Gutachterausschuss des Kreises informiert: Trend zu höherwertigen Wohnungen erkennbar

Gütersloh, 18.05.2012. Stabilität bei den Preisen für Grund und Boden für Ein- und Zweifamilienhäuser meldet der Gutachterausschuss rückwirkend fürs Jahr 2011. Die Kommission beobachtet die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt, wertet sie aus und macht sie für Bürger verfügbar.

Karte mit einem Überblick über die zu Jahresbeginn 2012 ermittelten Bodenrichtwerte in Euro pro Quadratmeter
Einen Überblick über die zu Jahresbeginn 2012 ermittelten Bodenrichtwerte in Euro pro Quadratmeter (inklusive Erschließungskosten) vermittelt die Kreisübersicht. Ausgenommen ist die Stadt Gütersloh, die ihre Werte selbst veröffentlicht. Die höchsten Bodenpreise für Wohnbauland wurden in Rheda-Wiedenbrück und Verl gezahlt, die niedrigsten in Borgholzhausen und in Versmold.

Um ein Prozent fielen die Preise in Steinhagen und Verl, ein Prozent stiegen sie in Harsewinkel, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Versmold. In den übrigen Kommunen blieben sie stabil. Das Stadtgebiet Gütersloh selbst hat einen eigenen Gutachterausschuss. Hier ist der Kreis nicht zuständig.

Mehr Bauplätze verkauft

Die Anzahl an verkauften Bauplätzen ist gegenüber 2010 um sechs Prozent gestiegen. Auch der Ausschuss wertete mehr Kaufverträge aus. Resultat aus über 2.600 Abschlüssen: Die höchsten Bodenpreise in mittleren Wohnlagen werden nach wie vor in den Städten Verl mit rund 175 Euro pro Quadratmeter und Rheda-Wiedenbrück mit rund 155 Euro pro Quadratmeter erreicht, die niedrigsten Preise in Versmold und Borgholzhausen mit 95 Euro pro Quadratmeter.

Geld- und Flächenumsatz gestiegen

490 Hektar wurden verkauft, was einen Erlös von rund 278 Millionen Euro erbrachte. Der Geldumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent, der Flächenumsatz um 50 Prozent.

Leicht steigende Preise bei Gewerbeflächen

Wer Gewerbeflächen erwerben wollte, musste sich in einigen Kommunen auf leichte Steigerungen einstellen. In Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Rheda-Wiedenbrück und Werther zogen die Preise an (zwei bis vier Prozent). Für einen Quadratmeter erschlossene Baufläche legten die Käufer zwischen 25 und 70 Euro auf den Tisch.

Neubaupreise für Ein- und Zweifamilienhäuser gestiegen

22 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser haben in 2011 den Besitzer gewechselt. Tief in die Tasche greifen mussten Interessenten bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern (plus drei Prozent), Reihen- und Doppelhäusern (plus sieben Prozent). Ein Beispiel: Beim Kauf einer neuen Doppelhaushälfte oder eines Reihenendhauses mit zirka 110 Quadratmetern Wohnfläche auf zirka 320 Quadratmetern Grund waren im Schnitt 227.000 Euro fällig.

Die Preise für gebrauchte Immobilien entwickelten sich unterschiedlich. Ältere Objekte, die vor 1980 errichtet wurden, sind im Preis gefallen. Nach 1980 errichtete Objekte sind stabil geblieben oder stiegen leicht.

Mehr Neubauwohnungen verkauft

Der Markt für Eigentumswohnungen ist 2011 gewachsen. 53 Prozent mehr Neubauwohnungen wurden verkauft. Eindeutig ist dabei der Trend zur gehobenen Ausstattung, wie Fahrstuhl im Gebäude und höherwertigen Materialien. Auch hier ein deutlicher Preisanstieg: Fünf Prozent Teuerung erfuhren gebrauchte Objekte, acht Prozent die Neubauwohnungen.

Im Kreisdurchschnitt beträgt das Preisniveau für Neubauwohnungen rund 2.000 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen für altengerechtes Wohnen haben sich nicht verteuert, hier wurden im Durchschnitt weiterhin 2.100 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erzielt.

Neu im Bürgerservice: Acker, Grünland, Forst und bebaute Flächen im Außenbereich

Die neuesten Bodenrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht können über das Internet eingesehen oder heruntergeladen werden. Erstmalig werden hier Bodenrichtwerte für Acker-, Grünland- und Forstflächen und für bebaute Grundstücke im Außenbereich (Wohnen und Gewerbe) dargestellt.

Die Einsicht ist gebührenfrei, ein amtlicher Bodenrichtwertausdruck kostet sechs Euro, der Grundstücksmarktbericht als Vollversion kann für 39 Euro bezogen werden. Diese Produkte können auch bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Kreis Gütersloh telefonisch bestellt werden. Die Gebühren sind dann allerdings höher. Der Gutachterausschuss schafft nicht nur Transparenz auf dem Immobilienmarkt, er erstellt auf Antrag auch gebührenpflichtige gerichtsfeste Verkehrswertgutachten für Immobilien.

Info und Kontakt

Bodenrichtwerte sehen und herunterladen: www.borisplus.nrw.de

Ausdrucke oder Berichte bestellen: Telefon 05241/85-1845/1844

Informationen rund um den Grundstücksmarkt einsehen: www.gutachterausschuss.kreis-guetersloh.de