Bordellbetrieb ist unzulässig: Kreis Gütersloh geht gegen Wohnungsprostitution vor

Versmold/Gütersloh, 20.03.2012. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind, hat der Kreis Gütersloh dem Eigentümer des Gebäudes Wersestraße 11 in Versmold, in dem offensichtlich mehrere Frauen der Prostitution nachgehen, eine Anhörung zur Nutzungsuntersagung zugeschickt.

Frauenbeine in Nylonstrümpfen mit Geldscheinen im Strumpfband

Er kann jetzt zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Danach entscheidet der Kreis abschließend, ob der Bordellbetrieb eingestellt werden muss. Gegen die Verfügung des Kreises kann der Eigentümer allerdings Rechtsmittel einlegen.

Die Bauaufsichtsbehörde des Kreises Gütersloh war zusammen mit der Polizei und dem städtischen Ordnungsamt Beschwerden nachgegangen, dass in dem Gebäude an der Wersestraße ein Bordell untergebracht ist. Dieses Gebäude liegt gegenüber dem Aabach-Gelände, auf dem die AWO erhebliche Investitionen tätigen möchte. Unter anderem ist hier der Neubau einer Kindertagesstätte geplant.

In mehreren Ortsbesichtigungen sowohl durch Mitarbeiter der Polizei, des städtischen Ordnungsamtes und der unteren Bauaufsicht des Kreises Gütersloh wurde die Sachlage in dem unscheinbaren Mehrfamilienwohnhaus ermittelt. Bei den Ermittlungen wurden Frauen thailändischer und osteuropäischer Herkunft angetroffen. Die Meldesituation ist trotz einiger Indizien, die für einen häufigeren personellen Wechsel sprechen, zunächst unverfänglich. Anders die Internetpräsenz, die einen eindeutigen Bezug zum Standort und Prostitution aufzeigt.

Bei einer gewerblichen Nutzung von zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden handelt es sich um eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung. Eine gewerbliche Nutzung könnte schon bei einem "Begleitservice" oder "Entspannungsmassage" gegeben sein. Aus dem Gesamtbild der Recherchen ergibt sich, dass über die offiziellen Gewerbeanmeldungen hinaus Indizien dafür sprechen, dass hier Wohnungsprostitution betrieben wird.

Für diese gewerbliche Nutzung der bisher ausschließlich zu Wohnzwecken genehmigten Räumlichkeiten ist eine Baugenehmigung erforderlich, die bisher weder beantragt noch erteilt worden ist. Da das Gebäude in einem allgemeinen Wohngebiet liegt sind hier gewerbliche Nutzungen nur unter engen Voraussetzungen zulässig. Wohnungsprostitution ist in einem solchen Gebiet unzulässig. Da eine solche Nutzungsänderung offensichtlich nicht genehmigungsfähig ist, musste die Baugenehmigungsbehörde einschreiten. Eine so genannte Nutzungsuntersagung ist dabei der rechtskonforme Schritt.