Ausländerbehörden des Kreises und der Stadt Gütersloh: Lotse bei der Gewinnung von ausländischen Fachkräften

Gütersloh, 02.07.2012. Von Fachkräftemangel ist allenthalben die Rede. Zunehmend blickt auch die Wirtschaft im Kreis Gütersloh ins Ausland, um von dort Arbeitnehmer anzuwerben. Damit das nicht an Formalien des Ausländerrechts scheitert, helfen zukünftig Ingo Bethge von der Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh und Rolf Henkenjohann von der Ausländerbehörde der Stadt Gütersloh als jeweilige zentrale Ansprechpartner.

Ingo Bethge
Ingo Bethge ist der Lotse der Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland.

In den Fällen, in denen eine ausländische Fachkraft seinen Wohnsitz in Gütersloh nehmen will, steht Henkenjohann von der Stadt Gütersloh als Ansprechpartner zur Verfügung. In den Fällen, in denen eine ausländische Fachkraft nach Rheda-Wiedenbrück, Halle oder in eine andere Stadt im Kreis Gütersloh ziehen will, ist es Bethge. Beide stehen Unternehmen im Kreis Gütersloh zur Seite, die an eine Einstellung von qualifizierten Fachkräften, Führungskräften und Hochqualifizierten aus dem Ausland denken.

"Wir hatten schon Fälle, da hatte der Arbeitgeber alles organisiert, von der Wohnung bis zu dem Auto vor der Tür. Nur die Frage, wie kommt denn mein Arbeitnehmer hier her, die Frage hatte er sich noch nicht gestellt", berichtet Bethge. Sein Fazit für solche Fälle vorweg: "Möglichst früh den Kontakt zur Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh oder der Stadt Gütersloh suchen." Die eigentliche Aufgabe war schon bisher Alltag im Kreishaus und im Rathaus. Mit der Lotsenfunktion sollen jetzt alle Informationen bei einem Ansprechpartner gebündelt werden. "Wie kann man ausländische Fachkräfte und die heimische Wirtschaft an die Hand nehmen, um ein möglichst reibungsloses Verfahren zu gewährleisten", beschreibt Thomas Kuhlbusch, Fachbereichsleiter Gesundheit, Verkehr, Ordnung und Recht beim Kreis Gütersloh, die Aufgabe, die es zu lösen galt.

Das größte Hemmnis ist das komplexe Verfahren - inklusive teils langer Visa-Verfahren, deren Länge in den jeweiligen Umständen im Herkunftsland begründet liegen. Wer aus einem EU-Staat einreist, muss in der Regel nur ins örtliche Rathaus, wenn er im Kreis Gütersloh angekommen ist. Die nötige Bescheinigung der Ausländerbehörde bekommt er per Post nach Hause. Aber was ist mit dem viel beschriebenen IT-Experten aus Indien? Der muss schon in seiner Heimat in die Botschaft oder das Konsulat. "Wir können dieses Verfahren beschleunigen, so dass die Fachkraft schneller einreisen kann", betont Peter Detlefsen, Leiter des Sachgebietes Ausländerbehörde beim Kreis Gütersloh.

Ingo Bethge hat einen Leitfaden entwickelt, den er mit den heimischen Arbeitgebern durchgeht. Staatsangehörigkeit? Arbeitserlaubnis der Agentur für Arbeit erforderlich? Diese und viele Fragen gilt es im Vorfeld zu beantworten, um dann die richtigen Schritte einzuleiten. Parallel zum Gespräch bei Ingo Bethge beteiligt dieser andere Institutionen, die bei jeder Fachkraft aus dem Ausland mitreden. Sei es die Agentur für Arbeit mit ihrer "Zentralen Auslands- und Fachvermittlung" - nicht jede Arbeitsstelle kann zwingend nur mit einer Fachkraft aus dem Ausland besetzt werden, weil es zum Beispiel entsprechende Fachkräfte im Inland gibt - oder die deutschen Sicherheitsbehörden, die seit dem 11. September 2001 genauer hinschauen, wer einreist.

Die Betreuung und Beratung qualifizierter Fachkräfte, Führungskräfte und Hochqualifizierter aus dem Ausland ist für die Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh und der Stadt Gütersloh eine Aufgabe mit besonderem Stellenwert. Gleichzeitig steht der Lotse auch für eine neue Sicht auf die Ausländerbehörde - als eine Behörde, die qualifizierten Ausländern hilft, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Ausländerbehörde wird in der Öffentlichkeit meist nur dann wahrgenommen, wenn Ausländer in ihre Heimatländer zurückkehren müssen, weil die nötigen Vorrausetzungen für einen legalen Aufenthalt nicht gegeben sind. Weit über 95 Prozent der Arbeit der Ausländerbehörde dreht sich jedoch darum, Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland zu erteilen, damit die Zuwanderer hier bleiben können.