European Energy Award (eea) - Kreis Gütersloh bleibt am Ball: Mit Klimaschutzkonzept "Goldmedaille" einfahren

Gütersloh, 13.06.2012. "Wir sind auf einem guten Weg, im nächsten Jahr die 75-Prozent-Hürde zu schaffen und damit die höchste Auszeichnung beim Europäischen Energiewettbewerb - den Gold-Status - zu erlangen", erklärte Projektleiterin Ursula Thering in der Umweltausschuss-Sitzung des Kreises.

Alina Stieg mit dem Fahrrad vor dem European Energy Award 2010
2010 wurde der Kreis Gütersloh mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Die Auszeichnung hängt im Eingangsbereich des Kreisehauses in Gütersloh, weiß Alina Stieg, ehemalige Praktikantin der Pressestelle.

Bei der jüngsten internen Prüfung erreichte der Kreis 73 Prozent der möglichen Punkte - acht Prozentpunkte mehr als bei der Auszeichnung mit dem European Energy Award vor zwei Jahren, drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten internen Bestandsaufnahme im Mai 2011.

Das liege nicht zuletzt an einem hoch motivierten Energieteam aus Mitarbeitern der Verwaltung und einiger Tochtergesellschaften, mutmaßt die Projektleiterin. Kontinuierlich werden Maßnahmen geplant, gesteuert und gemeinsam mit dem externen Berater Reiner Tippkötter aus Emsdetten hinsichtlich der Effizienz bewertet. Der Fokus liegt dabei auf sechs Handlungsfeldern: Entwicklungsplanung / Raumordnung, kommunale Gebäude, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation.

Politische Beschlüsse stellen Weichen und bringen Punkte in den Bereichen "Entwicklungsplanung und Raumordnung" sowie kommunale "Gebäude und Anlagen". "Was uns weit nach vorn gebracht hat", freut sich Frank Scheffer, Leiter des Fachbereiches Bauen und Umwelt, "ist das Klimaschutzkonzept, die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin, das Ziel bis 2050 energieautark zu sein sowie die kreisweite Windpotenzialstudie."

NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel, Landrat Sven-Georg Adenauer und Landrat Dr. Olaf Gericke
NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel (l.) überreichte den Ländräten Sven-Georg Adenauer, Kreis Gütersloh, und Dr. Olaf Gericke (r.), Kreis Warendorf, den European Energy Award 2010.

Ein Meilenstein "Richtung Gold", sei auch die CO2-Bilanz auf Basis regionaler Daten, die seit Februar für das Kreisgebiet vorliegt. Besonders erfreulich: Die Bilanz wurde für jedes Stadt- und Gemeindegebiet separat erstellt.

"Laufend saniert der Kreis eigene Verwaltungsgebäude - was in 2011 Energie einsparte und zudem die erneuerbaren Energien förderte", so Thering: "Der Kreis betreibt mittlerweile drei Photovoltaikanlagen auf kreiseigenen Dächern mit über 200 Kilowatt Peak. Weitere Dächer sind Dritten zur Stromerzeugung bereitgestellt worden." Mit Hilfe eines externen Büros wurden Verbesserungen in Schulen und beim Wertkreis Gütersloh angepackt: optimierte Heizungsregelungen, Lüftungsverhalten und Beleuchtung. "Insbesondere die Hausmeister haben sich da stark engagiert", weiß Thering.

Auch aus anderen Handlungsfeldern gibt es Positives zu berichten: Am Kompostwerk in Gütersloh wird seit einigen Monaten aus einem Teil des Bioabfalls Biogas erzeugt, das in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verstromt wird. Für das anfallende Deponiegas auf der Deponie Westerwiehe mietete der Kreis ein BHKW an.

Der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe hat einige Bürgerbefragungen zum Leistungsangebot und zur Qualität durchgeführt sowie die Bewerbung seines Angebotes verstärkt. Durch Neuausschreibungen von Linienbündeln konnten vielerorts verbesserte Leistungen für Kernstadtbereiche erzielt werden Zur die Anbindung von Ortsteilen wird in mehreren Städten aktuell das Projekt "Bürgerbus" diskutiert. Für beispielhaft hält Tippkötter die gemeinsame Ausschreibung des Kreises mit den Kommunen zur Strombeschaffung sowie die gemeinsame Aktion ALTBauNEU.

Das Energieteam hat für die nächsten zwei Jahre ein Arbeitsprogramm zusammengetragen. Zusätzliche Impulse erhofft man sich aus den laufenden fünf Klimaschutz-Workshops, in denen sich zahlreiche Energie-Interessierte treffen.

Weitere Informationen zum eea-Prozess, zu den Prüfergebnissen und den geplanten Maßnahmen sind auf den Internetseiten des Kreises Gütersloh unter European Energy Award nachzulesen.

Auskunft erteilt Ursula Thering von der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises unter Telefon 05241 - 85 2762 oder per E-Mail geschützte E-Mail-Adresse als Grafik