Fracking im Kreis Gütersloh: Frühzeitige Beteiligung des Kreises gefordert

Gütersloh, 15.03.2012. Der Kreis Gütersloh fordert für die Zukunft eine frühe und umfassende Information und Beteiligung, wenn Unternehmen im Kreis Gütersloh nach Erdgas suchen. Anlass für die von Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, aufgestellte Forderung war ein Schreiben der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie (ehemals Landesoberbergamt).

Bohrturm zur Erdgasförderung

Der Kreis Gütersloh solle Stellung zu einem Antrag der Firma BNK Deutschland nehmen. Die will in einem abgesteckten Gebiet (Falke-South), das auch in den Kreis Gütersloh im Bereich Rietberg hineinragt, erkunden, ob Erdgas in unkonventionellen Lagerstätten vorhanden ist. Die Erdgasgewinnung solcher Vorkommen ist unter dem Namen Fracking bekannt.

"Das ist das erste Mal, dass wir überhaupt zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sind", erklärte Frank Scheffer im Umweltausschuss. Schon bisher hat es entsprechende Aufsuchungserlaubnisse aus Arnsberg für andere Bereiche im Kreis Gütersloh gegeben. Eine Stellungnahme indes konnte der Kreis Gütersloh nicht abgeben. "In dem Antrag sind keine näheren Beschreibungen zu den geplanten Arbeiten gegeben. Deshalb sehe ich mich nicht in der Lage, eine qualifizierte Stellungnahme abzugeben." Man könne jedoch davon ausgehen, dass zumindest das Wasserschutzgebiet Lippstadt - Lipperbruch, das auch nach Rietberg hineinragt, nicht mit den Plänen des Unternehmens in Einklang zu bringen ist.

Für die Zukunft fordert Scheffer deshalb nicht nur ausführlichere und frühzeitige Informationen durch den Antragsteller. Auch hält er eine Beteiligung der Standortgemeinden und des Kreises im weiteren Zulassungsverfahren für notwendig. Drittens, heißt es weiter in dem Brief an die Bezirksregierung Arnsberg, sollten keine weiteren Anträge wie der jetzt von BNK Deutschland eingereichte bearbeitet werden, bis das Land NRW die Untersuchungsergebnisse eines von ihm in Auftrag gegebenen Gutachtens vorgestellt hat. Wie bekannt hatten Wirtschafts- und Umweltministerium die Erdgasgewinnung mittels der Fracking-Methode gestoppt und so lange auf Eis gelegt, bis ein Gutachten die Risiken dieser umstrittenen Methode beleuchtet.

Viertens fordert der Fachbereichsleiter grundsätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Zulassungsverfahren. Bisher ist die nur für große Vorkommen mit einer Fördermenge von mehr als 500.000 Kubikmeter/Jahr vorgesehen. Und fünftens müsse jede wasserrechtliche Erlaubnis im Einvernehmen mit der regional zuständigen Wasserbehörde erfolgen - im Kreis Gütersloh ist dies die Untere Wasserbehörde in Scheffers Fachbereich.

Zum Thema - Fracking

Unter "Erdgasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten" beziehungsweise "Fracking" versteht man ein Verfahren, wobei ein Chemikalien-Wasser-Gemisch mit Hochdruck in das Gestein eingebracht wird und es somit aufbricht. Nachdem das Wasser abgepumpt wurde, sammelt sich Gas in den Hohlräumen und kann abgesaugt werden. Solche Gasvorkommen finden sich in NRW ab einer Tiefe von 1000 Meter.

Vor allem der Chemikalieneinsatz und die damit verbundene mögliche Gefährdung des Trinkwassers gelten als ein Problem bei dieser Art der Erdgasgewinnung. Es stellt sich aber zudem die Frage, wie die dafür benötigten großen Wassermengen beschafft und anschließend gereinigt beziehungsweise entsorgt werden können.