Kreisausschuss: Kein Comeback der Altkennzeichen HW und WD

Gütersloh, 27.02.2012. Im Kreis Gütersloh wird es keine Rückkehr zu den alten Kfz-Kennzeichen geben. Das hat der Kreisausschuss in seiner heutigen Sitzung – bei einer Gegenstimme – abgelehnt und ist damit dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt.
Kfz-Kennzeichen mit Aufdruck GTGroßbildansicht

Für Landrat Sven-Georg Adenauer wäre die Wiedereinführung der Kennzeichen der ehemaligen Kreise Halle/Westf. (HW) und Wiedenbrück (WD) ein Schritt in die falsche Richtung: "Das Kennzeichen GT ist eine Klammer für den besten Kreis der Welt. Es wäre geradezu fahrlässig, dieses Markenzeichen auszuhöhlen."

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte in einem Schreiben im Januar dieses Jahres den Kreis Gütersloh gefragt, ob man von der Möglichkeit Gebrauch machen wolle, die alten Kennzeichen HW und WD wieder einzuführen. Das Bundesverkehrsministerium bereitet derzeit auf Bitte der Verkehrsministerkonferenz der Länder eine entsprechende Änderung der Zulassungsverordnung vor, die dies möglich machen soll.

Aus Sicht des Kreises Gütersloh sprechen zahlreiche Gründe gegen die Wiedereinführung der Altkennzeichen. Zahlreiche Einwohner könnten im Zuge der Reform der Kraftfahrzeugzulassung nicht zu ihren alten Kennzeichen zurückkehren: Alle Kommunen und Ortsteile, die vor Gründung des Kreises Gütersloh zu anderen Kreisen oder Städten gehörten, blieben außen vor. Harsewinkeler bekämen kein WAF-Kennzeichen, Stukenbrocker kein BI-Kennzeichen und Benteler kein BE-Kennzeichen, um nur einige zu nennen.

Das Kennzeichen GT hat sich außerdem inzwischen zu einem markanten Markenzeichen entwickelt: Adenauer: "GT steht für einen der wirtschaftstärksten Kreise in NRW und den bevölkerungsreichsten Kreis in Ostwestfalen-Lippe." Viele internationale Firmen transportieren ihrer Güter mit dem Kennzeichen "Made in GT" in alle Welt. Im Standortmarketing, und nicht nur dort, wird das Kennzeichenkürzel bewusst eingesetzt, hier sei zu allererst die pro Wirtschaft GT und die neue Internetplattform www.erfolgskreis-gt.de genannt.

Der Hauptausschuss der Stadt Halle/Westf. hat zudem die Wiedereinführung des Altkennzeichens HW bereits mehrheitlich abgelehnt. Für den ehemaligen Kreis Wiedenbrück wäre es aus Sicht des Kreises Gütersloh zudem unglücklich, zum Kennzeichen WD zurück zu kehren: Denn nach dem nicht immer ganz einfachen Zusammenschluss von Wiedenbrück und Rheda zur Doppelstadt fänden sich im Kennzeichen WD nur die Wiedenbrücker wieder. Und ganz abgesehen davon würden mit den Altkennzeichen auch neue Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger zu kommen, da zum Beispiel mehr Umschreibungen der Kfz nötig wären, etwa bei einem Wohnortwechsel von Halle/Westf. nach Rheda-Wiedenbrück.

Aktuell gibt es noch 221 HW-Kennzeichen und 261 WD-Kennzeichen - vorwiegend an alten landwirtschaftlichen Gefährten. Dem stehen 277.511 Fahrzeuge mit dem Kennzeichen GT gegenüber.