OWL-Jobcenter entwickeln Fachkräfte

Über 10.000 berufliche Förderungen in fünf Jahren

Erfreut waren die Geschäftsführungen über die hohe Zahl von über 2.200 beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen, die mit einem anerkannten Berufsabschluss endeten und über annähernd 8.300 sonstige berufliche Fortbildungsmaßnahmen in den vergangenen fünf Jahren. Denn das ist bereits heute eine gute Basis für die mit dem neuen ‚Bürgergeld‘ angestrebte Priorisierung von Berufsausbildungen. Die Zahlen werten die Geschäftsführungen gemeinsam mit den Teilnehmenden als großen Erfolg für Arbeitnehmende, für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie für die Steuerzahlenden. Jeder Einzelfall bedeutet ein erhebliches Maß an Abstimmung. Für jede Person den passenden Lehrgang und die passende Arbeitsstelle zu finden ist das Eine. Die Finanzierung der Maßnahmen – manchmal über drei Haushaltsjahre hinweg – ist angesichts begrenzter Gelder und jährlicher Bundeshaushalte eine andere Herausforderung. Und ein Patentrezept gibt es definitiv schon mal gar nicht. Dies zeigt schon die Tatsache, dass in den Kreisen der Region und in der Stadt Bielefeld unterschiedliche Schulungsschwerpunkte bedient wurden. Während in Bielefeld und Höxter ein Schwerpunkt in den kaufmännischen Berufen und in der Informatik lag, wurden in Paderborn beispielsweise viele SGB II- Beziehende in der Stahl- und Metallverarbeitung ausgebildet. In Minden-Lübbecke liegt ein besonderer Fokus auf dem Bereich Schienenverkehr, in Lippe und im Kreis Gütersloh dagegen auf Pflegeberufen. Die gesamte Region hat ein starkes Industrievorkommen gemeinsam, was zahlreiche Schulungen im Lager- und Logistikbereich sowie in der Fahrzeugführung widerspiegeln.

Dass die Instrumente der Grundsicherung für Arbeitsuchende durchaus auch flexibel einsetzbar sind zeigen beispielhaft zwei Projekte aus der Region: So hat in Bielefeld das Jobcenter Arbeitplus zehn Geflüchtete zu Busfahrerinnen und Busfahrern ausbilden lassen und parallel die notwendige Sprachförderung koordiniert. Das Jobcenter Kreis Gütersloh dagegen hat eine Gruppe von Pflegeassistenten ausgebildet und deren Mobilität mit einem parallel laufenden Führerscheinlehrgang begleitet. Durch eine gute Kombination von Angeboten haben die Jobcenter gleichermaßen Arbeitgeber überzeugen wie auch Leistungsbeziehende motivieren können.

„Mit der bevorstehenden SGB II-Reform, dem ‚Bürgergeld‘, das der Qualifikation von Transferleistungsempfängern noch mehr Beachtung schenkt, gehen wir in den sieben OWL-Jobcenter davon aus, dass auch in Zukunft stattliche Beiträge zur Qualifizierung und Beschäftigung von Arbeitskräften möglich sind, wenn der Finanzminister entgegen seiner derzeitigen Kürzungsandrohungen am Ende doch noch ausreichend Geld bereitstellt“, so Kupczyk.

 

Infokasten:

Eintritte

2017

2018

2019

2020

2021

Summe

Mittelwert

FbW mit Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf (Umschulung)

 

420

447

548

377

421

2.213

443

Fortbildung (sonstige FbW)

 

1.626

1.762

1.866

1.483

1.526

8.263

1.653

Bestand der ELB im Jahresdurchschnitt

106.341

102.409

98.383

98.441

94.811

 

100.077

Quote

1,9%

2,2%

2,5%

1,9%

2,1%

 

2,1%