"Die Vergangenheit lebt weiter"

Gütersloh, 08.09.2015. 231 -  das ist die Anzahl der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden, die der Pflegekinderdienst des Kreises Gütersloh derzeit in Pflegefamilien betreut.  Davon befinden sich 17 Kinder  und Jugendliche in zeitlich befristeter Vollzeitpflege.

Köhler (l.) und SommerkampGroßbildansicht
Martina Köhler (l.) und Marlies Sommerkamp vor der Regionalstelle Ost in Rietberg. Sie suchen vor allem für kleine Kinder unter sechs Jahren Bereitschaftspflegefamilien. Foto: Kreis Gütersloh.

Zeitlich befristet heißt, für eine gewisse Zeit nicht bei den Eltern leben zu können, zum Beispiel weil diese krank geworden sind oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, die Kinder angemessen zu versorgen, betreuen und schützen können. Für die zeitlich befristete Vollzeitpflege sucht der Pflegekinderdienst dringend Verstärkung, dafür sind engagierte Familien, Paare und Einzelpersonen gefragt.

 

Voraussetzung ist, dass der eigene Kinderwunsch abgeschlossen ist, damit sich die Bereitschaftspflegenden nicht zu sehr an das Kind gewöhnen und nachher nicht loslassen können. Das Ziel ist es, für die Kinder eine Perspektive in der Zeit zu finden, in der sie sich bei ihren Pflegeeltern aufhalten. Zudem sind Akzeptanz, Wertschätzung und kulturelle Toleranz notwendig, um den Kindern und ihren leiblichen Eltern wohlwollend entgegen treten zu können, egal ob letztere strafanfällig sind, an Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit leiden. "Die Beziehung zu den leiblichen Eltern ist immens wichtig", weiß Marlies Sommerkamp, die die Regionalstelle Ost des Kreis-Jugendamtes in Rietberg leitet. "Die Vergangenheit lebt weiter und muss auch am Leben gehalten werden". Des Weiteren ist ein hohes Maß an Flexibilität sehr wichtig. Die Pflege des Kindes muss mit dem Berufsalltag abgestimmt werden. Flexibel sein heißt auch, wenn ein Anruf kommt, das Kind von heute auf morgen aufnehmen zu können und offen zu sein, für das was das Kind mitbringt.

Die zukünftigen Pflegeeltern werden durch die Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes in Form von Beratungen, kostenfreien Fortbildungen und regelmäßigen Freiwilligen-Treffen unterstützt, sodass sie guten Gewissens ihre Aufgaben meistern können. Alle Pflegeeltern erhalten einen Betrag für Lebensunterhalt, Wohnung, Taschengeld etc. und eine Honorierung ihrer Erziehungsleistung.


Mitarbeiterinnen im PflegekinderdienstGroßbildansicht
Die Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes des Kreises beim diesjährigen Sommerfest (v.l.) Heike Westerhoven, Martina Köhler, Anja Bartram, Doris Ewers, Carina Brock, May-Britt Beckersjürgen, Melanie Flöthmann, Marlies Sommerkamp. Nicht anwesend waren: Petra Winkler und Melanie Surmann.

Ein Highlight ist immer das Sommerfest, das alle zwei Jahre stattfindet. Bei super Wetter und toller Atmosphäre trafen sich dieses Jahr 250 Personen mit Kindern auf dem Reckenberg in Rheda-Wiedenbrück. Sowohl für das leibliche Wohl, als auch ausreichend Unterhaltung durch zum Beispiel ein Hüpfkissen, einen Luftballonkünstler und Kistenklettern wurde gesorgt. Das Wiedersehen von Kindern und deren Pflegeeltern liegt allen besonders am Herzen. Das Sommerfest ist daher eine feste Einrichtung und wird beibehalten.

 

Interessierte können sich bei den folgenden Regionalstellen melden und erhalten weitere Informationen zum Pflegekinderdienst des Kreises unter www.kreis-guetersloh.de (Jugend und Familie).

Die drei Regionalstellen sind:

- Regionalstelle Nord, Werther Straße 1 in 33790 Halle, Telefon: 05201-81450;

- Regionalstelle Ost, Rügenstraße 1, 33397 Rietberg, Telefon: 05244-927450; in der Regionalstelle Ost gibt es auch Auskünfte zum Adoptionsverfahren.

- Regionalstelle West, Mühlenwinkel 11, 33428 Harsewinkel, Telefon: 05247-923550.