Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule: Übergangscoaches sollen unbefristet angestellt werden

Borgholzhausen/Werther, 06.06.2012. Die beiden Übergangscoaches an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule sollen unbefristet beim Kreis Gütersloh angestellt werden. Diesen Vorschlag unterbreitet Landrat Sven-Georg Adenauer dem Schul-, Kultur- und Sportausschuss in der Sitzung am 14. Juni.

Landrat Sven-Georg Adenauer
Landrat Sven-Georg Adenauer möchte die beiden Übergangscoaches an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule unbefristet beim Kreis Gütersloh angestellen

Adenauer: "Die Übergangscoaches leisten eine außerordentlich erfolgreiche Arbeit. Dank ihres Einsatzes finden im Kreis Gütersloh viel mehr Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz als früher. Deshalb wollen wir als Schulträger unbedingt unsere beiden Übergangscoaches behalten."

Im Jahr 2005 startete das Projekt "Erfolgreich in Ausbildung" mit den Übergangscoaches, die die Schülerinnen und Schüler in der Übergangsphase von der Schule in den Beruf beraten und begleiten. Sie kennen die Fähigkeiten der Jugendlichen, und sie kennen die Betriebe. Dadurch gelingt ihnen sehr häufig eine passgenaue Vermittlung, und die Unternehmer vertrauen ihrer Empfehlung. Anfangs wurde das Projekt mit ESF-Mitteln gefördert, anschließend von der Agentur für Arbeit co-finanziert. Diese Fördermittel der Agentur laufen jedoch zum Jahresende 2012 aus. Adenauer: "Durch den Wegfall der Gelder der Agentur für Arbeit ist eine Finanzierung über die Kreisumlage nicht mehr zwingend notwendig. In einem Schreiben an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister habe ich daher dafür geworben, die Übergangscoaches in kommunaler Verantwortung weiter zu beschäftigen."

Kreisdirektor Christian Jung, zu dessen Zuständigkeitsbereich auch das Bildungsbüro mit dem Projekt "Erfolgreich in Ausbildung" gehört, unterstreicht die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für den Übergang Schule-Beruf. "Was ein junger Mensch nach der Schule macht, ist natürlich zunächst einmal seine ganz persönliche Lebensentscheidung. Das ist vordergründig weder die Aufgabe des Bundes, des Landes, der Kommunen, der Agentur für Arbeit oder die des Kreises. Aber was passiert denn, wenn rund 50 Prozent dieser Schüler mit der Frage überfordert sind und keine Antwort finden?", fragt er und liefert die Antwort gleich hinterher: "Wer den Übergang nicht schafft, verursacht nicht nur volkswirtschaftliche Kosten, weil eine ausgebildete Fachkraft fehlt, sondern trägt auch zu steigenden Soziallasten bei." Es sei im ureigensten Interesse der Kommunen und des Kreises, den jungen Menschen hier vor Ort eine Perspektive zu bieten, damit sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

Mit seinen flächendeckend arbeitenden 20 Übergangscoaches an den Haupt- und Gesamtschulen ist der Kreis Gütersloh deutlich besser aufgestellt als alle anderen Kreise in NRW. Diese sozialpädagogischen Fachkräfte sollen nach dem Willen von Landrat Adenauer zentraler Bestandteil des neuen vom Land NRW geplanten Übergangssystems Schule-Beruf sein, dessen Koordination auch künftig beim Kreis angesiedelt sollte.

Der Erfolg der Übergangscoaches lässt sich mit Zahlen belegen: Sind es landesweit etwa rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss, die direkt nach der Schule eine duale Ausbildung antreten, sind es im Kreis Gütersloh rund 50 Prozent. Im Schuljahr 2010/2011 kamen die Übergangscoaches kreisweit auf eine Quote von 48,7 Prozent, die beiden Übergangscoaches an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule sogar auf 53,3 Prozent. Durch die passgenaue Vermittlung in den richtigen Ausbildungsberuf und -betrieb verringerte sich zudem die Abbrecherquote unter den Schützlingen der Übergangscoaches deutlich.