Elterninformation Schule - Ausbildung - Beruf: Zukunftssichere Ausbildungen und Jobs gesucht

Gütersloh. Sie ist die größte Syrisch-Orthodoxe Kirchengemeinde in Deutschland, entsprechend groß war die Resonanz auf die Eltern-Informations-Veranstaltung "Schule – Ausbildung – Beruf" am vergangenen Sonntag (26. Februar): Rund 350 Besucher waren ins Gemeindezentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochia der Kirchengemeinde St. Maria gekommen.

Zeycan Yesilkaya und Melki Cilgin
Zogen eine positive Bilanz nach der Eltern-Informations-Veranstaltung im Gemeindezentrum St. Maria: Zeycan Yesilkaya und Melki Cilgin.

Und eines treibt viele der Gemeindemitglieder um, wurde immer wieder deutlich: Der zukunftssichere Job, die Ausbildung mit Perspektive. "Das Interesse ist sehr groß, einen Berufszweig zu wählen, der eine positive Zukunft verspricht", berichtet Melki Cilgin, Schriftführer der Kirchengemeinde und Jurist.

Stadt Gütersloh, Kreis Gütersloh und die Kirchengemeinde St. Maria hatten die öffentliche Informationsveranstaltung, zu der auch Nicht-Gemeindemitglieder willkommen waren, im Rahmen des Programms "Perspektive Berufsabschluss" gemeinsam organisiert. Nach diversen Vorträgen über beispielsweise das Bildungssystem und die heimische Wirtschaft standen zahlreiche Gesprächspartner auf einem Markt der Möglichkeiten Rede und Antwort.

"Interkulturelle Elternarbeit ist ein wichtiger Baustein des Projekts Perspektive Berufsabschluss", betont Zeycan Yesilkaya vom Bildungsbüro des Kreises Gütersloh. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und Entwicklung finanziert das Projekt. "Viele Eltern haben ein großes Interesse daran, dass es ihren Kindern künftig einmal besser geht als ihnen, dass sie bessere Schulabschlüsse und bessere Ausbildungen machen."

Eltern seien die ersten Berufsberater ihrer Kinder, das sei auch bei den Suryoye (Aramäer/Assyrer) so. Aber: Die meisten hätten nur die jeweils zehn beliebtesten Ausbildungsberufe für Männer und Frauen im Kopf. "Viele wissen nicht, dass es rund 350 Ausbildungsberufe gibt", verdeutlicht Yesilkaya ein Problem, dem sie mit solchen Veranstaltungen begegnen will.

Wenn es um die richtige Branche für Ausbildung und Beruf geht, ist Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT, ein gern gesehener Gesprächspartner. So auch am Sonntag im Gemeindezentrum St. Maria. Pförtner: "Wenn ich es plakativ ausdrücken soll: Wer gut rechnen kann, findet im Kreis Gütersloh auch einen Job." Sämtliche Berufe in den Arbeitsfeldern Metall und Technik seien gefragt - eben die viel zitierten MINT-Berufe und -Arbeitsfelder (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Zudem sei der Standort Kreis Gütersloh geprägt durch eine starke Logistik- und Ernährungsbranche.

Für Melki Cilgin und seine Kollegen vom Kirchenrat war die Eltern-Informationsveranstaltung nur ein Baustein: "Wir haben als große Kirchengemeinde erkannt, dass wir eine Verantwortung haben, allen Jugendlichen im Kreis Gütersloh in Ausbildungs- und Berufsfragen zu helfen." Er dankte ausdrücklich allen Teilnehmern, die am Sonntag diese Aufgabe zu ihrem Auftrag gemacht haben. Außer Yesilkaya und Pförtner waren mit von der Partie: Frank Hübenet (Agentur für Arbeit Bielefeld), Annette Carta (Jobcenter Kreis Gütersloh), Manfred Flocke (Integrationsbeauftragter Kreis Gütersloh), Alexandra Kramme (Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe), Michael Kaiser (Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld), Margareta Masjosthusmann, Edith Mathmann (Kreisschulpflegschaft Gütersloh), Jürgen Bambor (Jugendmigrationsdienst der Diakonie Gütersloh), Doris Baggeröhr (AWO Fachdienste für Migration und Integration), Behiye Shemunkasho, Christel Kunz, Anila Börger (MiMi - Mit Migranten für Migranten) und Anna Plattner (Bildungsbüro Kreis Gütersloh).

Weitere Informationen zu den Zielen von Perspektive Berufsabschluss im Internet unter www.perspektive-berufsabschluss.de