Kreis Gütersloh prüft Strafanzeige: Gütersloher attackiert Wahlvorsteher

Gütersloh, 18.05.2012. Sein aggressives Verhalten im Wahllokal könnte für einen Gütersloher noch ein juristisches Nachspiel haben: Gegen 14.30 Uhr kam es im Wahllokal des Stimmbezirks 52 – Volkshochschule Gütersloh – bei der Landtagswahl am 13. Mai zu einem Angriff auf den Wahlvorsteher.

Mann ballt Faust

Der hatte einen Mann darauf aufmerksam gemacht, dass man allein die Wahlkabine betreten müsse, um das Wahlgeheimnis zu wahren. Der Gütersloher hatte mit seiner weiblichen Begleitung den Stimmzettel ausfüllen wollen. Nachdem der Wahlvorsteher ihn angesprochen hatte, packte der Gütersloher den Mann an den Armen, schubste den Wahlvorsteher an die Wand und beschimpfte ihn lautstark.

Der stellvertretende Kreiswahlleiter, Michael Hellweg, kündigte in der Sitzung des Kreiswahlausschusses am Freitag, 18. Mai, an, dass man in den nächsten Tagen prüfen werde, ob man eine Strafanzeige stelle. "Ein solches Verhalten gegenüber einem ehrenamtlichen Wahlhelfer ist vollkommen inakzeptabel." Die Prüfung der Strafanzeige sei nötig, damit der aggressive Wähler einen Warnschuss erhalte und die ehrenamtlichen Wahlhelfer, die schließlich ihren Sonntag der Allgemeinheit geopfert hätten, von der Wahlleitung im Kreis Gütersloh Rückendeckung erhielten. Helmut Feldmann (CDU) und Liane Fülling (SPD) sicherten diesem Vorgehen im Wahlausschuss ihre Unterstützung zu.

Neben diesem Vorfall beschäftigten sich die beiden Wahlausschüsse für den Landtagswahlkreis 94  Gütersloh I - Bielefeld III sowie für die Wahlkreise 95 Gütersloh II und 96 Gütersloh III mit der Feststellung der amtlichen Endergebnisse der Wahl am vergangenen Sonntag. Fazit: Neben den von vorhergehenden Wahlen bekannten kleinen Fehlern gab es keine Beanstandungen.

Michael Hellweg als stellvertretenden Kreiswahlleiter hatte daher Anlass, den Wahlämtern der Städte und Gemeinden im Kreis Gütersloh, vor allem aber den über 2.500 ehrenamtlichen Wahlhelfern für ihre engagierte Arbeit zu danken.