Kreis und Mieterbund kooperieren - Kostenlose Rechtsberatung für sozial schwache Mieter

Gütersloh, 19.05.2016. Das Jobcenter und die Abteilung Soziales des Kreises Gütersloh sowie der Mieterbund Ostwestfalen-Lippe und Umgebung e.V. setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

Die seit Mai 2014 gültige Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung sozial schwacher Mieter wird um ein weiteres Jahr bis Ende April 2017 verlängert.

"Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist wichtig", so Kreisdirektorin Susanne Koch. "So können Antragstellerinnen und Antragsteller, bei denen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Mietmängel bestehen oder Abrechnungen nicht korrekt sind, weiterhin die qualifizierte Beratung durch den Mieterbund in Anspruch nehmen."

Sozial schwächere Personen, wie Antragsteller von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe, haben häufig Schwierigkeiten gegen Missstände vorzugehen. Die Einschaltung eines Rechtsanwaltes oder auch die Mitgliedschaft in einem Mieterverein ist für diesen Personenkreis häufig finanziell nicht möglich. Das Jobcenter Kreis Gütersloh und die Abteilung Soziales können nun weiterhin in Einzelfällen Betroffene an den Mieterbund OWL vermitteln und die Kosten übernehmen. Die Betroffenen erhalten wie alle Mitglieder des Mieterbundes eine umfassende mietrechtliche Prüfung und Beratung. Damit will der Kreis Gütersloh erreichen, dass Antragsteller ihre Rechte gegenüber dem Vermieter wahrnehmen.

"Wohnen ist leider nicht immer problemlos", weiß Veronika Rosenbohm, Vorstandsvorsitzende des Mieterbundes Ostwestfalen-Lippe und Umgebung e.V. "Das Mietrecht ist kompliziert. Jeder Mieter muss sich, unabhängig von seinem Einkommen, gegen unberechtigte Vermieterforderungen wehren und seine berechtigten Interessen durchsetzen können. Dafür setzen wir uns in dieser Kooperation ein. Wenn dadurch auch die Staatskasse und damit die Steuerzahler geschont werden können, ist das ein angenehmer Nebeneffekt."

In den ersten anderthalb Jahren der Zusammenarbeit mit dem Mieterbund OWL e.V. wurden Beiträge für rund 50 Mitgliedschaften vom Kreis Gütersloh übernommen. Die Zusammenarbeit hat sich als praktikabel in der Durchführung und zielführend erwiesen: Die dadurch erwirkten Einsparungen von ungerechtfertigten Miet- und Heizkosten decken die Kosten des Kreises für die Mitgliedsbeiträge.

Der Kreis Gütersloh trägt derzeit für rund 10.000 Haushalte zumindest einen Teil der Aufwendungen für Unterkunft und Heizung einer Mietwohnung. Die Ausgaben beliefen sich allein im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) im vergangenen Jahr auf insgesamt 41 Millionen Euro.