Schüler besuchen Wind Power Trainingscenter von Siemens: Turbine besichtigt, Kran gesteuert und aus sechs Metern Höhe abgeseilt

Gütersloh/Bremen, 17.05.2016. Die Gewinner des Power Matrix Wettbewerbs erlebten in der vergangenen Woche einen ganz besonderen Tag: Sie besuchten das  Wind Power Trainingscenter von Siemens in Bremen.

Power Matrix Gewinner bei Siemens
Eigentlich befindet sich die Gondel 100 Meter hoch in der Luft, für Trainingszwecke steht sie im Siemens Wind Power Trainingscenter auf dem Boden. Die Schüler (v. l.) Nico Hackler, Timon Töws, Maurice Dieler, Fynn Mareczek, Nils Mareczek und Patrick Hirschfeld erkundeten das Terrain in Begleitung von Jan-Michael Both, Leiter des Siemens-Trainingscenters in Bremen, und Kim Nadine Ortmeier, Klimaschutzmanagerin des Kreises Gütersloh.

Normalerweise ist die Einrichtung nicht für Besucher geöffnet − für die sechs Schüler aus dem Kreis Gütersloh wurde eine Ausnahme gemacht. Einen Tag lang hatten die 14- bis 16-Jährigen die Chance, einen exklusiven Blick hinter die Kulissen zu werfen und auch praktische Erfahrungen zu sammeln. In Bremen werden Service-Profis aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika für ihre On- und Offshore-Einsätze auf Windkraftanlagen ausgebildet und trainiert.

Jan-Michael Both, Leiter des Trainingscenters, führte Nico Hackler (Rietberg), Patrick Hirschfeld (Steinhagen), Timon Töws, Fynn Mareczek, Maurice Dieler und Nils Mareczek (alle Harsewinkel) zunächst in die Grundlagen ein: Wie funktioniert Windkraft überhaupt? Wo entstanden die ersten Anlagen? Und können Windräder eigentlich gebremst werden, wenn zu viel Wind herrscht oder ein Fehler vorliegt?

Steuerung des Krans
Unter Anleitung von Jan-Michael Both (l.) manövriert Timon Töws die Wasserflasche in die Kiste - gar nicht so einfach mit einem Kran. Die Sicherheit steht bei Siemens im Vordergrund: Arbeiten ist nur mit der korrekten persönlichen Schutzausrüstung erlaubt.

Nach der Theorie folgte die Praxis. Eines der Highlights in Bremen: Die Schüler konnten in die Gondel einer Windkraftanlage steigen. Der erste Eindruck war beeindruckend: So groß das Maschinenhaus von außen wirkt, gibt es doch im Inneren aufgrund der dort verbauten Technik nur wenig Bewegungsspielraum. Entsprechend wichtig sind Helm und Sicherheitskleidung, die auch die Schüler tragen mussten. "In der Gondel, die bei uns zu Trainingszwecken nicht auf einem Turm gelagert ist, sondern am Boden steht, üben unsere Service-Profis verschiedene Rettungsszenarien", erklärte Jan-Michael Both. "Regelmäßige Notfall-Trainings sind bei Siemens Pflicht."

Eine weitere Praxisübung für die Gewinner im Power Matrix Wettbewerb: Die Schüler sollten einen Kran steuern, der innerhalb eines Windrads beim Material- und Werkzeugtransport zum Einsatz kommt. Als Versuchsobjekte dienten Wasserflaschen, die mit etwas Fingerspitzengefühl in einer Kiste platziert werden mussten. Keine ganz leichte Übung, die den Schülern aber sichtlich Spaß machte. Bei der zweiten Schwierigkeitsstufe konnte der Steuermann am Pult sein Ziel nicht mehr sehen und musste sich auf die Anweisungen seines Partners verlassen. "Das ist schon ein bisschen kniffliger", so das Fazit von Fynn Mareczek.

Abseilen vom Turm
Patrick Hirschfeld wird von dem knapp sechs Meter hohen Turm abgeseilt - eine Rettungsübung für den Notfall.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages für die sechs Schüler: Wer wollte, konnte sich von einem erfahrenen Trainer vom über sechs Meter hohen Turm abseilen lassen. "Das ist auch eine der Pflichtübungen, die hier in Bremen für die Rettung im Notfall geübt wird", erklärte Both. "Es ist schön, dass sich alle Schüler getraut haben", freute sich Kim Nadine Ortmeier, Klimaschutzmanagerin des Kreises. "Man muss sich einmal überwinden, schließlich hängt man ja an Seilen sechs Meter über dem Boden." Insgesamt zieht Ortmeier ein positives Fazit des Tages: "Die Schüler konnten viel über Windenergie lernen. Besonders gut gefallen hat uns, dass sie einige Arbeitsschritte im Center ganz praktisch ausprobieren konnten".

Zum Thema: Power Matrix

Im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes hatten die Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh, das zdi-Zentrum pro MINT GT und das Europe Direct Kreis Gütersloh in Kooperation mit der Siemens AG zum zweiten Mal den Power Matrix Wettbewerb organisiert. Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis knapp drei Wochen Zeit, Punkte beim Simulations- und Strategiespiel Power Matrix zu sammeln. Alles drehte sich darum, eine eigene Stadt aufzubauen, ein nachhaltiges Energiesystem zu gestalten und die Bevölkerung zuverlässig mit Energie zu versorgen. Das von der Siemens AG entwickelte Spiel will Verständnis für den Energiemarkt schaffen und gleichzeitig Einblicke in Stromerzeugung und -netze bieten. Die sechs Schüler hatten den Ausflug nach Bremen als Sonderpreis gewonnen.