Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh 2013 erschienen: Unternehmens- und andere Geschichten die ins Heute hineinklingen

Gütersloh, 12.11.2012. Mit Themen rund um Geschichte, Wirtschaft, Natur, Freizeit, Bildung, Kirche und Kultur wird in der 31. Ausgabe des Heimat-Jahrbuchs wieder ein ganz besonderer Blick auf den Kreis Gütersloh geworfen.

Redaktionsteam des Heimat-Jahrbuchs mit der neuen Auflage
Stellten das Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh 2013 im Museum Borgholz-hausen vor (v.l.): Martin Maschke (Kreisheimat-pfleger), Carl-Heinz Beune (Heimatverein Borgholz-hausen), Manfred Beine (Archivar Rietberg und Redaktionsmitglied), Fritz Fischer (ehemaliger Chefredakteur Heimat-Jahrbuch), Wilfried Hanneforth (Heimatverein Isselhorst), Siegfried Kornfeld (Heimatverein Isselhorst), Astrid Schütze (Kulturverein Borgholz-hausen), Hans-Jörg Seiler (Flöttmann-Verlag), Eckhard Möller (Archivar Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz und Redaktionsmitglied), Eva Bloss-Vögler (stellv. Leiterin der Stadtbibliothek Werther und Redaktionsmitglied), Ralf Othengrafen (neuer Chefre-dakteur Heimat-Jahrbuch), Landrat Sven-Georg Adenauer, Dr. Rolf Westheider (Vorsitzender Kreisheimatverein und Redaktionsmitglied) und Friedrich Flöttmann (Flöttmann-Verlag).

Dabei wird eins besonders deutlich: "Die Mischung macht's. Traditionen und Geschichtliches sind mit hochaktuellen Themen verknüpft. Sei es bei der A 33, den Erfolgsgeschichten namhafter Unternehmen im Kreis oder bei den Baumaßnahmen gegen das Emshochwasser. Das macht das Buch so spannend", meinte Ralf Othengrafen, Redaktionsleiter und Kreisarchivar des Kreises Gütersloh. Am heutigen Montag, 12. November, wurde das neue Heimatjahrbuch im Museum Borgholzhausen vorgestellt. An dem Buch wirkt ein großer Kreis von Autoren mit. Diese sind alle eng mit dem Kreis Gütersloh verbunden: neben Redakteuren der Lokalzeitungen und Archivaren aus den verschiedenen Kommunen haben auch verschiedene Heimatforscher mitgewirkt.

Drei Jubiläen, drei Familienunternehmen. Das Sachbuch widmet sich den Geschichten der Unternehmen Claas (Harsewinkel), Craemer (Herzebrock-Clarholz) und Gustav Wolf (Gütersloh). So unterschiedlich die Branchen von Landmaschinen, Metall- und Kunststoffverarbeitung, oder Drahtseilen sind ihnen gemeinsam ist, dass sie international agieren und so ein Stück Gütersloh in die Welt hinaustragen. Jedes der Unternehmen ist seit vielen Jahren mit dem Kreis Gütersloh verbunden. Die Autoren Johannes Bitter (Craemer), Stephan Rechlin (Claas) und Stephan Grimm (Gustav Wolf) zeichnen die Erfolgsgeschichten der Unternehmen nach und zeigen: Die Meilensteine in der Gründungs- und Firmengeschichte fanden hier im Kreis Gütersloh statt. Sie zeugen auch davon, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Blick in die Zukunft miteinander verknüpft sind. Das spiegelt auch den Charakter des Heimat-Jahrbuchs.

Einem weiteren Jubiläum im Norden des Kreises widmet sich Klaudia Genuit-Thiessen: 2013 jähren sich die Haller Bach-Tage zum 50. Mal. Burghard Schloemann hat vor einem halben Jahrhundert dafür gesorgt, dass die Kantaten Bachs in Halle erklingen und das Publikum begeistern. Auch sonst muss sich die Haller Kirchenmusik nicht verstecken: das "Haller Modell" sorgte in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts für ein lebhaftes und überregionales Medienecho. So auch der Bach-Chor, der sich längst den Ruf eines der besten Chöre Ostwestfalen-Lippes erworben hat. Schon früh wurden die Bachschen Kantaten mit Musik unserer Zeit verbunden, die mit bedeutenden Künstlern wie Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und den Brüdern Kontarsky in Halle neue Wege der Kirchenmusik aufzeigten.

Fritz Fischer mit Landrat Sven-Georg Adenauer und Ralf Othengrafen
Landrat Sven-Georg Adenauer (r.) würdigte die Leistung von Fritz Fischer (Mitte), der das Heimat-Jahrbuch ins Leben gerufen hatte und 30 Ausgaben verantwortete. Ralf Othengrafen, Kreisarchivar, ist sein Nachfolger an der Spitze des Redaktionsteams.

Was Anfang 2012 in der Kleinstadt Halle 2.500 Menschen auf die Straße trieb, verrät die "unendliche Geschichte der A 33". Vor allem die Debatte um den Haller und Borgholzhausener Abschnitt begegnet den Einwohnern des Kreises seit jeher in Presse und Alltag. Stephan Küppers, seit 1996 thematisch als Redakteur mit der A 33 befasst, gewährt einen umfassenden Einblick. Wer also genau Bescheid wissen will, ist mit einem Blick ins Jahrbuch gut beraten. Denn die fast 50-jährige Planungsgeschichte ist von den verschiedensten Prognosen und Kompromissen unterschiedlicher Parteien geprägt. Damit hat die A 33 zumindest eins geschafft: Sie ist zu einem Stück Zeitgeschichte geworden.

Der Kreis Gütersloh ist immer wieder Ziel von tausenden Durchzüglern und Wintergästen, die im Versmolder Bruch einen Zwischenstopp einlegen. Das Feuchtwiesenschutzgebiet wird dann zur Start- und Landebahn für Zugvögel aus dem nahen Groningen in den Niederlanden oder arktischen Tundragebieten, die dort Kraft für den weiten Weg nach Süden tanken. Der Biologe Bernhard Walter kennt sich genau aus und erklärt, wer dort alles pausiert. Das Naturschutzgebiet ist dabei ein wichtiger Baustein für einen überregionalen Naturschutz. Das wissen sicher auch die bis zu 2.800 Kiebitze zu schätzen.

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück wappnet sich mit Dämmen und Mauern gegen Hochwasser. Was den Jüngeren ungewöhnlich vorkommt, ist der älteren Generation noch immer präsent. Die letzte Überschwemmung im Jahrhundert-Ausmaß hat die Doppelstadt an der Ems 1946 heimgesucht. Andreas Wiedenhaus macht im Heimat-Jahrbuch deutlich, wie weit das Wasser in die Stadt vordringen konnte. Damit die nächste Flut nicht zu einer Katastrophe für die Wiedenbrücker wird, wird fleißig gebaut: Der erste Abschnitt mit Mauern und Wällen am Wiedenbrücker Freibad ist bereits fertig.

Warum donnerstags in Harsewinkel rund 30 Hauptschüler ihre Schultaschen niederlegen und dann gefräst, geschraubt, gebohrt, gepinselt, gepflanzt und gezimmert wird, erklärt die Geschichte der Harsewinkeler Außenwerkstatt von Glocke-Redakteurin Judith Aundrup. Das preisgekrönte Projekt der August-Claas-Schule beweist vor allem, dass Jung und Alt nach wie vor zusammen passen. Handwerksrentner bringen ihr Wissen ein und Hauptschüler ihre körperlichen Fähigkeiten. Daraus entsteht ein Projekt, von dem viele profitieren. Schüler können schon vor der Ausbildung berufliche Praxis sammeln und Unternehmer können sich auf gut vorbereitete Praktikanten und Auszubildende freuen.

Wie das Harlingerland in Ostfriesland seinen Weg in das Wappen der Grafen von Rietberg gefunden hat, erklären Manfred Beine und sein Mitarbeiter Thorsten Austermann (Stadtarchiv Rietberg) in der Fortsetzung der Wappenserie Rietberg. Schlüsselrolle spielt dabei vor allem das ostfriesische Edelfräulein Anna zu Esens. Warum ihr Nachkomme, der "tolle Johann", Graf von Rietberg, die Stadt verlassen musste und wer noch alles über das Harlingerland herrschen wollte, wird im Heimat-Jahrbuch auch aufgedeckt.

Das seit 1982 erscheinende "Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh" liegt jetzt in seiner 31. Ausgabe vor. Es wird vom Kreis Gütersloh herausgegeben und erscheint mit einer Auflage von 3.500 Exemplaren im Flöttmann Verlag Gütersloh. Die redaktionelle Leitung wurde dabei von Friedrich Fischer, der die Buchreihe 30 Jahre lang begleitete, in fließendem Übergang an Ralf Othengrafen übertragen. Der farbige, reich bebilderte Jahresband enthält auf 176 Seiten Einzelbeiträge. Im örtlichen Buchhandel oder über den Flöttmann Verlag Gütersloh kann das Buch zum Preis von 11,50 Euro erworben werden. Auf den Internetseiten des Keisarchivs finden Interessierte einen Index mit den bisher erschienenen Themen. Natürlich ist das Heimat-Jahrbuch, neben den vorherigen Ausgaben, auch in der Präsenzbibliothek des Kreisarchivs Gütersloh verfügbar. Wer zu Orts- oder Regionalgeschichte forscht, Schulprojekte vorbereitet oder Familienforschung betreibt, findet dort auch weitere Beratung.


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