"Sozial-Oscar" mit 5.000 Euro dotiert: Integrationspreis wird zum achten Mal verliehen

Gütersloh, 17. April 2012. Zum achten Mal wird in diesem Jahr der Sozial-Oscar an einen Betrieb verliehen, der sich vorbildlich für die berufliche Integration von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen einsetzt. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die je zur Hälfte vom Kreis Gütersloh und der Gütersloher Stiftung für psychisch Kranke und geistig Behinderte beigesteuert werden.

Landrat, Schmitz, Miele und Kemper vor dem Kreishaus
Starteten die achte Ausschreibung für den Sozial-Oscar (v.l.): Landrat Sven Georg Adenauer, Judith Schmitz (Abteilungsleiterin Soziales Kreis Gütersloh), Schirmherrin Karin Miele und Dr. Ulrich Kemper, Vorsitzender der Gütersloher Stiftung für psychisch Kranke und geistig Behinderte.

Jeder kann ein Unternehmen für den Sozial-Oscar vorschlagen - das kann auch das eigene Unternehmen sein. Der Jury reicht lediglich ein Hinweis, alles Weitere übernimmt sie. Bewerbungen und Vorschläge für Betriebe können bis zum 31. August eingereicht werden. Infos und Bewerbungsbögen gibt es bei der Stiftung (Hermann-Simon-Straße 7, Gütersloh, Tel. 05241/502-2551) und bei der Abteilung Soziales des Kreises Gütersloh (Tel. 05241/85-2350). Nach einer Vorauswahl besucht die siebenköpfige Jury die verbliebenen Firmen. Am 14. November 2012 wird Schirmherrin Karin Miele die Preisverleihung vornehmen.

Ziel der Aktion ist es, gute Beispiele beruflicher Integration öffentlich zu machen und zur Nachahmung anzuregen.

Nach den ersten beiden Preisvergaben der Jahre 1999 und 2000 wurden die Vergabeintervalle mit Zustimmung der Politik geändert. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der mit der Ausschreibung des "Sozial-Oscars" verbundene immense Arbeitsaufwand nicht jedes Jahr von den Ausrichtern geleistet werden konnte. Zudem war es notwendig, die symbolische Wirkung des "Sozial-Oscars" zu verstärken, der als Anerkennung, Ermutigung und Ansporn für alle dienen soll.

Gleichzeitig ist es mit dem geänderten Vergabeintervall gelungen, die Qualität der eingereichten Vorschläge und Bewerbungen zu erhöhen. Die ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass bereits während der Ausschreibungsphase, die Unternehmen im Kreis Gütersloh durch persönliche Ansprache zu einer Bewerbung motiviert werden konnten.

Die bisherigen Preisträger sind:

  • 1999: Firma Ulrich Krampe GmbH & Co., Langenberg
  • 2000: Firma Alulux GmbH & Co., Verl
  • 2002: Firma Nüßing GmbH, Verl
  • 2004: Firma Timken GmbH, Halle (verliehen in 2005)
  • 2006: Firma Wöstheinrich KG, Herzebrock-Clarholz
  • 2008: Firma Pro Objekt Einrichtungen GmbH, Gütersloh
  • 2010: Firma Großewinkelmann GmbH & Co. KG aus Rietberg

Die Preisträger zeigen mit ihren Mitarbeitern in der gelebten Praxis, dass in Zeiten immer härteren globalen Wettbewerbs sowohl theoretische Konzepte und die Alltagspraxis in Einklang zu bringen sind.

Der "Sozial-Oscar" erreicht die gesetzten Ziele:

  • Die breite Berichterstattung in Zeitung, Rundfunk und Fernsehen macht deutlich, dass die "Sozial-Oscar"-Idee im Kreis Gütersloh angekommen ist, nämlich denjenigen Unternehmer zu finden und auszuzeichnen, der sich besonders für die Integration psychisch kranker und geistig behinderter Mitbürger in den Arbeitsmarkt engagiert hat.
  • Einige Unternehmen nahmen die Ausschreibung zum Anlass, sich über mögliche Beeinträchtigungen bei psychisch erkrankten Menschen zu informieren, mit dem Ziel, gesundheitsfördernde Maßnahmen im Unternehmen zu verbessern bzw. zu initiieren.
  • Die Anfragen zum "Sozial-Oscar" aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik und einiger Stiftungen (z.B. der Bertelsmann-Stiftung) belegen, dass diese Idee über die Grenzen des Kreises Gütersloh hinaus als vorbildlich und nachahmenswert wahrgenommen wird.
  • Die bisherigen Preisträger haben den mit 5.000,- Euro dotierten Preis stets für weitere sozial-integrative Maßnahmen eingesetzt, wie z. B. in die Förderarbeit des integrativen Kindergartens oder die Bereitstellung eines Ausbildungsplatzes für einen psychisch beeinträchtigten jungen Menschen.
  • Gemäß der Zielsetzung trägt insbesondere die Begehung der nominierten Bewerberfirmen dazu bei, die Vielfalt des Engagements zur beruflichen Eingliederung aufzudecken. Sie hilft aber auch, konkrete Unterstützungsbedarfe der Unternehmen zur Verbesserung der Eingliederungssituation zu erkennen, hier sei beispielsweise auf das Anliegen nach einer langfristig ansprechbaren Kontaktperson aus dem Hilfesystem hingewiesen.
  • Im Rahmen der Ausschreibung gelang es Institutionen des Kreises Gütersloh wie dem Unternehmerverband und die Kammern in die aktive Öffentlichkeitsarbeit und Bekanntmachung der Preisvergabe einzubinden. Die Fortführung dieses Ansatzes trägt dazu bei, die soziale Verantwortung für behinderte Arbeitnehmer auf eine breitere Basis zu stellen.
  • Teilhabe am Erwerbsleben gehört zu den übergeordneten Zielen psychiatrischer Behandlung und Rehabilitation. Ziel der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist die Erwerbstätigkeit behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern (§ 33 Abs. 1 SGB IX). Das Sozialgesetzbuch IX enthält allgemeine Regelungen über die Eingliederung schwer behinderter Menschen im Arbeitsleben. Wie diese Rechte und Pflichten umzusetzen sind, welche Maßnahmen im Einzelfall hilfreich sein können, wird jedoch kaum erläutert. Der "Sozial-Oscar" kann weiterhin im Sinne von "best practices" Maßnahmen der unterschiedlichen Unternehmen transparent machen und praxistaugliche Ideen zur Nachahmung empfehlen.

Der "Sozial-Oscar" hat sich bewährt; die Preisträger bewiesen bisher, dass Integration planbar und erfolgreich wird, wenn man sich darum kümmert und sie als Ziel verfolgt.