Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh 2012: Heimat ist Programm, zum 30. Mal

Gütersloh/Werther, 17.11.2011. "Heimat" ist Programm im Jahrbuch des Kreises Gütersloh. Das gilt seit seinem ersten Erscheinen im Spätsommer 1982 und gilt auch für den jetzt im November 2011 erscheinenden Band. Er ist dann der 30. in dieser heimatkundlichen Serie.

Präsentation des Heimat-Jahrbuches beim Böckstiegel-Haus in Arrode/Werther
Präsentierten das Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh 2012 am Ort des Geschehens, dem Böckstiegel-Haus in Arrode/Werther. Anja Hanneforth hat in der aktuellen Ausgabe des Buchs einen Beitrag über das Erbe Böckstiegels verfasst (v.l.): Friedrich Fischer (Redaktionsleitung Heimat-Jahrbuch), Landrat Sven-Georg Adenauer, Dr. Rolf Westheider (Vorsitzender Kreisheimatverein), Manfred Beine (Archivar Rietberg und Redaktionsmitglied), Hans-Jörg Seiler (Flöttmann-Verlag), Eckhard Möller (Archivar Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz und Redaktionsmitglied), Ralf Othengrafen (Kreisarchivar), Friedrich Flöttmann (Flöttmann-Verlag) und Martin Maschke (Kreisheimatpfleger).

Die neueste Ausgabe stellt den Begriff "Heimat" ganz in den Vordergrund ihrer Betrachtungen. Mit der nicht ganz unberechtigten Frage, ob wir in unserer globalisierten Welt unsere Heimat vernachlässigt oder längst schon verloren haben. Und ob wir "Heimat" an anderer Stelle erst erkennen müssen, um sie uns selbst neu zu erwerben.

Erstaunlich genug: das Wort "Heimat" fällt im Augenblick an allen Orten und zu allen Anlässen - gerade im Zuge der Globalisierung unseres Erdballs. Das Heimat-Jahrbuch lässt denn auch zu diesem Thema den Redakteur Gisbert Strotdrees zu Worte kommen, der uns zur Begriffsgeschichte "Heimat" einen gekürzten Beitrag eines im Mai 2011 auf Einladung der Heimatvereine in Harsewinkel gehaltenen Vortrags geliefert hat.

Mit seinen rund 30 Beiträgen bleibt das Jahrbuch seiner Heimat im Kreis Gütersloh weiterhin verbunden. Geschichte wird lebendig mit den bei uns entdeckten archäologischen Funden aus der römischen Kaiserzeit. Mit den Ränkespielen um europäische Provinzen zwischen dem Fürsten Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg und Friedrich II. Wie Steinhagen noch Teil des "Königreichs Westphalen" war. Wie von einer 38 Meter hohen Säule in London der Gründungsvater Friedrichsdorfs über die britische Hauptstadt blickt.

Das Herzebrocker Geburtshaus von Caspar von Zumbusch wird Museum für den Bildhauer und Schöpfer monumentaler Denkmale. Der Kreis Gütersloh bewahrt in Werther das Erbe des Malers Peter August Böckstiegel. In St. Vit beginnt im damaligen Verstärkeramt eine kleine Rundreise durch die frühen Jahre der Telefonie, des Radiohörens und der Television. Und es erzählen uns die Greffener Schnatsteine von dem Jagdbezirk des Fürstbischofs Clemens August und dem "Haagen", der "von der Ems bisz auf die Hessel schnadet".

Von einem Ravensberger Pionier im Wilden Westen Amerikas wird berichtet, auf dessen Spuren die Gründung der Stadt Minden/Nevada führt. Die ersten Gaslaternen leuchteten 1862 in der Stadt Gütersloh unter ihrem Bürgermeister Louis von Schell. Der Kolon Johann Friedrich Schneiker aus Eggeberg/Stadt Halle richtet im Jahr 1800 wegen der Gefährdung seines Wassers durch den Bergbau im Teutoburger Wald seinen Hilferuf direkt an König Friedrich Wilhelm III. Jahrzehntelang streitet das Kloster Marienfeld mit dem Rietberger Grafenhaus um die in der Schlosskapelle zu lesende Weihnachtsmesse.

Für den Sport haben sich die Sparkassen und die Stadt Versmold zu einem Partnership-Projekt zusammengefunden. In Schloß Holte-Stukenbrock erwartet die Wanderer und die Radtouristen in der Senne die "Ems-Erlebniswelt" und im Naturschutzgebiet "Moosheide" die Emsquellen und ein weiteres Informationszentrum. Mit einem Schutzprogramm für die Weißstörche meldet sich die Stadt Rietberg. Ganz im Norden des Kreises wartet in Isingdorf/Stadt Werther der Klosterbach auf weiteren Schutz.

Unsere "Plattduitsken" repräsentiert im neuen Jahrbuch unser früherer Kreisheimatpfleger Heinrich Schürmann (1940 - 2008) mit "Usse Labyrinth, dat is nen Bisterpatt".

Das "Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh -180 Seiten, 29 Einzelbeiträge, mit einer Bücherschau neuerer heimatkundlicher Publikationen, reich bebildert und vierfarbig angelegt wird zum Preis von € 10,80 im örtlichen Buchhandel angeboten. Es kann auch über den Flöttmann Verlag Gütersloh direkt bezogen werden. Auflage: 3.500 Exemplare. Auskunft über noch vorhandene Bände aus früheren Jahren beim Flöttmann Verlag: Fon 05241/86080. Im Internet ist über die bisher erschienenen Einzelbeiträge ein Nachweis geführt: Kulturseiten des Kreises Gütersloh oder des Flöttmann Verlages www.floettmann.de.