragt kommunale Träger, wie in diesem Fall die Caritas Gütersloh, mit der Aufgabe, die frischgebackenen Eltern und ihr Kind zu begrüßen und mit Informationen zu versorgen. "Der Besuchsdienst ist ein tolles Angebot, um früh informiert zu sein und im Problemfall schnell auf Hilfe zurückgreifen zu können", erklärt Birgit Kaupmann, "durch die frühe Information und Unterstützung kann Krisen vorgebeugt werden."

Das Angebot ist freiwillig und hat einen Informations- und Service-Charakter. In einem Willkommensbrief des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin werden die Eltern darüber informiert, dass eine Mitarbeiterin des Besuchsdienstes sich bei ihnen melden wird. Danach nimmt die Mitarbeiterin Kontakt zu den Eltern auf und macht mit ihnen einen Termin aus.

"Wir haben viel positive Resonanz auf unseren Besuchsdienst erfahren", erzählt Kerstin Raeder, die für Stadt Schloß Holte-Stukenbrock zuständig ist "90 Prozent der Eltern nehmen das Angebot an und freuen sich über die Hilfe. Viele kommen sogar nach ein oder zwei Jahren wieder in das Kreisfamilienzentrum und fragen, wie das noch mal mit dem einen oder dem anderen Angebot war."

Der Besuchsdienst ist keine einmalige Aktion, auch bei dem zweiten, dritten und vierten Kind kommen die Mitarbeiterinnen bei den Familien vorbei. "Beim zweiten Besuch steht nicht mehr die Information im Vordergrund, sondern das persönliche Gespräch, bei dem die Eltern von ihren Erfahrungen erzählen und Fragen stellen können", erläutert Birgit Kaupmann, Fachbereichsleiterin der Familienhilfe der Caritas.

In Rietberg wird es zum 1. April einen Personalwechsel geben. Die bisherige Caritas Mitarbeiterin Ute Majka hört aus beruflichen Gründen auf und Esther Hartmann wird als ihre Nachfolgerin den Besuchsdienst übernehmen. "Ich freu mich auf die nächste Zeit und bin gespannt auf die neue Aufgabe", verrät die Diplomsozialpädagogin.