Einsatz des Jugendamtes an Altweiberfastnacht und Rosenmontag: Jugendschutzstelle half drei Jugendlichen

Rietberg, 29.02.2012. Orientierungslos, alkoholisiert, hilflos, zum Heulen zumute – wenn an Altweiberkarneval oder Rosenmontag Jugendliche oder Kinder im DRK-Einsatzzentrum in der Realschule Hilfe finden, reicht die medizinische Versorgung nicht immer aus.

Marlies Sommerkamp, stellvertretende Regionalstellenleiterin
Hat von ihrem Büro im Gebäude Rügenstraße 1 aus einen guten Überblick über die Karnevalsparty in Rietberg: Marlies Sommerkamp, stellvertretende Regionalstellenleiterin.

Zum zweiten Mal nach 2011 waren an den Karnevalstagen deshalb auch Diplom-Sozialarbeiterinnen Marlies Sommerkamp mit zwei Kollegen im Einsatz. Die Leiterin der Regionalstelle Süd der Abteilung Jugend, Familie und Sozialer Dienst des Kreises Gütersloh war selbst an beiden Tagen im Einsatz. Bilanz: Drei Jugendlichen im Alter von 14 bis 15 Jahren mussten sie helfend zur Seite springen.

"Es macht einfach Sinn, die Eltern nicht alleine zu lassen in der Situation", lautet das Fazit von Sommerkamp. Die Ersthelfer vom DRK können häufig nur die Folgen des Alkoholmissbrauchs lindern und die Eltern informieren. Aber dann müssen sie zum nächsten Einsatz. Sommerkamp und Kollegen kümmern sich um Eltern und Kinder, sie werden mit dem Problem nicht alleine gelassen. "Wenn man merkt, es gibt da Probleme, die über Karneval hinaus gehen, sprechen wir das an." In einem Fall schloss sich auch ein Termin zur Erziehungshilfe an. Herangezogen werden die Diplom-Sozialarbeiterinnen des Kreises Gütersloh nur bei Kindern und jungen Jugendlichen.

Im vergangenen Jahr waren sie zum ersten Mal auf Wunsch der Polizei mit im Einsatz in der Karnevalshochburg Rietberg. Personell sei die Polizei, die in Sachen Jugendschutz und Sicherheit unterwegs sei, nicht in der Lage gewesen, die Betreuung zu übernehmen. Und auch das DRK könne über die medizinische Versorgung hinaus nur begrenzt die weitere Betreuung übernehmen.

Zum Thema: Jugendschutzgesetz

Vor dem Hintergrund erinnert das Jugendamt des Kreises Gütersloh alle Eltern und Erwachsenen an die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes.

  • Der Genuss von Tabakwaren durch Jugendliche (unter 18-Jährige) ist gänzlich verboten
  • Bier und Wein dürfen erst von Jugendlichen ab 16 Jahren getrunken werden
  • Hochprozentige Spirituosen und so genannte Alkopops sind für Jugendliche absolut tabu (Mindestalter 18 Jahre)
  • Der Aufenthalt in Diskotheken und Gaststätten von Jugendlichen unter 16 Jahren ist nur in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person erlaubt
  • 16- und 17-jährige Jugendliche dürfen sich ohne Begleitung eines Erziehungsbeauftragten bis längstens 24 Uhr dort aufhalten