Nachhaltige Integration von Zuwanderern: Kommunales Integrationszentrum hilft weiter

Von Phuong Anh Doan

Gütersloh, 20.04.2016. Seit 2013 unterstützt das Kommunale Integrationszentrum (KI) als eines der ersten in Nordrhein-Westfalen die schulische Integration von neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen, die Bildungs- und Sprachförderung sowie die interkulturelle Öffnung.

Es wird dabei nicht nur den Flüchtlingsfamilien geholfen, sondern auch zugewanderten Familien mit anderen Migrationshintergründen. Gudrun Mackensen, Abteilungsleiterin Schule, stellte die aktuellen Arbeitsschwerpunkte am Dienstag, 19. April 2016, im Schul-, Kultur- und Sportausschuss vor.

Das Kommunale Integrationszentrum bietet seit Februar 2015 Erstberatungsgespräche für zugewanderte Kinder und Jugendliche an, um Empfehlungen zu entsprechenden Schulformen auszusprechen. Alle Informationen, die sich daraus ergeben, werden in einer Datenbank dokumentiert. Das erleichtere den Aufnahmeprozess an Schulen, da alle Schüler zum Beratungsgespräch ihre Daten zu schulischer Laufbahn oder Sprachkenntnissen mitbringen, so Mackensen. So soll eine schnellstmögliche und vor allem passgenaue Beschulung gewährleistet werden.  Seit September 2015 wurden 313 Erstgespräche mit Schülern aus der Primarstufe und 377 Erstgespräche mit Schülern aus der Sekundarstufe I geführt. 77 Schüler aus der Sekundarstufe II sowie 8 Schüler der Förderschulen erhielten ebenfalls Erstberatungen.

Schule sei ein idealer Ort, um anzukommen, sagt Kreisdirektorin Susanne Koch. Aus diesem Grund werden die Schulen systematisch in der Schul- und Unterrichtsentwicklung beraten, um ein Gesamtkonzept für Integration zu erstellen, welches im Schulprogramm sowie im Schulalltag verankert sein soll. Lehrer und Lehrerinnen werden außerdem im Bereich der Durchgängigen Sprachbildung und Interkulturellen Kompetenz mit Weiterbildungsangeboten fachlich unterstützt, um ein Zusammenwirken aller am Schulleben beteiligten Personen zu erreichen. Dazu gehört auch das Elternhaus, das einen zentralen Einfluss auf die Kindesentwicklung hat. Die erprobten Projekte wie "Rucksack Kita" sollen intensiviert und weitere unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden, um die Eltern bei der Mitwirkung am Schulleben einzubeziehen.

Neben diesen Hauptaufgaben soll die strategische Netzwerkarbeit die Integrationsarbeit der Städte und Gemeinden im Kreis Gütersloh bündeln und somit mehr Transparenz schaffen. Dadurch soll ein fachlicher Austausch der Arbeit gelingen. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter wird weiterhin bewahrt. Den Institutionen der Integrations-, Bildungs- und Sozialarbeit wird zusätzlich angeboten, sich mit Themen wie den Umgang mit Gewalt und Fremdenfeindlichkeit oder Maßnahmen gegen den Rassismus auseinanderzusetzen. Es sei wichtig, den beteiligten Personen ein zentrales Verständnis zu vermitteln, indem ethische und ethnische Grundlagen vermittelt werden, so Mackensen. Es engagieren sich im Kreis Gütersloh auch zahlreiche Ehrenamtliche, die ihre Arbeit vor Ort selbstständig koordinieren. Das Kommunale Integrationszentrum agiere hierbei als fortbildendes Element und biete kontinuierlich Qualifizierungen, die für die Flüchtlingsarbeit besonders relevant sind.

Die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums zielt auf die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe an Integration ab und schafft damit Grundvoraussetzungen für einen langfristigen und nachhaltigen Integrationsprozess, die über eine Krisenlösung hinausgehen.