Osthushenrich-Stiftung fördert besonders begabte Schüler: Chemie und Geografie in der Grundschule

Gütersloh, 05.02.2012. Wieviele Züge mit den Bechern braucht es, bis der Turm zweimal umgebaut ist und wieder in ordentlicher Reihenfolge steht? Bei wieviel Grad kocht Wasser? Wo ist eigentlich Norden? – Alles Fragen, denen besonders begabte Schülerinnen und Schüler in der Paul-Gerhardt-Schule nachgehen.

Jonas Beutin und Anna Green
Jonas Beutin und Anna Green erforschen, wie viele Züge man braucht, bis alle Becher zweimal zum Turm umgebaut sind.

In Arbeitsgemeinschaften außerhalb des Unterrichts. Die speziellen Kurse werden gefördert von der Osthushenrich-Stiftung. Weitere Beteiligung kommt vom Kreis Gütersloh und der Schule selbst.

Externe Referenten, wie Geoinformatiker Burkhard Klaucke und Diplom-Ökoktrophologin Claudia Landwehr leiten die so genannten Plus-Kurse. Den im Regelunterricht verpassten Stoff müssen die Kinder eigenständig nachholen. Zirka 360 Kinder pro Halbjahr arbeiten einmal pro Woche in den Arbeitsgemeinschaften. Das lässt sich die Stiftung knapp 25.000 Euro kosten.

Lea und Ariane erhitzen Wasser im Reagenzglas
Mädchen machen Chemie. Im Experiment untersuchen Lea (links) und Ariane, bei wie viel Grad Wasser kocht.

Der Kreis seinerseits ist mit 7.800 Euro dabei. "Ich würde mich freuen, wenn andere Kreise auch solche Projekte machen würden", sagt Stiftungsvertreter Dr. Burghard Lehmann. Denn die Osthushenrich-Stiftung sei regional tätig.

Schulleiterin Claudia Fischer hat sich eigens für die Begleitung besonders begabter und motivierter Kinder fortbilden lassen. Einig ist sie sich mit Susanne Srowig von der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh: "Begabtenförderung ist wichtig." Begabte Kinder lernten schneller, lernten vertiefter und sowohl der pädagogische als auch der psychische Zugang sei ein anderer. "Begabtenförderung machen wir seit 20 Jahren aber erst die kontinuierliche Schulung bringt Nachhaltigkeit", berichtet Srowig. "Die Begabten werden frühzeitig erkannt und besonders gefordert. Das ist wichtig, denn Mädchen mit verkannter Begabung ziehen sich zurück und Jungs fangen meistens an zu randalieren." In die Pluskurse bringen schon die Neun- und Zehnjährigen ihre Neugier, ihr Wissen und viele Impulse von zu Hause ein.