Keine Spätfolgen für Fische in der Hessel

Gütersloh/Versmold, 02.06.2016. Die Gewässer in Versmold und die darin lebenden Fische sind nach dem Gülleunfall im Januar glimpflich davon gekommen. Auch langfristig sind keine Schäden entstanden, das bestätigte jetzt Dr. Hartmut Späh.

Dr. Späh an der Hessel
Achivbild von einer Untersuchung im Januar: Dr. Späh an der Hessel in Versmold.

Der von der Landwirtschaftskammer NRW öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Fischerei und Gewässerökologie begutachtete abschließend noch einmal die Situation vor Ort. "Eins lässt sich wirklich sagen: Glück gehabt", erklärte Späh.

 

Bei dem Unfall waren in Versmold-Bockhorst rund 200 Kubikmeter Gülle von einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgetreten. "Zwar hat die Gülle zu einer massiven organischen Belastung der Fließgewässer Rolfbach, Bruchbach und Neue Hessel geführt, die schnelle Umsetzung der Sofortmaßnahmen durch den betroffenen Landwirt, die Feuerwehr sowie den Mitarbeitern des Kreises haben jedoch verhindert, dass ein Großteil der Gülle in die Fließgewässer gelangte", erklärte der Sachverständige Späh. Nach ersten Untersuchungen direkt im Anschluss an das Unglück überprüfte er die Gewässer jetzt erneut. "Die Fischbestände im Bruchbach und der Neuen Hessel sind durch die Gülle nicht geschädigt worden", erklärte Späh. Generell sei die Anzahl an Fischen dort gering. Im Rolfbach gäbe es gar keine.

 

Neben den Fischbeständen untersuchte der Sachverständige das Wasser hinsichtlich Benthosorganismen. Dabei konnte er keine Unterschiede im biologischen Besiedlungsbild erkennen. Die Benthosfauna ist demnach so, wie durch die Umgebung zu erwarten ist. Die Ergebnisse der Proben oberhalb der Stelle, an der die Gülle in den Bruchbach und die Neue Hessel  gelaufen war, unterschieden sich nicht wesentlich von denen unterhalb. "Eine Schädigung ist also nicht erkennbar", so der Experte. Er führt dies vor allem auf zwei Umstände zurück: Der hohe Wasserstand der Bäche zur Unglückszeit und die niedrigen Temperaturen. Durch das viele Wasser

Entstand ein gutes Verhältnis von Gülle zu Wasser, die große Verdünnung verhinderte also Schlimmeres. Außerdem verlangsamten die kalten Temperaturen die Zersetzungsprozesse, die viel von dem Sauerstoff im Wasser benötigen. Im Sommer wäre also viel mehr Sauerstoff verbraucht worden, der den Fischen dann zum Leben fehlen würden.