Schüler und Eltern buchen Tickets einfach im Netz

Gütersloh, 20.06.2016. Was es nicht gibt, muss erfunden werden: Auf den kurzen Nenner lässt sich die Idee von Kirsten Strunz und Ralf Meitzner bringen. Die beiden Mitarbeiter aus der Schulverwaltung wollten eine einfach zu bedienende iT-Lösung für die Schülertickets an den Schulen in Kreisträgerschaft.

Foto der Kreismitarbeiter Kirsten Strunz und Ralf Meitzner
Hatten die Idee für die von der regio iT programmierte webbasierte Schü-lerticketseite: Kirsten Strunz und Ralf Meitzner. Foto: Kreis Gütersloh

Die gab es jedoch trotz langer Recherche am Markt nicht. Deswegen hat die regio iT GmbH eine neue Online-Anwendung programmiert, die seit einem halben Jahr am Berufskolleg Halle (Westf.) erprobt wird und die ab dem Schuljahr 2016/2017 allen Fahrschülern an Schulen in Kreisträgerschaft zur Verfügung steht.

"Uns war wichtig, eine für Schüler und Erziehungsberechtigte möglichst einfache Lösung hinzubekommen", erklärt Meitzner. Der Antrag auf ein Schülerticket wird online im Netz gestellt. Die jeweilige Schule prüft dann die Angaben und schaltet den Antrag für die Kreisverwaltung frei. Die prüft die rechtlichen Voraussetzungen (siehe 'Zum Thema') und leitet dann die Daten an die Beförderungsunternehmen weiter. Die setzen abschließend das erste Papier ein: Das Ticket wird gedruckt. Das ganze Procedere ist nicht nur einfacher, sondern auch weniger fehleranfällig. "Wir hatten ständig Probleme mit falsch eingetragenen Daten oder unleserlichen Namen. Da wurde aus einem Müller ein Möller", erzählt Strunz und Meitzner ergänzt: "Außerdem ist es einfach nicht mehr zeitgemäß, wenn an drei Stellen - Schule, Kreis und Busunternehmen - die gleichen Daten eingegeben werden müssen."

Außerdem muss es sich bei dem besuchten Bildungsgang des Berufskollegs um eine Vollzeitklasse handeln.Als die beiden Mitarbeiter der Schulverwaltung sich auf die Suche nach einer IT-Lösung gemacht hatten, mussten sie feststellen, dass viele Schulträger ihre eigenen kleinen Programme hatten, es aber bisher keine webbasierte Lösung für Schülertickets gab. Das Budget für eine Neunentwicklung reichte jedoch nicht ganz aus. Die Lösung: Der kommunale IT-Dienstleister regio iT  entwickelte das Programm  zwar für den Kreis Gütersloh, vermarktet es aber nun auch unter anderen Schulträgern. "Gemeinsam mit dem Kreis Gütersloh als Pilotkunde haben wir hier etwas 'aus der Praxis für die Praxis' auf den Weg gebracht, was auch andere Kommunen überzeugt", freut sich Michael Schmitt, Leiter der Anwendungsentwicklung der regio iT, über den Erfolg der Web-Lösung. Und Meitzner ergänzt: "Das hat einerseits den Vorteil, dass Version 1.0 auf uns zugeschnitten ist. Und andererseits: Je mehr Kunden, desto größer die Chance, das Programm weiter zu verbessern."

Zum Thema: Schülerfahrtkosten

Anspruch auf Schülerfahrkosten haben Schülerinnen und Schüler, deren Schulweg eine bestimmte Entfernungsgrenze übersteigt:

  • Primarstufe         = mehr als 2 km
  • Sekundarstufe I  = mehr als 3,5 km
  • Sekundarstufe II =mehr als 5 km

Einen Ticketanspruch haben aber nur Schülerinnen und Schüler, die die nächstgelegene Schule besuchen.

Außerdem muss es sich bei dem besuchten Bildungsgang des Berufskollegs um eine Vollzeitklasse handeln.