Schützen zum Gespräch im Kreishaus

Gütersloh, 03.03.2016. Zu laute Feste, Normen für die Vögel, Rauchverbote, hohe Auflagen für Waffen, Trinkwasser oder Festzelte – die Schützen haben beim Pflegen ihres Brauchtums in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Einschränkungen oder drohenden bürokratischen Hürden zu kämpfen.

Bußwinkel, Kuper und Adenauer im Gespräch mit Schützen des Kreises
Kamen im Gütersloher Kreishaus mit den Schützen ins Gespräch (v.l.): Bernhard Bußwinkel (Abteilungs-leiter Bauen, Wohnen, Immissionen), André Kuper (Mitglied des Landtags), Landrat Sven-Georg Adenauer, Ralph Brinkhaus (Mitglied des Bundestags), Christian Peters (Kreispolizei-behörde, Leiter Führungsstelle Gefahrenabwehr/ Einsatz) und Werner Thimm (Abteilungsleiter Polizeiverwaltung).

Ralph Brinkhaus, André Kuper und Sven-Georg Adenauer sind immer wieder von Schützen auf die vielfältigen Probleme angesprochen worden. Das nahmen die drei zum Anlass, die Schützen zum Gespräch einzuladen. Rund 80 Schützen tauschten sich im Kreishaus mit dem Bundestags-, dem Landtagsabgeordneten und dem Landrat aus.

"Die hervorragende Arbeit der Schützenvereine im Kreis Gütersloh für das Gemeinwohl und den hohen Stellenwert des Ehrenamts schätzen wir sehr", erklärte Landrat Sven-Georg Adenauer. Bislang sei die Zusammenarbeit konstruktiv und angenehm gewesen. Die Verwaltung versuche bei allen Hemmnissen zu helfen. Bürokratische Hürden sollen möglichst abgebaut werden. Je mehr reglementiert werde, umso kleiner würden auch die Ermessensspielräume, die gelegentlich von der Kreisverwaltung und der Kreispolizeibehörde genutzt werden könnten. "Auch wir sind mit einigen Entwicklungen der letzten Jahre nicht einverstanden und haben alle Gelegenheiten genutzt dieses auch deutlich zu machen", betonte Adenauer.

Hermann-Josef Pierenkemper, Vorsitzender des St.-Sebastian-Bürgerschützenvereins Wiedenbrück und Justitiar des Bundes der historischen Schützen, sah die mögliche Änderung des Freizeitlärmerlasses kritisch. Die Durchführung traditioneller Schützenfeste sei bereits nach aktuellen Richtlinien schwierig. "Werden nun absolute Grenzwerte für die Geräuschimmissionen festgelegt, können Schützenfeste demnächst abends nicht mehr gefeiert werden."

Aus Sicht der Immissionsschutzbehörde informierte Bernhard Bußwinkel, Abteilungsleiter Bauen, Wohnen, Immissionen des Kreises, gemeinsam mit André Kuper über die Änderungen im Lärmschutz: "Die aktuellen Änderungen führen dazu, dass Spielräume für Genehmigungen in der Nacht weiter eingeschränkt werden." Über Angelegenheiten im Waffenrecht sprach der Abteilungsleiter der Polizeiverwaltung Werner Thimm.

Insgesamt wurden aus Sicht der Schützen große Bedenken bezüglich der Änderungen des Freizeitlärmerlasses geäußert. Wenn in Zukunft erneut Bedarf am Austausch besteht, soll die Informationsveranstaltung wiederholt werden.