Abwasserpilz zeigt Verunreinigung an: Kreisverwaltung, Kammer und Verband informieren gemeinsam

Gütersloh, 13.05.2016. Der Abwasserpilz ist auch in Bächen im Kreis Gütersloh zu finden. Die Landwirtschaftskammer, der Landwirtschaftliche Kreisverband und die Untere Wasserbehörde des Kreises Gütersloh informieren jetzt mit einem Flyer über die Entstehung des Abwasserpilzes in den Gewässern und wie seine Ausbreitung verhindert werden kann.

Westermeyer, Scheffer, Kollmeyer
Informieren gemeinsam rund 2300 Landwirte im Kreis Gütersloh über die Entstehung von Abwasserpilzen in Gewässern und wie sie verhindert werden können (v.l.): Andreas Westermeyer, Frank Scheffer und Heiner Kollmeyer.

Allein im Kreis Gütersloh erhalten 2300 Landwirte in den nächsten Tagen Post. Parallel wird die Aktion im Kreis Warendorf durchgeführt. Gewässer kennen keine Kreisgrenzen.

"Der Gewässerschutz ist uns ein wichtiges Anliegen", erklärt Andreas Westermeyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. "Wir sind uns des Problems bewusst und wollen gemeinsam die Landwirte unterstützen, indem wir informieren, wie die Verunreinigungen der Gewässer abgestellt werden können." Bäche ohne Leben - dieses Problem beschäftigt die Unteren Wasserbehörden und die Landwirte seit geraumer Zeit verstärkt. Aufgeschreckt durch massives Auftreten im landwirtschaftlich geprägten westlichen Münsterland schaute auch der Kreis Gütersloh genauer hin. Abwasserpilz ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Lebensgemeinschaft von Bakterien, die in Bächen und Flüssen mit starker organischer Belastung vorkommt. Die Bakterien bauen die organischen Belastungen unter erheblichem Sauerstoffverbrauch ab, mit der Folge, dass natürliche Wasserorganismen nicht mehr existieren können. "Die dauerhafte Fehleinleitung, auch wenn es nur geringe Mengen sind, stellt ein großes Problem dar, denn die Gewässer können sich nicht erholen", erläutert Frank Scheffer das Problem. Zu Scheffers Fachbereich Bauen und Umwelt gehört auch die Untere Wasserbehörde. Im Unterschied zu einem Gülleunfall, wie in diesem Jahr in Versmold-Bockhorst geschehen, ist die Belastung nicht zeitlich begrenzt, so dass sich der betroffene Gewässerabschnitt nicht wieder regenerieren kann.

In dem Infoblatt an die Landwirte geben die Autoren Hinweise, wie man den Abwasserpilz erkennt, welche Ursachen dafür verantwortlich und welche Abhilfemaßnahmen sinnvoll sind. Als Ursache wird oft die Ableitung von Oberflächenwasser von befestigten Flächen festgestellt, auf denen mit Silage und Futtermitteln umgegangen wird. Hier bleibt nur die Möglichkeit entweder die Entstehung oder die Einleitung dieser Verunreinigung zu verhindern.

"Die Entwässerungssituation auf den Höfen ist sehr unterschiedlich. Wir müssen im Einzelfall mit den Landwirten überlegen, wie wir das Problem in den Griff kriegen", erläutert Scheffer. Den Anfang dazu haben Landwirtschaftskammer, der Landwirtschaftliche Kreisverband und der Kreis Gütersloh mit der Versand-Aktion jetzt gemacht.