Bundesweite Experten diskutierten besondere Herausforderungen des Mobile Retter-Systems

Gütersloh, 17.06.2016. „Das Mobile Retter-System lässt sich mit passendem Engagement bei angemessenem Aufwand in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt etablieren.“

Foto Kulik, Eckert, Altehülhorst, Peppig
Die mobilen Retter Dennis Pepping und Michael Eckert erzählten von den besonderen Tagen, als sie alarmiert wurden, um Marie-Theres Altehülshorst und Andreas Kulik zu helfen.

Dieses Fazit zogen Bernd Strickmann, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Kreis Gütersloh, und Thomas Kuhlbusch, Fachbereichsleiter Gesundheit, Ordnung und Recht Kreis Gütersloh, zum Abschluss des 1. Mobile Retter Symposiums. Rund 140 Gäste und Referenten diskutierten am 16. Juni im Kreishaus Gütersloh die Besonderheiten des Mobile Retter-Systems. Mit Hilfe des Smartphone-basierten Alarmierungssystems lassen sich medizinisch qualifizierte Ersthelfer in lebensbedrohlichen Notfällen alarmieren, die deutlich schneller bei Patienten sein können als Rettungswagen oder Notarzt. Das 1. Symposium war für die Teilnehmer als Informations-  und Diskussionsplattform gedacht: Der Kreis Gütersloh und der Mobile Retter e.V. wollten mit Hilfe renommierter Referenten ihre Erfahrungen teilen, über den aktuellen Stand berichten und mit den Anwesenden ins Gespräch kommen.

Foto Podiumsdiskussion
Zum Abschluss des Symposiums stand eine Podiumsdiskussion mit zahlreichen Teilnehmern auf dem Programm.

Zusammen hatten Kreis und Verein das Fachpublikum - Vertreter von Kommunen, Leiter von Rettungsdienstleitstellen, Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Vertreter rettungsdienstlicher Organisationen und Juristen - zum 1. Mobile Retter Symposium eingeladen. "Die Mobilen Retter sind ein weiterer Baustein der Rettungskette, sie haben bereits Menschenleben gerettet. Medizinisch müssen wir daher niemanden mehr überzeugen", so Tagungsleiter Strickmann zum Abschluss. Kuhlbusch ergänzte einen weiteren wichtigen Punkt: "Heute haben wir Lösungen für die organisatorischen, rechtlichen und datenschutzrechtlichen Herausforderungen präsentiert und mit den Teilnehmern diskutiert." Zum Ende des Symposiums wurde vor allem die Frage erörtert, wie eine zielführende Weiterentwicklung und flächendeckende Verbreitung des Mobile Retter-Systems gelingen kann.

 

Zum Auftakt wurde das Ziel Leben zu retten emotional vor Augen geführt: Marie-Theres Altehülshorst und Andreas Kulik wären ohne die Mobilen Retter nicht mehr am Leben. Sie erzählten zusammen mit ihren Rettern Dennis Pepping und Michael Eckert von diesem einen besonderen Tag in ihrem Leben, der nur positiv endete, weil im Kreis Gütersloh das System der Mobilen Retter bereits läuft.

 

Namhaft war die Liste der Referenten, die in Vorträgen und bei der abschließenden Podiumsdiskussion das System der Mobilen Retter aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchteten. Mit am meisten gefragt war natürlich Diplom-Biochemiker und Dr. med. Ralf Stroop aus Halle (Westf.), der die Smartphone-App Mobile Retter erfunden und entwickelt hat. Prof. Dr. med. Bernd W. Böttiger, Deutscher Rat für Wiederbelebung (GRC), geht davon aus, dass mit Smartphone-basierten Ersthelfersystemen wie dem der Mobilen Retter neben der Reanimationsquote auch die Überlebensrate erhöht werden kann. Dr. jur. Frank Stollmann, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW, zeigte schließlich auf, dass solche Systeme sowohl im Fokus des Ministeriums als auch der Landespolitik stehen.