Flugplatz Gütersloh: Gutachter stellt Altlastsituation im Ausschuss vor

Gütersloh, 31.05.2016. Welche Altlasten finden sich auf dem Gelände der Princess Royal Barracks in Gütersloh? Auf Basis der vorangegangenen historischen Erkundung hat Hans-Joachim Hoffmann verschiedene Bereiche auf dem rund 330 Hektar großen Gelände untersucht.

Harrier über Ems
Das Flughafengelände aus der Vogelperspektive. Foto: Geobasisdaten Land NRW Bonn 13751

Der Diplom-Geologe und Geschäftsführer der GEOscan Consulting GmbH stellte jetzt (Dienstag, 31. Mai) sein Gutachten im Umweltausschuss des Kreises Gütersloh vor. Das Ingenieurbüro aus Ladbergen untersuchte in Abstimmung mit dem Kreis Gütersloh, den britischen Streitkräften und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Situation auf dem Flughafengelände. Dabei wurden über 200 Bereiche überprüft, bei denen man Belastungen vermutete.

Aufgrund der Ergebnisse der historischen Erkundung, welche die Nutzung des 330 Hektar großen Flugplatzgeländes seit dem Bau 1935 betrachtete, wurden 208 Bereiche auf mögliche Kontaminationen überprüft. Hier wurde der Boden und das Grundwasser durch den Gutachter genau untersucht. Diese Untersuchungsbereiche setzen sich aus unterschiedlichen Gebäuden, Lagerplätzen, der Flugbahn, zwei Orten an denen Flugzeuge zerstört wurden, einer Gleistrasse und Ölleitungstrassen zusammen. Lediglich 33 dieser Untersuchungsbereiche werden nach den Ergebnissen von GEOscan als so belastet eingestuft, dass hier eine weitere Untersuchung erforderlich ist. Hinzu kommen drei Bereiche, bei denen eine zusätzliche Prüfung notwendig wird. Für ein Flughafengelände sei das ein vergleichsweise gutes Ergebnis: "Die Belastungen sind da, sie waren zu erwarten und sie sind sanierbar", erklärt Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt. "Den genauen Umfang gilt es jetzt zu klären."

Wie zu erwarten, wurden in den belasteten Bereichen vor allem Kerosin und Dieselkraftstoffe gefunden. An einzelnen Stellen wurden Reste von Teer und Holzschutzmitteln sowie Tenside aus Feuerlöschmitteln detektiert. In der sich nun anschließenden Detailuntersuchung wird ermittelt, ob Grundwasserbelastungen vorliegen, ob Sanierungen erforderlich sind und wie umfangreich diese ausfallen müssen. Wenn es zu Sanierungen kommt, ist das Verfahren der Wahl das Ausheben und die Entsorgung des belasteten Bodens. Abstimmungen über den Untersuchungsumfang und notwendige Sanierungen erfolgen zwischen der BImA und dem Kreis Gütersloh.

Unabhängig von den Ergebnissen der aktuellen Untersuchung gibt es auf dem Gelände des Flughafens zwölf seit längerer Zeit bekannte und überwachte Schadensfälle. Sechs dieser Flächen weisen Boden- und Grundwasserbelastungen auf, die saniert werden müssen. Dabei handelt es sich vor allem um standorttypische, durch den Flughafenbetrieb entstandene Kerosinschäden. Für diese Bereiche werden Vorbereitungen getroffen, um die nötigen Sanierungen ausführen zu können. Darüber hinaus überwacht die GEOscan Consulting GmbH in Abstimmung mit dem Kreis Gütersloh sechs weitere Bereiche, bei denen kein unmittelbarer Sanierungsbedarf besteht.

Nach einer Räumung des Flughafens im November 2016 soll die Fläche zivil genutzt werden. Die Stadt Gütersloh sieht dafür im nördlichen Bereich eine gewerbliche oder industrielle Nutzung vor. Im Südbereich, der teilweise an die Ems grenzt, soll überwiegend der Naturraum genutzt werden.