Sprach- und Kulturförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Von Phuong Anh Doan

Gütersloh, 20.04.2016. Anfang dieses Jahres stellte der Kreistag erneut 100.000 Euro zur Unterstützung von Flüchtlingen im Kreis Gütersloh für 2016 zur Verfügung. Beim Einsatz der Mittel konzentrierte sich die Kreisverwaltung dabei auf den Bereich der Durchgängigen Sprachbildung, mit ergänzendem Fokus auf Grundschulen.

Durchgängige Sprachbildung soll zu einem möglichst lückenlosen Spracherwerb durch die verschiedenen  Institutionen und Lernbereiche führen. Dadurch soll vor allem die schulische und gesellschaftliche Integration gestärkt werden. Insbesondere die laut des Kommunalen Integrationszentrums stark angestiegene Zahl der neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen in Grundschulen soll hier einbezogen werden. Gudrun Mackensen, Abteilungsleiterin Schule, erläuterte im Schul-, Kultur- und Sportausschuss am Dienstag (19. April) den Vorschlag der Verwaltung, wofür in diesem Jahr die 100.000 Euro verwendet werden sollen.

Die Investitionssumme ist für die Durchführung von drei Maßnahmen geplant. Zunächst soll das Projekt Handlungsorientiertes Deutsch-Lernen in der Sekundarstufe I in Auffang- und Vorbereitungsklassen mit 55.000 Euro weitergeführt und um die Primarstufe (Grundschule) ergänzt werden. Mit 40.000 Euro wird das Projekt Sprachförderung für neu zugewanderte Jugendliche in Berufskollegs als Zusatzangebot in den Schulferien fortgesetzt und um die Sekundarstufe I erweitert. Die restlichen 5.000 Euro sind für das Projekt Theaterpädagogik und Sprachförderung in den Grundschulen zur praktischen Anwendung der Sprache mit Hilfe von Theaterspielen, Reimen, Rollenspielen und Liedern geplant.

Das Projekt Handlungsorientiertes Deutsch-Lernen ist ergänzend zum Unterricht an 16 bis 20 Schulen geplant und richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zwischen 6 und 17 Jahren. Weiterhin sollen mit dem Zusatzangebot in den Schulferien an sechs Schulstandorten jeweils zwei Sprachförderungsmaßnahmen in der Ferienzeit mit 20 Unterrichtsstunden ermöglicht werden. Das Theaterprojekt ist für drei Schulstandorte über acht Wochen angedacht.

Die Maßnahmen sollen nicht nur die alltagsorientierte Sprachentwicklung stärken, sondern den neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen ebenso den Umgang mit Geld und Medien in Alltagssituationen sowie die Orientierung in öffentlichen Einrichtungen, wie dem Sportverein oder Jugendtreff, erleichtern. Hinzu kommt das Näherbringen von Kultur durch sport-, musik- und theaterpädagogische Sprachkurse.

Über den Beschlussvorschlag berät abschließend der Kreisausschuss am 25. April 2016 im Kreishaus Gütersloh.