Azubis installieren ersten Kontrollpunkt für Navigati-onsgeräte in OWL

Gütersloh, 24.09.2015. Alina Freitag und Niklas Bever sind Auszubildende in der Abteilung Geoinformation, Kataster und Vermessung des Kreises Gütersloh. Gemeinsam mit ihrem Ausbildungsleiter Tobias Groppe haben sie den ersten GPS-Referenzpunkt in ganz Ostwestfalen-Lippe (OWL) installiert.

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Alina Freitag, Auszubildende zur Vermessungstechnikerin beim Kreis Gütersloh, präsentiert den geodätischen Referenzpunkt Kreishaus. Foto: Kreis Gütersloh.

Er steht auf dem Gelände des Kreishauses in Gütersloh und ist Ergebnis des Ausbildungsprojekts 'geodätischer Kontrollpunkt für mobile Navigation' des Kreises.

Bever und Freitag haben mit genauesten Satelliten-Messmethoden die Koordinate N 51° 54.225' | E 008° 20.926' und in einem Nivellement die Höhe von 73,20 m über NHN bestimmt. Markiert ist dieser Punkt, durch eine Steinstele, die nahe des Radwegs am Kreishaus in Gütersloh zu finden ist. Wer also wissen möchte, ob sein GPS-Gerät oder GPS-fähiges Smartphone genau misst oder wie groß die Abweichung zur tatsächlichen Koordinate ist, kann dies ab sofort an dieser Stele testen. Entweder die erwähnten Koordinaten in das GPS-Gerät eingeben, zu den Koordinaten laufen und schauen, wie weit man von der Stele entfernt steht. Oder das GPS-Gerät auf die Stele legen und die angezeigten Koordinaten mit denen auf der Stele vergleichen.


PETling-GeocacheGroßbildansicht
In dem grünen Döschen (PETling) befindet sich das Logbuch des Caches. Foto: Kreis Gütersloh.

Neben Radfahrern und Wanderern, die ihre Einstellungen und Genauigkeiten ihres Navigationsgerätes überprüfen möchten, ist die Stele auch Anziehungspunkt für "moderne Schatzsucher". Denn in der Nähe des Referenzpunktes haben die beiden Auszubildenden des Kreises einen Geocache versteckt. Dabei handelt es sich um ein kleines Plastikröhrchen mit einem Logbuch darin. Die "Geocacher" können diesen Cache mittels der Koordinaten und einem GPS-Gerät finden. Die Kombination aus Aktivität in der Natur, Technik und Sammelleidenschaft macht das Hobby über alle Altersklassen hinweg beliebt. Neben dem Logbucheintrag in Papierform, können Cacher den Fund dieses Schatzes auch online registrieren. Mehr als 100 Cacher haben dies bereits binnen eines Monats getan und lobten in ihren Logs das Projekt der Kreis-Azubis: "Was für eine tolle Idee." "Die Katasterstifte haben damit echt was auf die Beine gestellt." "Toll, dass der Kreis mitspielt."


Tannhäuser, Groppe, Bever, Freitag, Sven-Georg AdenauerGroßbildansicht
Landrat Sven-Georg Adenauer (v.l.), Tobias Groppe, stellv. Abteilungsleiter und Ausbilder, Niklas Bever, Auszubildender zum Vermessungstechniker, Carsten Tannhäuser, Abteilungsleiter Geoinformation, Kataster und Vermessung, und Alina Freitag, Auszubildende zur Vermessungstechnikerin, heißen Wanderer, Radfahrer und natürlich die Geocacher herzlich will-kommen am Kontrollpunkt. Foto: Kreis Gütersloh.

Carsten Tannhäuser, Abteilungsleiter Geoinformation, Kataster und Vermessung des Kreises Gütersloh, schließt sich dem Lob der Geocaching-Gemeinde an. Er ist stolz auf seine Auszubildenden und das erfolgreiche Projekt: "Es zeigt, wie vielseitig der Beruf sein kann". Für Interessierte bietet die Abteilung sowohl im Lehrberuf des Vermessungstechnikers also auch des Geomatikers Praktika und Ausbildungsplätze an. Informationen hierzu liefert der Internetauftritt des Kreises unter www.kreis-guetersloh.de sowie die Plattform www.arbeitsplatz-erde.de.

Auf der Internetseite http://coord.info/GC5ZBY4 finden Interessierte die Beschreibung und Koordinaten des Caches. Von Hand oder mittels entsprechender Apps werden die Koordinaten in ein GPS-Gerät oder Smartphone übertragen und dann geht es los. Zu den Spielregeln gehört unter anderem sich beim Heben des Caches nicht beobachten zu lassen. Sonst könnten Unwissende auf die Idee kommen, an gleicher Stelle zu suchen und den Cache bewusst oder unbewusst zu zerstören - zum Beispiel dadurch, dass sie ihn mitnehmen. Beim Geocaching wird der Schatz nach dem Loggen immer an Ort und Stelle wieder versteckt und bleibt so für die nächsten Schatzsucher erhalten.


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Niklas Bever, Auszubildender zum Vermessungstechniker beim Kreis Gütersloh, bei der Vermessung des Referenzpunktes. Foto: Kreis Gütersloh.

Bever und Freitag bitten die Cacher darum, im Logbuch zu vermerken, welche Koordinaten das Gerät des Cachers angezeigt hat und mit welchem Gerät der Cacher unterwegs war. Diese Daten werden in einer von Freitag programmierten Datenbank anonymisiert gespeichert und ausgewertet. Von Zeit zu Zeit wird im Internet unter www.geocaching.com veröffentlicht, welches Gerät die genausten Ergebnisse geliefert hat.

Zum Thema

Was ist ein Geocache? Cache bedeutet übersetzt Versteck und Geo steht für Erde. Es handelt sich um eine digitale Schatzsuche, bei der geographische Koordinaten im Internet veröffentlicht und anschließend mit Hilfe eines GPS-Gerätes gesucht werden. Der Cache wird vom sogenannten Owner versteckt und gepflegt. Der Schatz hat häufig die Form einer Film- oder Vorrats-Dose. Der Cache der Kreis-Azubus ist ein sogenanntes "PETling. Das ist ein Rohling einer PET-Flasche, der üblicherweise beim Getränkehersteller unter Hitze und Druck zur endgültigen Flaschengröße aufgeblasen wird. Beim Geocaching schützt der Rohling das darin aufgerollte Logbuch vor Schmutz und Wasser.