Trägerverbund der freien Jugendhilfe: Stadt Rheda-Wiedenbrück schließt sich Kreis-Modell an

Gütersloh, 21.05.2012. Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hat gemeinsam mit dem Kreis Gütersloh eine Vereinbarung mit dem Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh unterzeichnet. Damit werden in Rheda-Wiedenbrück, das seit Jahresbeginn ein eigenes Jugendamt hat, alle familienunterstützenden Erziehungsmaßnahmen durch die acht Anbieter geleistet.

Vertreter von Stadt, Kreis und Trägerverbund
Unterschrieben die Vereinbarung zwischen dem Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh, der Stadt Rheda-Wiedenbrück und dem Kreis Gütersloh: Die Vertreter von Stadt, dem Kreis und den acht Trägern, vorne am Tisch (v.l. Kreisdirektor Christian Jung, Landrat Sven-Georg Adenauer, Volker Brüggenjürgen, Theo Mettenborg und Eberhard Greufe. Foto: Kreis Gütersloh

Der Kreis Gütersloh setzt bereits seit 2004 auf den Trägerverbund. Landrat Sven-Georg Adenauer und Bürgermeister Theo Mettenborg unterzeichneten im Kreishaus Gütersloh zusammen mit Vertretern der Jugendhilfeträger eine entsprechende Vereinbarung. Adenauer: "Das ist ein gutes Signal und zeigt, dass hier bisher gute Arbeit geleistet worden ist."

"In der Trägervielfalt liegt der Reiz der Zusammenarbeit", erklärte Mettenborg. "Die Träger haben sich bereits über viele Jahre in Rheda-Wiedenbrück engagiert. Das wollen wir gemeinsam fortsetzen." Die Träger der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh übernehmen für die Stadt Rheda-Wiedenbrück und den Kreis Gütersloh alle ambulanten familienunterstützenden Erziehungshilfen. Die Mitarbeiter der acht Träger betreuen Eltern und Kinder vor Ort in den Familien. Je nach Problemlage dauert der Einsatz kürzer oder länger. Dabei zielt ihre Arbeit entweder stärker auf die Eltern, um diese erziehungsfähig zu machen, oder stärker auf die bereits verhaltensauffälligen Kinder - oder auf beide gleichermaßen. In Extremsituationen sind die Sozialarbeiter und -pädagogen auch am Wochenende im Einsatz. "Die entscheidende Frage ist doch letztlich, welche Leistung bei den Familien ankommt", meinte Volker Brüggenjürgen, Vorstand der Caritas Gütersloh und Sprecher des Trägerverbunds. Es gelte das Prinzip ambulant vor stationär. "Und gemeinsam sind wir stärker, passgenaue Hilfen anzubieten."

Die Gründung des Trägerverbunds 2004 hatte inhaltliche Gründe: "Wir wollten einen möglichst großen Pool von Mitarbeitern haben, um auf jede Situation richtig reagieren und alle Bedarfe abdecken zu können", erinnerte Lothar Busche, Abteilungsleiter Jugend, Familie und Sozialer Dienst beim Kreis Gütersloh. Für die entstehenden Kosten gibt es eine Personalgarantie. "Die einzelnen Fälle lassen sich so besser, nämlich gemeinsam steuern, als wenn wir nach Stunden bezahlen würden. Dadurch wird gewährleistet, dass nur so viele Stunden anfallen, wie fachlich auch nötig sind." Das bestätigen im Übrigen die Fachleute der Gemeindeprüfanstalt, die dem System der ambulanten Hilfen im Kreis Gütersloh Bestnoten gaben. Zudem könne man so Personalkontinuität garantieren. Busche: "Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter in ihrer Stadt oder Gemeinde auskennen, wissen welche Kitas, Sportvereine und sonstigen unterstützenden Institutionen es gibt."

Zum Thema: Trägerverbund der freien Jugendhilfe

Zu dem Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh haben sich im Jahr 2004 folgende Institutionen zusammen geschlossen: AWO Kreisverband Gütersloh, AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe, Caritasverband für den Kreis Gütersloh, CJD Versmold, Diakonie Gütersloh, Diakonie im Kirchenkreis Halle/Westf., v. Bodelschwingsche Stiftungen Bethel, Stiftungsbereich Jugend und Beruf (damals Gebal GmbH - Jugendhilfe Gütersloh) und das Jugendwerk Rietberg.

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