Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke: "Wir bewegen Muskelkranke - therapeutische Möglichkeiten"

Gütersloh, 13.06.2012. In Deutschland leiden mehr als 100.000 Menschen an Muskelerkrankungen. Über 800 verschiedene Formen der allgemein als Muskelschwund bezeichneten Erkrankungen sind bekannt. Unter dem Motto "Wir bewegen Muskelkranke – therapeutische Möglichkeiten" fand zum dritten Mal die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) in Kooperation mit der Abteilung Gesundheit und der Bürgerinformation Gesundheit und Selbsthilfekontaktstelle des Kreises Gütersloh (BIGS) statt.

Organisatoren der dritten Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke
Organisierten die dritte Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (v.l.): Cornelia Papenfuß, Jochen Randow (beide Landesvorstand DGM NRW), Thomas Kuhlbusch (Fachbereichsleiter Gesundheit, Ordnung und Recht des Kreises Gütersloh), Ingrid Künster (stellvertretende Landesvorsitzende DGM NRW), Petra Hatzinger (Vorsitzende der Landesdelegierten DGM NRW), Dr. Stefan Perschke (DGM-Bundesvorstand), Christel Kunz, Jenny von Borstel (beide Kreis Gütersloh) und Guido Niebur (Beisitzer DGM NRW).

"Die Forderung nach sozialer Inklusion rückt zunehmend ins Blickfeld. Diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist eine gewaltige Herausforderung, die nur mit gemeinsamen Kräften gelingen kann. Unterstützen Sie die Selbsthilfegruppen mit ihren Verbänden und fordern Sie Ihr Recht auf Partizipation und Teilhabe ein", appellierte Thomas Kuhlbusch, Fachbereichsleiter Gesundheit, Ordnung und Recht des Kreises Gütersloh, an die rund 100 Teilnehmer aus ganz NRW im Kreishaus.

In einer Ausstellung informierten sich die Besucher über Hilfsmittel und Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Muskelerkrankungen. Sie probierten Elektro-Rollstühle aus, testeten Spezialeinrichtungen für Bad und Toilette und erkundigten sich nach Reisemöglichkeiten für Rollstuhlfahrer. Physiotherapeutin Petra Mann von der Asklepios Weserbergland-Klinik in Höxter stand Rede und Antwort zu Behandlungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Muskelerkrankungen. Welche Therapie ist sinnvoll? Wie und wer kann erkennen, ob die Therapie ausreichend ist? Welche speziellen Aspekte müssen berücksichtigt werden? Das waren nur einige der Fragen, die sie beantwortete.

Angesichts der Vielzahl der zum Teil sehr speziellen Muskelerkrankungen machte Dr. Stefan Perschke, Mitglied im Bundesvorstand der DGM, deutlich, wie wichtig Forschungsförderung ist. Er betonte, dass ein nicht unerheblicher Teil der Vereinsbeiträge in die Forschungsförderung fließe, von der man sich weitere Erkenntnisse für zukünftige Behandlungsmöglichkeiten erhoffe.

"Auch im Kreis Gütersloh haben Betroffene die Möglichkeit, sich zu vernetzen und über ihre Erfahrungen auszutauschen", berichtete Jenny von Borstel von der BIGS. Sie informierte über zwei Selbsthilfegruppen zum Thema Muskelerkrankungen. Zum einen handelt es sich um den Elternkreis "Progressive Muskeldysthrophie Duchenne und Becker" in Gütersloh und zum anderen um den OWL-weiten Kontaktkreis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke. Weitere Informationen zu den Selbsthilfeangeboten für Menschen mit Muskelerkrankungen sind in der BIGS erhältlich (Telefon: 05241-82 35 86, E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) und auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke www.dgm-nrw.de