Gütersloh erhält ein Stück Heide zurück: 50 Hände buddeln für kulturhistorische Landschaft

Gütersloh, 23.02.2012. Die Stadt Gütersloh hat ein 1,2 Hektar großes Stück kulturhistorischer Landschaft zurück: 25 Bürger halfen in Gütersloh-Niehorst der Stadt einen Teil ihrer ursprünglichen Heide wiederzugeben. Mehr als zwei Stunden stachen, kniffen und sägten die Helfer, um Sträucher und Bäume zu entfernen, die der Heide das Licht rauben.

Zwei fleißige Helfer graben im Boden
Fleißige und unermüdliche Helfer entfernen Sträucher und Bäume, um die Heidelandschaft zu erhalten. In zwei Jahren ist ein erneuter Einsatz geplant. Der dürfte sich dann allerdings einfacher gestalten. Denn zweijährige Birken, Kiefern und auch Brombeeren lassen sich leichter entfernen. Foto: Jürgen Albrecht

Beim Buddeln und Sägen geholfen haben Mitglieder des Heimatvereins Isselhorst, Imker, Jäger, die Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz im Kreis Gütersloh e.V. (GNU) und eine Gruppe des Kiebitzhofes.

Unter einer Hochspannungsleitung der RWE an der L782 (Brockhagener Straße) Höhe der Straße "An den Sandgruben" war in Niehorst eine sogenannte Offenlandschaft entstanden, ein Gebiet, das nicht durch Sträucher und Bäume überschattet wird. Dank des Engagements des Eigentümers, der Firma Landwehr, die den Oberboden der Fläche abschob, des Stromanbieters RWE, des Fachbereiches Umwelt der Stadt Gütersloh und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Gütersloh, konnte sich hier eine Heidelandschaft in ihren ersten Stadien wieder entwickeln. Heideflächen gehören zum historischen Kulturgut der Stadt Gütersloh, sind aber sehr selten geworden.

Da auch Kiefern, Birken und Brombeeren diese nährstoffarmen, lichten Standorte mögen, würde sich diese Fläche ohne das Zutun des Menschen bald wieder bewalden. Ziel der "Aufräum"-Aktion war es, die biologische Vielfalt der Heide auf Dauer zu erhalten. Auch sollen sich die Bürger vor Ort mit diesem Lebensraum identifizieren.

Gruppenbild der Helfer
Beim Buddeln und Sägen geholfen haben Mitglieder des Heimatvereins Isselhorst, Imker, Jäger, die Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz im Kreis Gütersloh e.V. (GNU) und eine Gruppe des Kiebitzhofes. Foto: Jürgen Albrecht

Damit sie wissen, was sie schützen, werden der Fachbereich Umwelt der Stadt Gütersloh und die untere Landschaftsbehörde des Kreises Gütersloh gemeinsam mit der Biologischen Station zur Blüte im Frühjahr und Herbst Exkursionen in die Heide anbieten und die eigenartige und artenreiche Landschaft vorstellen. Entsprechende Termine wird der Kreis Gütersloh rechtzeitig bekanntgegeben.