Chinesisch und Anatomie für Grundschüler

Gütersloh/Harsewinkel, 13.01.2016. Die Kardinal-von-Galen-Schule in Harsewinkel fördert besonders talentierte Schülerinnen und Schüler im Rahmen der ‚Be-gabungsförderung an Grundschulen im Kreis Gütersloh'.

Gruppenbild mit Chinesisch-Klasse
Charlotte, Rahel, Nele, Ronja, Jule, Merle, Henry und Max (v.l.) vom Chine-sisch-Kurs begrüßten mit ihrer Lehrerin Feiyun Long (2. Reihe rechts) Konrektorin Monika Scharf, Sonja Kotten (Kreis Gütersloh), Dr. Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Familie-Osthushenrich-Stiftung) und Schulleiterin Diethild Sicking (2. Reihe v.l.). Foto: Kreis Gütersloh.

Das vom Kreis Gütersloh und der Familie-Osthushenrich-Stiftung finanzierte Projekt ermöglicht den jungen Talenten außerschulischen Unterricht in Chinesisch oder Anatomie. Davon überzeugte sich vor Ort Dr. Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Familie-Osthushenrich-Stiftung, welche den Löwenanteil der Finanzierung übernimmt.

"Um den verschiedenen Begabungen der Kinder gerecht zu werden, reicht eine Förderung im Unterricht und eine Differenzierung nach Lerntempo häufig nicht aus", weiß Diplom-Psychologin Sonja Kotten von der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh. "Daher werden Kindern mit besonderen intellektuellen Fähigkeiten und Talenten, mit Anstrengungsbereitschaft und Leistungsmotivation entsprechende Kurse angeboten." Die Stiftung finanziert mit 64.000 Euro den Hauptteil des drei Jahre laufenden kreisweiten Projekts. Der Kreis Gütersloh (24.000 Euro) und die teilnehmenden Schulen (individuell) tragen den Rest zu der Fördersumme von  insgesamt 120.200 Euro bei. Im ersten Schulhalbjahr 2015/2016 haben bereits 34 Kurse für rund 310 Kinder an 25 Grundschulen im Kreis Gütersloh stattgefunden. Im zweiten Halbjahr starten etwa gleich viele neue Kurse, so dass jährlich rund 600 Kinder an der Begabungsförderung im Kreis teilnehmen können.

Anatomie-Kurs der Kardinal-von-Galen-Schule
Zeigten ihr Wissen rund ums Herz: 14 Kinder der 2. bis 4. Klasse des Anatomie-Kurses mit Lehrerin Maria Holtkamp. Foto: Kreis Gütersloh.

Die begabten Kinder können sich parallel zum laufenden Unterricht in kleinen Gruppen von acht bis zehn Kindern intensiv mit außerunterrichtlichen Themen im naturwissenschaftlichen, sprachlichen oder künstlerischen Bereich auseinandersetzen. Die Kinder müssen den verpassten Unterrichtsstoff nachholen und die entsprechenden Hausaufgaben anfertigen. "Für die Kinder stellen diese Kurse eine Chance dar, sich mit anderen 'Gleichgesinnten' zu treffen und sich intensiv und nach eigenem Tempo mit einem Thema zu befassen, das sie besonders interessiert und herausfordert", erklärt Kotten. "Auf diese Weise können die Kinder Kreativität und Begeisterungsfähigkeit entwickeln. Gleichzeitig werden ihre Lernfreude, Motivation und Anstrengungsbereitschaft unterstützt und gefördert." Die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit, die Auseinandersetzung mit schwierigen Aufgaben und die Anregung durch herausfordernde Themen sollen die Entwicklung der Kinder stabilisieren und ihr Leistungspotenzial fördern. Zudem können sie ihre Erfahrungen in den Kursen wieder in ihre Klasse hineintragen.

Zum Thema: 'Begabungsförderung an Grundschulen im Kreis Gütersloh'

Das Projekt 'Begabungsförderung an Grundschulen im Kreis Gütersloh' besteht bereits seit 2008 und wird von der Familie-Osthushenrich-Stiftung und dem Kreis Gütersloh finanziert. Inzwischen nimmt etwa die Hälfte aller Grundschulen im Kreis Gütersloh am Projekt teil. Darunter finden sich Angebote zu verschiedenen Sprachen (u.a. Französisch, Chinesisch, Japanisch), Angebote aus dem MINT-Themenfeld (u.a. Chemie, Biologie, Naturwissenschaften, Matheknobeleien, Informatik) und Kurse wie Musik, Kunst, Hörspiel, Theater und Film.

Die teilnehmenden  Grundschulen befassen sich seit Jahren mit der Förderung von begabten Kindern im Unterricht und haben an einer Schulung des Arbeitskreises 'Besonders begabte Kinder' und der Bildungs- und Schulberatung zum Thema Begabungsförderung teilgenommen.