Jobcenter startet als Fachbereich 5: "Möglichst viele Menschen in Arbeit bringen"

Gütersloh, 02.01.2012. Die Mitarbeiter sind die gleichen, die Standorte bisher im Wesentlichen auch: Und trotzdem ist mit dem ersten Arbeitstag im Jobcenter Kreis Gütersloh alles anders: Mit Jahresbeginn betreut der Kreis Gütersloh in eigener Verantwortung die Langzeitarbeitslosen im Kreis.

Stehen vor dem Jobcenter: (v.l.): Christian Jung, Anke Dreier, Henning Matthes, Fred Kupczyk, Sven-Georg Adenauer, Rolf Erdsiek, Thomas Wellhäuser.
Präsentierten den neuen Fachbereich 5 (v.l.): Kreisdirektor Christian Jung, Anke Dreier (Abteilungsleiterin Steuerung), Henning Matthes (Abteilungsleiter Materielle Hilfen), Fred Kupczyk (Fachbereichsleiter, Geschäftsführer jobcenter GT aktiv Kreis Gütersloh), Landrat Sven-Georg Adenauer, Rolf Erdsiek (Abteilungsleiter Fallmanagement), Thomas Wellhäuser (Abteilungsleiter Arbeitsvermittlung).

Bei der so genannten Optionskommune sitzt die Arbeitsagentur nicht mehr mit im Boot. Den Start des neuen Jobcenters, das jetzt den fünften Fachbereich des Kreises Gütersloh bildet, nutzten Landrat Sven-Georg Adenauer, Kreisdirektor Christian Jung - der geistige Vater des Optionsantrags - und Fachbereichsleiter Fred Kupczyk während eines Pressegesprächs für einem Blick auf die vergangenen Monate und nach vorne.

"Wir stehen jetzt in der Verantwortung, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, möglichst viel Geld verdienen zu können und so in die Lage zu versetzen, dass sie uns nicht mehr brauchen", merkte Landrat Adenauer an. Zu diesem Zweck kooperiert der Kreis Gütersloh auch weiterhin mit der Agentur für Arbeit in Bielefeld. Darüber hinaus ließen Adenauer, Jung und Kupczyk keinen Zweifel daran, dass es ein paar Stellschrauben gibt, die sich in der Option besser bedienen lassen. "Der Kreis Gütersloh hat sich mit dem Land Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2012 klare Ziele gesetzt: Verringerung der Hilfebedürftigkeit, Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit, Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug sowie eine stärkere Unterstützung für Alleinerziehende und Jugendliche", listete Fachbereichs-leiter Kupczyk auf. Gerade die Alleinerziehenden, deren Vermittlungshemmnis in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt, zeigen, wo eine von kommunalen Erfordernissen geleiteten integrierten Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik aus einem Guss ansetzen kann. "Durch ein Zusammenwirken der Fachkräfte des Jugendamtes mit dem Fallmanagement des Jobcenters soll eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der Belange von Familien und Kindern gewährleistet werden. Ausgehend von den örtlichen Familienzentren und den Kindertageseinrichtungen und Schulen soll ein qualifiziertes Netzwerk zur Unterstützung Alleinerziehender aufgebaut werden", macht Jung deutlich, dass der Kreis Gütersloh in Familienangelegenheiten und in der Kinderbetreuung klare Kompetenzen besitzt.

Punkten will der Kreis Gütersloh in seiner neuen Verantwortung auch mit einer Ausbildungsstellenvermittlung und dem eigenen UnternehmensServi-ce. Kupczyk: "Qualität und Schnelligkeit soll den UnternehmensService unter Leistung von Jürgen Blomeier auszeichnen." An den drei Jobcenter-Standorten Gütersloh, Halle/Westf. und Rheda-Wiedenbrück halten die Mitarbeiter den direkten Draht zu den Unternehmen. Jedes Unternehmen kann zum Beispiel bei den Beratern ein Profil hinterlegen, in dem festgehalten ist, welche Mitarbeiter sie suchen. So können ihnen dann gezielt Bewerber vorgeschlagen werden. Kupczyk: "Wir verfolgen eine möglichst passgenaue Vermittlung. Denn was nützt es, wenn wir kurzfristig jemand in den Arbeitsmarkt integrieren, ihn dann aber als Kunden bald zurück haben, weil Job und Mensch nicht zusammen passten." An die Kunden gerichtet verspricht Kupczyk sämtliche Verbesserungsmöglichkeiten auszuschöpfen. "Die guten Noten, die wir bei den Kundenbefragungen in der Vergangenheit hatten, wollen wir noch weiter verbessern. Mit Einführung der neuen Software AKDN-sozial soll die Gelegenheit genutzt werden, die Prozesse im Jobcenter systematisch zu verbessern. Deshalb planen wir einen Organisations-Entwicklungsprozess, um zu sehen, wo wir Optimierungspotenzial haben."

Seitdem das Land Nordrhein-Westfalen im April 2011 den Startschuss für die Option gegeben hat, arbeiten die Mitarbeiter des Jobcenters und der Kreisverwaltung daran, einen erfolgreichen Übergang in die Option zu ge-währleisten. An den derzeit 20 Standorten des Jobcenters Kreis Gütersloh wurden die Computer und Telefone in die Netze des Kreises Gütersloh in-tegriert. Dadurch hatte jeder Jobcenter Mitarbeiter bis zum 31. Dezember 2011 zwei Computer und zwei Telefone an seinem Arbeitsplatz. Seit Oktober haben die Mitarbeiter des Jobcenters Überstunden geleistet, um in der neuen Software geschult zu werden und die gesamten Bewerberdaten manuell zu bearbeiten, weil diese nicht automatisch in die neue Software AKDN-sozial übertragen werden konnten. "Die Mitarbeiter des Jobcenters arbeiten seit Monaten mit Hochdruck an den Umstellungsarbeiten für den Übergang in die neue Organisation unter dem Dach des Kreises und bewältigen daneben erfolgreich das ganz normale Tagesgeschäft. Ich bin dankbar und beeindruckt, wie gut sich unsere Mitarbeiter organisiert und gegenseitig unterstützt haben", berichtet Fred Kupczyk.

Im neuen Kreis-Jobcenter kümmern sich 206 Mitarbeiter um rund 12.500 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Aufgeteilt ist der Fachbereich in vier Abteilungen: Steuerung (Abteilungsleiterin Anke Dreier), Arbeitsvermittlung (Abteilungsleiter Thomas Wellhäuser), Fallmanagement (Abteilungsleiter Rolf Erdsiek) und Materielle Hilfen (Abteilungsleiter Henning Matthes). 69 Mitarbeiter der Agentur für Arbeit sind mit dem Jahreswechsel mit ihren Aufgaben zum Kreis Gütersloh gewechselt. Darüber hinaus sind 17 Mitar-beiter der Städte und Gemeinden zum Jobcenter abgeordnet. Obwohl die Steuerungsleistungen der Bundesagentur für Arbeit wegfallen, ist der Personal- und Sachkostenverbrauch künftig nicht höher als in der gemeinsamen Einrichtung.

4
true

Zum Thema: Umzug des Internetauftritts

Mit dem Wechsel in der Trägerschaft hin zur alleinigen Verantwortung des Kreises Gütersloh ist auch der Internetauftritt des Jobcenters umgezogen: Alle Informationen rund um die Dienstleistungen des Jobcenters Kreis Gütersloh finden sich jetzt auf den Seiten des Kreis Gütersloh unter www.kreis-guetersloh.de. Wer auf die alten Seiten des Jobcenters GT aktiv Kreis Gütersloh im Internet geht, wird automatisch auf den neuen Internetauftritt umgeleitet.

Internetseiten des jobcenter Kreis Gütersloh