Ausschreibung Busverkehr Südwest und Südost: "Ein Quantensprung im ÖPNV"

Gütersloh, 22.09.2011. Im Süden des Kreises Gütersloh wird es ab dem nächsten Jahr auf fast sämtlichen Busstrecken eine deutliche Verbesserung geben: Mehr Buslinien im Stundentakt, zusätzliche Fahrten am Abend und auch am Wochenende.
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Das ist das Ergebnis einer Ausschreibung des Kreises Gütersloh und des Verkehrsverbunds Ostwestfalen-Lippe (VVOWL). "Bisher war es so, dass wir im Norden des Kreises einen guten Öffentlichen Personennahverkehr hatten und einen weniger guten im Süden. Diesen Gegensatz heben wir nun auf", zeigt sich Landrat Sven-Georg Adenauer zufrieden.

Mit den Linienbündeln Südwest und Südost sind sämtliche fünf Linienbündel im Kreisgebiet ausgeschrieben worden. Anlass für die Ausschreibung dieser beiden Linienbündel war die Tatsache, dass sämtliche Busunternehmen eine Frist hatten verstreichen lassen, die die Bezirksregierung vorsieht. "Kein Unternehmen wollte die Linien ohne Zuschüsse bedienen", erläutert Stefan Honerkamp, stellvertretender Geschäftsführer des VVOWL und zuständig für die Busverkehrsplanung im Kreis Gütersloh.

Zusammen mit Heiko Rusche (VVOWL) stellte Honerkamp den Fahrplan 2012 für die Kommunen im südlichen Kreisgebiet am Donnerstag (22. September) im Verkehrs- und Straßenausschuss vor. Für die Ausschreibung drehte man quasi den Spieß um, und beschrieb nicht wie sonst üblich die Leistung und ließ sich dafür einen Preis nennen: "Wir bieten euch eine Summe, bietet ihr uns einen Fahrplan", erläutert Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt beim Kreis Gütersloh.

Natürlich mussten die Bieter sich den Nahverkehrsplan anschauen, der festlegt, wie viele Fahrten man auf welcher Strecke an welchen Wochentagen für notwendig erachtet - inklusive des Schülerverkehrs festgehalten sind. Die rund 13.000 Fahrschüler im Kreis machen den größten Teil der Kundschaft aus. Und die Veolia Verkehr West Gmbh (Mönchengladbach), im Kreis Gütersloh besser bekannt unter TWE Busverkehr, bot für beide Linienbündel mehr, als man erwarten konnte. Die Veolia-Tochter kennt sich im Kreis Gütersloh aus.

Auf fast allen Linien bietet Veolia deutlich mehr an, als der nahverkehrsplan vorsieht. Scheffer: "Ich war wirklich überrascht, wie viel wir für das Geld bekommen." Auf fast allen Linien konnte die Zahl der gefahrenen Kilometer deutlich erhöht werden. Extrembeispiel ist die Linie Rheda-Wiedenbrück-Rietberg (Linie 442). In gefahrenen Kilometern steigt das Angebot verglichen mit dem jetzigen Busfahrplan um 225 Prozent. Dort wird ein Stundentakt eingerichtet, der nebenbei auch den Stadtverkehr in Rheda-Wiedenbrück stärkt. Außerdem ergibt sich eine Anschlussmöglichkeit per Bahn vom Bahnhof in Rheda. Aber auch auf anderen Linien werden die Kunden die Busse deutlich häufiger eine Haltestelle anfahren sehen, etwa auf Linie 80.1, Verl-Rietberg-Lippstadt (plus 75 Prozent).

"Man kann es gar nicht hoch genug bewerten: Das Ausschreibungsergebnis ist ein Quantensprung", betont Honerkamp. Auch für den Anbieter Veolia hat Art der Ausschreibung ihren Reiz: Durch den festen Zuschuss kommt jeder zusätzliche zahlende Fahrgast dem Unternehmensgewinn zu gute. Bei der sonst gängigen Vergabe werden Fahrgasteinnahmen mit dem öffentlichen Zuschuss verrechnet.